Allgemeine Berichte | 09.04.2020

Familienchronik der besonderen Art erstellt

Scheuren erstellte eine große Chronik

Miesenheim. Karl Heinz Scheuren aus Miesenheim, der sich seit rund 20 Jahren mit der Familienforschung beschäftigt, hat die Chronik „Scheuren – Batta“ abgeschlossen. Neben der eigenen Familie, wurden auch weitreichend die Verwandten mit einbezogen, was zu einem einmaligen Werk führte. Rückblick: Vor rund 20 Jahren begann er mit den Forschungen zu seiner Oma „Pauken“, die in jungen Jahren verstorben war, als das jüngste Kind erst 4 Jahre alt war. Er lernte Hobbyforscher kennen, die ebenfalls nach Vorfahren „Pauken“ forschten, so Rita Schopp. Im weiteren Verlauf gab es ein großes Sippentreffen in Welling, wo sich 250 „Pauken`s“ einen ereignisreichen Tag erlebten. Bereits in der Messe zeigte sich der Pauken-Clan von seiner besten Seite. Pfarrer, Messdiener, Musikkapelle alle waren aus dieser Reihe. Im Lokal zeigte Karl Heinz Scheuren mehrere Ahnentafeln, wobei die größte Tafel fast 5 Meter aufzeigte, die aus DIN A4 Blätter zusammengestellt war. Die an diesem Tag erlangten Daten und die er bei Besuchen im Bezirk Koblenz erlangt hatte, waren dann Grundlage für eine Pauken-Chronik. Bekannte Namen in der Chronik sind die Gebrüder Pauken, die in Andernach ein Möbelgeschäft betrieben und die Pioniere in dem Gewerbegebiet „Mülheim Kärlich“ waren. Sie erstellten dort das erste große Geschäft (heutiger Real-Markt). Die Recherchen gingen auch in die USA, wo viele Auswanderer ausfindig gemacht werden konnten. Scheuren recherchierte in dieser Zeit auch intensiv zu den Kämpfen um Stalingrad, wo im 2. Weltkrieg der Vater seiner Frau sein Leben lassen musste. Es wurden viele traurige Erkenntnisse erlangt. Weiter geht es zu den Persönlichkeiten wie Erich Paul Remark, bekannt unter „Erich Maria Remarque“ der unter anderen den Roman „Im Westen nichts Neues“ schrieb. Er wurde 1938 in Deutschland ausgebürgert und ging nach Amerika. Göring wollte ihn zur Rückkehr bitten, was er ablehnte. Seine Schwester Elfriede Maria, die gesagt haben soll „ Hitler müsse beseitigt werden, der Krieg sei längst verloren“. Wurde durch den Volksgerichtshof zum Tode verurteilt. Der Präsident „Freisler“ sagte bei der Urteilsverkündung „Wir haben sie zum Tode verurteilt, weil wir ihren Bruder nicht greifen konnten, sie müssen für ihn leiden“. Erich Paul hatte Affären mit großen Stars wie Greta Garbo und Marlene Dietrich. Die Linie der Verwandten und ihre Familien führen zu Mario Adorf, dem bekannten Schauspieler aus Mayen, der persönlich seine Daten übermittelte. August Horch, der Autopionier aus Winningen, der mit den Namen „Audi“ und „DKW“ seinen Namen machte und berühmt wurde. Eine Horch-Linie siedelte sich auch in Andernach an. Hans Herbert Breuch aus Andernach, der bekannt ist durch seine illustrierte Erinnerungen und Entwerfer vieler Proklamationsorden. Wolfgang Niedecken, der Sänger und Gitarrist von der Band „BaP“ aus Köln ist ebenfalls mit Daten in der Chronik zu finden. Auswandererfamilie „Leyendecker“ von der Mosel, waren angesehene Bürger. Ein Nachkomme ist der Major Dennis Leyendecker, der das berühmte „Glenn-Miller-Orchester“ leitete und im „Weißen Haus“ und im „englischen Königshaus“ Konzerte gab. Ein weiterer Nachkomme war Tennisspieler und spielte u.a. gegen Boris Becker. Eine weitere Persönlichkeit ist der Bischof Felix Genn, der derzeitige Bischof in Münster. Der Enkel von der Familie Friedhofen ist der Peter Friedhofen, als Gründer der „Barmherzigen Brüder“ bekannt. Viele Familienschicksale findet man, Schicksale die berühren z.B. wurden in 1. Ehe 13 Kinder geboren, wobei 12 Kinder im Kindesalter verstarben. In 2. Ehe wurden 12 Kinder geboren, auch hier verstarben 11 Kinder, so dass der von 25 Kinder nur zwei Kinder am Leben blieben. Natürlich beinhaltet die Chronik viele Familien aus Obermendig, Niedermendig, Bell, Mayen und dem Raum Maifeld und natürlich Plaidt, Saffig, Miesenheim und Andernach, um einige Orte der Umgebung aufzuzeigen. Es sind viele Erinnerungen mit Stars der Musik- und Sportszene (incl. Bilder) aufgeführt. Es würde den Rahmen sprengen, hie alles aufzuführen.

Am Ende sind es 2300 Orte

Am Ende sind es 2300 Orte aus denen die Personen kommen. Interessant ist die Linie von Personen aus Saffig. Hier geht in Richtung der Adelsfamilien. Es finden sich in der Chronik die Familie Sayn-Wittgenstein-Sayn aus Bendorf mit der Fürstenfamilie Thurn & Taxis, Ritter Dietrich Palandt / Palandt und das englischen Königshaus mit der Verwandtschaft Zar Nikolaus II. Der lange Weg der Adelsfamilien führt über Karl d. Großen zum Pippin I. der im Jahre 640 stirbt. Es war ein langer Weg bis dieses Ergebnis zu Papier gebracht war. Bedingt dadurch, dass Karl Heinz Scheuren sich auch intensiv mit der eigenen Linie, der seiner Ehefrau, aber auch der Verwandten beschäftige und mit eingetragen hat, konnte dieser riesige Bestand geschaffen werden, was auch zu den interessanten Familien führte. Was ist das Resultat: 3 dicke Bände mit rund 2700 Seiten, fast 1500 Bilder, 27730 nummerierte Personen und nochmals rund 20 000 Personen im Textfeld, 3333 unterschiedliche Namen, 925 weibliche Vornamen, 1132 männliche Vornamen; 796 Berufe, 2302 Orte weltweit, 100 Titeleintragungen und nicht zuletzt sind es fast 10 Millionen Tastenbewegungen zu den Eintragungen. Da der erstellte Ausdruck, bevor er zur Druckerei geht, mehrfach überprüft oder geändert wurde, waren es dann rund 40 Millionen Buchstaben die überprüft wurden.

Die Nachfahrenliste ist lang

Die Nachfahrenliste von Pippin I. umfasst 110 Seiten und enthält u.a. viele Namen von Familien in Ober- und Niedermendig, Plaidt, Bell, Mayen und Umgebung. Eine Einfügung, auch von weiteren Adelsfamilien, hätte einen vierten Band erforderlich gemacht. Während seiner Forscherzeit kam es dann zu einem neuen Forscherteam mit Klaus Marzi und Peter Thewalt aus Plaidt. Da seine Frau aus Plaidt ist, lag es nahe die Familiendaten mit einzubeziehen. Das Ziel der drei Hobbyforscher war aber, die Erstellung eines neuen Familienbuches für Plaidt. Das von Helmut Schommer erstellte endete mit den Kirchendaten bis 1800.

Weitere Daten kamen aus den Standesämtern

Der Zeitspanne bis zur heutigen Zeit war zu groß und so setzte man auf die Daten von den Standesämter im Bereich der Pellenz und Andernach. Mit Genehmigung konnte dann Karl Heinz Scheuren, der auch als Amateurfotograf tätig war und ist, die Daten fotografisch erfassen, so dass diese auch außerhalb der Bürozeiten ausgewertet werden konnten. So hat er rund 350 000 Aufnahmen in wochenlanger Arbeit erstellt, wobei auch Archive in Koblenz, Boppard und Trier besucht wurden. Unterstützung fand man auch in dem Berufsgenealoge Markus Weidenbach aus Ochtendung. Da zum derzeitigen Zeitpunkt die Standesamtseinträge nur bis 1875 verwendet werden durfte, endete auch hier das FB Plaidt I, das im Jahre 2007 fertig war und von der Bevölkerung gekauft werden konnte. Als nächstes sollte nun das FB Miesenheim folgen. Hier konnte das neue Datenschutzgesetz angewendet werden. Da bereits im FB Plaidt Karl Heinz Scheuren mit Bildeinfügungen angefangen hatte, ging er beim Miesenheimer Buch noch weiter. Bei den Recherchen nach Daten, fragte er die Familien nach alten Bildern etc. und so füllte sich die Festplatte mit Bildern. Das fertige FB Miesenheim besteht aus 2 Bänden und hat 1560 Seiten und 800 Bilder sind mit eingefügt. Eine ungewöhnliche Art für die auf dem Markt befindlichen Bücher, die nur die Daten enthalten.

Die Chronik fand großen Anklang

Da auch die Gefallenen des Krieges, Priester, Ordensschwestern und Persönlichkeiten des Ortes erfasst wurden, war es für die Bevölkerung ein sehenswertes Projekt und fand großen Anklang. Das neue Gesetz erlaubte die Datenerfassung nach 1875 und so entschlossen sich Klaus Marzi und Scheuren, das FB Plaidt II zu erstellen, das mit 760 Seiten, rund 400 Bildern, keine Wünsche offen lässt. Kurz vor der der Veröffentlichung verstarb Klaus Marzi und etwas später Peter Thewalt. Auch der Plaidter Band II wurde von der Bevölkerung sehr gut angenommen, wobei Exemplare in ganz Deutschland und in der USA erworben wurden. Da Karl Heinz Scheuren noch mit Daten, rund 400 Bildern und der Redaktion bei dem FB Ochtendung beteiligt war, geriet seine eigene Chronik immer wieder ins Hintertreffen, einmal war er in einem Team, dass den Bildband „Miesenheim im Wandel der Zeit“ erstellte. Dies nicht alleine brachte die Verzögerung, denn er ist seit 50 Jahren der ehrenamtlicher Leiter der „Fotogruppe Volkshochschule Plaidt“. In dieser Zeit gab es 146 Ausstellungen, wobei er über 144 arrangiert und mit vielen Bildern seinen Beitrag geleistet hat. Als im Jahre 2012 das FB Plaidt II fertig war, konnte er sich nunmehr intensiver mit der Chronik befassen, wenn auch Zwischendurch die Margarete M. Busch-Tilp ihn ansprach, er möge für ihre Gedichte die entsprechende Fotos erstellen, was nicht immer einfach war. Inzwischen hat man bereits vier Gedichtbücher erstellt und der Reinerlös wurde jeweils gespendet. An dieser Stelle soll noch erwähnt werden, dass die Familienbücher alle ehrenamtlich erstellt wurden. Es wurde beim Verkauf kein Cent verdient, alle Kosten zahlte man aus eigener Tasche. Nunmehr ist die Chronik fertig und gedruckt. Ein Werk das Außergewöhnlich und Seltenheitswert haben wird. Für die Verwandte wird es ein einmaliges Werk sein und wohl bleiben. Der Rückblick zeigt, dass die Ahnenforschung eine Faszination in allen Belangen ist. In den vielen Jahren gab es Kontakte zu Forschern in Deutschland / England und der USA. Natürlich sind auch die vielen Begegnungen mit anderen Hobbyforscher in Raume Koblenz / Hunsrück zu erwähnen, die man nach Daten fragen konnte oder auch Tipps bekam. Es gab noch die mehrmals die Begegnung mit dem Fürstenpaar Sayn-Wittgenstein-Sayn in Bendorf und einem gemeinsamen Foto. Eine Chronik ist nie fertig, denn es gibt es immer wieder Ergänzungen zu den eingetragenen Personen oder gar neue Familien.

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  • Rita Butz: Sehr schön verfasster Bericht , sehr zutreffend und diese beiden " Helden " üben eine Vorbildfunktion für unsere Gemeinde aus !! L. G. verbunden mit meiner höchsten Wertschätzung!!

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