Größtes und bekannteste Volksfest an der Lahn wurde bei strahlendem Sonnenschein eröffnet
„Fassbier anzapfen“ statt „Fassbieranstich“
Mit dem Marktmeister Willi Willig unterwegs
Bad Ems. Es war soweit, das größte bekannteste Volksfest an der Lahn wurde bei strahlendem Sonnenschein eröffnet. Die Vorbereitungen des Bartholomäusmarktes in der schönen Kurstadt Bad Ems an der Lahn, das immer am letzten Augustwochenende stattfindet, beginnen eigentlich schon im Oktober für das darauf folgenden Jahr. Hinter die Kulissen zu schauen, sich ein Bild darüber zu verschaffen, welcher logistischer Aufwand betrieben werden muss, damit alles passt, dazu hatte der Marktmeister Willi Willig eingeladen. Es läuft nicht immer alles rund. Kurzfristige Absagen von Schaustellern wie die Geisterbahn „Haunted Castle“ von Hans Lütjens, die Auflagen für die Sicherheit der Besucher oder der Bau des neuen Hotels bereiten dem Marktmeister so manche schlaflose Nacht. Willi Willig ist mit Herzblut dabei. Er macht einen wahrlich guten Job und das bereits seit 24 Jahren. Doch in diesem Jahr 2019 so sagte er, war es für ihn das schwierigste Jahr auf dem Platz mit der Organisation.
„Wir freuen uns alle über das was in Bad Ems passiert. Den Bartholomäusmarkt gibt es ja nur vier Tage im Jahr und wir machen die Veranstaltung. Auch den Rest des Jahres freuen wir uns über alles, was Bad Ems nach vorne bringt. Dass die Therme Bad Ems nach vorne bringt, ist unumstritten. Aber dass so eine Baustelle riesen Probleme mit sich bringt, ist auch logisch. Dass die uns aber als Verein, vor fast unlösbare Probleme stellen und wir dieses Jahr mit der Unterstützung außerhalb des Wahlkampfes absolut nicht zufrieden sind, darf man auch mal sagen. Meiner Meinung nach, reicht es nicht, im Wahlkampf zu sagen, wir müssen das Ehrenamt stärken. Wir sind Ehrenamtler. Wir sind Verein. Wir machen das seit 1963 für die Stadt. Wir machen es gerne weiter, da bin ich mir mit dem gesamten Vorstand sicher. Aber wir fordern die Unterstützung der Stadt Bad Ems ein. Diese wurde uns auch zugesagt. Und auch der Vertrag wird endlich überarbeitet und erneuert über den wir schon Jahrzehnte reden. In diesem Jahr konnten wir erst im Juli mit der endgültigen Planung des Festes beginnen, was für uns viel zu spät ist.“
Windböe brachte Bauschutz zu Fall
Normal wird die Kirmes mit dem Fassanstich eröffnet. Dinge geschehen aber leider auch ohne vorherige Planung. So kam es dann auch, dass eine leichte Windböe den Bauschutz zu fall brachte, damit auch das Bierfass, dass davor stand. Aber Willi, wäre nicht Willi, wenn ihm da nicht eine Lösung einfallen würde. So gab es anstelle des „Fassbieranstich“ das „Fassbier anzapfen“ durch den neuen Stadtbürgermeister Oliver Krügel, umrahmt von der Marktkönigin Svenja Clos und den Pagen Kimberly Clos und Michelle Müller hinter dem Tresen. „Auf eine tolle Kirmes mit Blumenkorso, Prost“.
Dann bewegte sich der Tross über die Viktoriaallee und die kleinen Gäste durften das erste Fahrgeschäft ausprobieren. Neben altbewährten und bekannten Karussells wie: Breakdance, Autoscooter, Cordina-Bahn und X-Force hatte das spektakuläre Fahrgeschäft „No Limit“ (Van Reken aus Holland), Premiere in Bad Ems. Die bis zu 90 km/h schnelle Überkopf-Schleuder-Attraktion wurde mutig von Ex-Marktkönigin Laura Lotz und Pagin Janine Kornapp, Oliver Krügel und weiteren bestiegen. Das Fahrgeschäft besteht aus einem hohen Mast, an dem mithilfe eines Gelenks, das sich um 360 Grad drehen kann, ein Ausleger befestigt ist. Am Ende des Auslegers finden insgesamt acht Passagiere Platz. Steht der Ausleger senkrecht auf dem Mast, erreichen die Besucher eine Höhe von 43 Metern genau das Richtige für Adrenalinjunkies. Das Überkopf-Fahrgeschäft „No Limit“ versetzt seinen Fahrgästen den absoluten Adrenalinkick. Es vereint Schaukel, Looping und Geschwindigkeit zugleich.
Dieses Gefährt steht auf dem Parkplatz der „Emser Therme“. Im nächsten Jahr kann diese Stellfläche, die immer einen Platz für Großfahrgeschäfte bot, nicht mehr genutzt werden.
Das heißt für die Organisatoren rund um Willi Willig: „Wir müssen uns mehr in den Osten verlagern. Schön wäre es, wenn das Staatsbad uns die Flächen an den „Vier Türmen“ wieder zur Verfügung stellen würde. Dort könnten dann, wie vor einigen Jahren, z.B. ein „Nostalgie Karussell“ seine Runden drehen.
Eine gemeinsame Runde drehten dann auch alle im „Musik-Express“ und ließen sich den Wind um die Nase wehen. Auch unter den vielen Standbetreibern gibt es welche, die seit Jahrzehnten gern in die Kurstadt kommen. So auch die Familie Müller mit ihren „frisch gebrannten Mandeln“. Gerne spendierte Rudi Müller eine Kostprobe davon.
Wenn man über das breite Gelände schaut, wird jedem bewusst, dass Willi Willig, Paul Sand, der in diese Arbeit als Marktmeister gerne reinschnuppern möchte und bereits seit letztem Jahr zum Orga-Team gehört, trotz widriger Umstände, einen bunten, schönen und abwechslungsreichen Markt auf die Beine gestellt haben.
Marktmeister seit 24 Jahren, Willi Willig.
Das Überkopf-Fahrgeschäft „No Limit“ versetzt seinen Fahrgästen den absoluten Adrenalinkick. Foto: MONIKA
