Erster Teil der Sanierungsarbeiten an der Tomburgruine abgeschlossen
Fast 240.000 Euro wurden investiert
Deutsche Stiftung Denkmalpflege überreicht Bronzetafel
Rheinbach. Der erste Teil der Sanierungsarbeiten an der Ruine der Tomburg in Wormersdorf ist abgeschlossen. Die Verwaltung der Stadt Rheinbach beschäftigte sich schon seit 2015 mit der Sanierung der Burg. Es ist fast fünfzig Jahre her, dass die letzten Arbeiten an der Ruine vorgenommen wurden. Damals wurden im Zuge der Arbeiten am Mauerwerk die ausgewaschenen Fugen erneuert. In der Zwischenzeit hatte sich aber diese neue Verfugung wieder ausgewaschen, und auch die ganze Burganlage befand sich in einem bedenklichen Zustand. Dies wurde durch den flächenmäßigen Verlust von Steinen im Mauerwerk sowie den Pflanzenbewuchs auf der Ruine noch begünstigt, wodurch Regenwasser eindringen konnte.
Stadt trug den größten Anteil
Es war unerlässlich, zum Erhalt des historischen Bauwerks erneut eine Sanierung durchzuführen. Um die Finanzierung des Projekts sicher zu stellen, wurden vonseiten der Verwaltung verschiedene Fördermittel angefragt. Nach und nach kamen die Zusagen, so von der Stiftung Deutsche Denkmalpflege, die sich mit 90 000 Euro an dem Projekt beteiligte.
Der Landschaftsverband Rheinland, Abteilung Regionale Kulturförderung, steuerte 35.000 Euro bei, und der Verein der Tomburg Ritter e.V unterstützte das Vorhaben mit 2.000 Euro.
Der Verein hat auch die Patenschaft über das Gelände übernommen und sorgt dafür, dass Unrat und sonstige Hinterlassenschaften den Bereich rund um die Tomburg nicht verunstalten.
Den größten Anteil hatte die Stadt Rheinbach aufgebracht mit einem Eigenanteil von 111.000 Euro. Somit wurden insgesamt für das Projekt fast 240.000 Euro investiert.
Arbeiten begannen 2017
Der Beginn der umfangreichen Arbeiten zur Sanierung der Umfassungsmauer an der Burgruine war im September 2017. Hierzu gehörten auch die Vorarbeiten auf dem Gelände, die durch die Neuen Pfade unter der Obhut von Werner Gerhards durchgeführt wurden.
Im Rahmen einer kleinen Zeremonie wurde in der vergangenen Woche an Burgruine eine Bronze-Plakette angebracht. Der Bonner Michael Vangerow, Ortskurator der Stiftung Denkmalschutz für die Region Bonn/Rhein-Sieg, überreichte diese an Bürgermeister Stefan Raetz.
Mit eingeladen waren Rainer Land von der Oberen Denkmalbehörde des Rhein-Sieg-Kreises, der Vorsitzende des Freundeskreises „Tomburg“, Andreas Herrmann, von der Westlotto GmbH als Sponsor Andrea Schmitz und die Vorsitzende der Tomburg Ritter e.V., Andrea Barth.
Sanierung noch nicht abgeschlossen
Andreas Herrmann bedankte sich bei den Investoren für ihr Engagement. Er wies darauf hin, dass auch der Burgberg nicht erforscht sei, insbesondere der Burgbrunnen unterhalb der Ruine. Die hierfür benötigten Mittel von etwa 150.000 Euro könnten mit nur zehn Prozent Eigenmitteln beantragt werden. Diese wären aber erst einmal auf zubringen.
Stefan Raetz bedankte sich bei allen Beteiligten, die dieses Projekt mitgetragen und finanziert haben. „Die Tomburg ist das älteste Wahrzeichen unserer Stadt. Hier kann man Geschichte erleben. Noch sind wir nicht fertig, aber ein großer Schritt ist getan“, sagte er in seiner Ansprache. Die Bauzäune am Rand der Bauarbeiten seien wegen des Vandalismus und zum Schutz aufgestellt worden. Das sei leider nötig. „Auf diesen werden Schilder befestigt mit der Ausschrift ‚Wer hier runterfällt, ist selber schuld‘“, scherzte Raetz.
Stiftung stellt weitere Mittel in Aussicht
Michael Vangerow stellte auf Nachfrage weitere Fördermittel für die weiteren Arbeiten an der Burgruine in Aussicht.
„Die Maßnahme ist so gut gelaufen und das Engagement von allen Seiten sehr groß gewesen. Es muss nur ein neuer Antrag gestellt werden. Die Stiftung Denkmalschutz wird dann neu darüber befinden“, so Vangerow. Die Burgruine Tomburg, als ältestes Baudenkmal der Stadt eine weithin sichtbare und dominante Landmarke, ist eines der über 460 Projekte, die die private Denkmalschutzstiftung dank Spenden und Mitteln von Westlotto aus der Lotterie GlücksSpirale allein in Nordrhein-Westfalen förderte. Auf einem bewaldeten 30 Meter hohen Basaltkegel nahe dem Ort Wormersdorf liegt die Ruine weithin sichtbar. Sie steht an der Stelle, an der sich wohl schon zu keltischer Zeit eine Schanze und unter römischer Herrschaft ein Militärposten befanden. Während der Karolinger entstand an dieser Heerstraße von Aachen nach Frankfurt ein Stützpunkt. Erstmals erwähnt wurde die Burg im elften Jahrhundert als Sitz der Pfalzgrafen, später war sie im Besitz der Kölner Erzbischöfe, und noch später ging sie an die Herren von Saffenburg über. 1473 belagerte Wilhelm von Jülich die Feste und zerstörte sie. Seitdem ist sie eine Ruine. Heute besteht die Anlage auf dem oberen Plateau aus der Hochburg mit dem runden Bergfried aus dem 13. oder 14. Jahrhundert und dem durch einen breiten Sohlgraben getrennten, darunter liegenden Burgbezirk, auf dem sich Reste von Hausbauten und ein elf Meter tiefer Brunnen sowie die drei Meter breite, den Burgbezirk umschließende Umfassungsmauer aus heimischem Basaltstein und Tuff befindet. Weitere Infos gibt es unter www.Tomburg-forschung.de/Freunde.
Die Plakette wird an der sanierten Mauer angebracht.
