Allgemeine Berichte | 27.12.2018

Ali liebt´s leicht & lecker - Fit mit Ali Tuncer

„Fast Food und Co. war wichtiger alles andere!“

„Fast Food und Co. war wichtiger alles andere!“

„Als ich noch mein Gewicht von knapp 250 Kilogramm hatte, war das Essen morgens mein erster und abends mein letzter Gedanken. Dabei war das Schlimmste für mich, dass ich nicht wollte, dass die anderen Menschen sehen, wie ich überhaupt etwas esse. Auch wenn es nur Salat gewesen wäre: Ich habe mir immer gedacht: Die denken sich schon wieder „Guck mal, der Fettsack ist schon wieder am essen!“ Und das hat mich nur noch mehr angetrieben, mehr und im Geheimen zu essen.

„Ich war fresssüchtig!“

Ich nenne nur einige Beispiele, die mir sehr nahe gehen, weil ich mich sehr schäme, dass das Essen mich so im Griff hatte: In unserer Firma stand ein großer Snackautomat und ich habe immer bewusst gewartet, bis alle meine Arbeitskollegen unterwegs waren. Dann habe ich mir von aus der Kasse sehr viel Kleingeld gewechselt und mir rund zehn Sachen vom Automaten gezogen, um diese anschließend - und dafür schäme ich mich sehr - auf der Toilette in gefühlten zwei Minuten zu verschlingen. Das Essen auf dem WC hat mich leider sehr lange in meinem schweren Leben begleitet, weil ich mich zu sehr geschämt habe, dass mich jemand beim Essen sieht oder in meinen Augen „erwischt“.

Aber wie habe ich es geschafft, auf alles zu verzichten, was mir die ganzen Jahre schlecht getan hat und mich auch sehr blockiert hat, ein schönes, normales Leben zu führen? Obwohl ich wusste, was zu viel Kalorien hat und was gut für mich wäre, habe ich Tag für Tag den selber Fehler gemacht und auch mich komplett aufgegeben. Man weiß, dass der Zucker bei übermäßigem Konsum sehr schädlich ist und im schlimmsten Fall sogar zu sehr schweren Krankheiten führen kann. Trotzdem frisst man bis einen kotzübel ist. So war es zumindest bei mir! Ich war fresssüchtig! Alles war unwichtig und das einzige was zahlte, waren Fast Food und Co. Das war mir wichtiger als alles andere in meinen Leben. Wie habe ich es also geschafft, so radikal auf alles zu verzichten? Da gab es einen Knackpunkt, der mir die Augen geöffnet hat und bis heute offen lässt. Ich hatte durch das massive Übergewicht sehr starke Schmerzen in den Füßen bzw. im Sprunggelenk. Eines nachts waren die Schmerzen so schlimm, dass ich nur auf allen vieren auf die Toilette gekommen bin und genau dieses erniedrigende Gefühl hat mich zu meinen Erfolg gebracht, denn ich wollte und konnte so nicht mehr weiterleben. Nach der Show „The Biggest Loser“ wo man nichts anders macht, außer Sport zu treiben und weniger zu essen, fängt auch wieder der Alltag und dann die richtige „Show“ an.

Nicht in Watte packen lassen

Meine Trainerin Silke Kayadelen hat mich immer so behandelt als hätte ich gar kein Übergewicht und genau das hat mir so gut gefallen, dass ich alles gemacht habe, was sie mir gesagt hat. Genau das fehlte mir in den ganzen Sport-Studios, wo Übergewichtige ganz besonders in Watte gepackt werden und sich Sprüche, die als Lob gemeint sind wie „Ach, Respekt, dass du mit dem Gewicht zum Training gehst!“ zu hören bekommen. Aber alleine dieser Satz ist schon so verletzend, ohne dass die Person es vielleicht böse gemeint hat!

Das wichtigste ist: Alles in Maßen! Training, aber vor allem das Essen. Das bereitet man am besten zu Hause vor und nimmt es mit. Das ist natürlich einfach gesagt. Klappt das aber nicht, wird es auch nie mit dem Abnahme klappen. Und hat man mal wirklich ein frustrierenden Tag und wird vom Frustfressen übermannt, sollte man gerade dann zum Training gehen und Gas geben. Was den Sport betrifft, so muss man nicht sofort ins Fitnessstudio. Es reicht wenn man zuhause einfach mit einen kleinen Workout anfängt, in dem man ein paar Kniebeugen macht. Am Anfang sollte man sich nicht übernehmen und fängt mit fünf Stück an. Dann legt man eine kleine Pause ein und macht dan alle 30 Sekunden Boxerlauf. Für alle, die nicht wissen was das ist: Man bewegt die Beine, in dem man auf der Stelle geht und abwechselnd links und rechts boxt, so dass eine Hand immer an der Wange bleibt. Bei diesem Workout macht man am Anfang fünf Wiederholungen, nach einem Monat dann zehn Stück und irgendwann wird man für seine Mühe belohnt und hat Lust auf einen Kurs oder richtiges Krafttraining. Boxen hat mir persönlich sehr viel in meiner schweren Zeit geholfen, da ich nur meine Hände benutzen konnte.

Aufgeben ist keine Option!

Einen persönlichen Dank möchte ich auch an meinen kleinen Bruder und Schwergewichtsweltmeister im K1 Mohamed Abdallah aussprechen! Er hat immer an mich geglaubt und mich auch obwohl er ein Profisportler ist, immer noch unterstützt, wo er kann. Ohne das Boxen hätten wir uns nie kennengelernt.

Ich wünsche allen ein guten Rutsch und einen tollen Start in 2019! Wenn jemand starten möchte, sein Leben zu verändern und auch ein tolles neues sportlich gesundes Leben will, bin ich zum Unterstützten da!

Unter der E-Mail-Adresse ali.tuncer@hotmail.de bin ich immer erreichbar und beantworte gerne Fragen rund ums gesunde Abnehmen. Auch für das neue Jahr gilt:

Aufgeben ist keine Option!“

Euer Formel Ali

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