Adventskonzerte der Montabaurer Kantorei und der Cappella Taboris
Feierliche Adventskonzerte
Montabaur/Alsbach. Mit der vierstimmig-polyphonen Motette „Lobet den Herrn, alle Heiden“ von Johann Sebastian Bach eröffnete die Cappella Taboris als das besondere Vokalensemble des evangelischen Dekanates Selters die traditionellen zwei großen Adventskonzerte der Montabaurer Kantorei als dem Kammerchor des evangelischen Dekanates Selters unter der Leitung von Dekanatskantor Jens Schawaller sowohl in der altehrwürdigen Nicolaikirche in Alsbach als auch in der stimmungsvollen Pauluskirche in Montabaur. Als Gastgeber freuten sich Pfarrer Hartmut Failing und Pfarrer Johannes Seemann über alle Anwesenden, Präses Michael Holger Müller hieß alle Zuhörenden im Namen der Musikerinnen und Musiker herzlich willkommen – als langjähriges Kantoreimitglied kennt er die Arbeit des Chores von der Pike auf und fördert die Dekanatskirchenmusik gemeinsam mit dem Dekanatssynodalvorstand, wo es nur geht.
Unter dem Wort der Weissagung schloß sich der mehrstimmig-meditative Gesang „Laudate omnes gentes“ an, den die Montabaurer Kantorei und die Cappella Taboris gemeinsam mit ihren Gästen in den beiden charmanten Wäller Kirchen meditierten; dem entsprach die dann in kammermusikalisch-instrumentaler Art und Weise aufgeführte bekannte Alt-Arie „Lobe den Herren“ – an der Blockflöte Monika Schlößer – aus der gleichnamigen Bachkantate. Gleichsam als Antwort auf dieses Werk Johann Sebastian Bachs schloss sich eine moderne Choralpartita in neuerer Formensprache mit Sätzen aus der Zeit zwischen 1940 und 1950 von Ferdinand Schmidt, Jan Bender und Walther Schmidt über „Nun jauchzet all, ihr Frommen“ an, die sich die Montabaurer Kantorei, die Cappella Taboris und die Besucherinnen und Besucher sängerisch teilten.
Mit Felix Mendelssohn Bartholdys bekannter Motette „Jauchzet dem Herrn, alle Welt“ eröffnete die Cappella Taboris den Erfüllungsteil der beiden Adventskonzerte mit einem weiteren Werk der Weltliteratur, der mit der spätromantisch-neoklassizistischen Weihnachtskantate aus dem Jahr 1931 für zwei vierstimmige Chöre, Soli und Instrumente aus der Feder des Darmstädter Musikwissenschaftlers und Komponisten Friedrich Noack einen weiteren musikalischen Höhepunkt fand. Hier zeigte sich die Montabaurer Kantorei als ein homogener Klangkörper, der sicher in der Intonation und zuverlässig in der stilistischen Ausführung die ganze breite Klangpalette des Chorgesanges beherrscht. In diesem äußerst selten aufgeführten Werk warfen sich Angelika Wies (Sopran), Monika Schlößer (Alt), Hildegard Sthamer (Tenor), Jens Schawaller (Evangelist), Ingo Jungbluth (Bass) und Susanne Schawaller (Orgel) als die Mitglieder der Cappella Taboris gegenseitig musikalisch die Bälle zu und bildeten als Soloensemble einen klanglichen Kontrast zur großen Montabaurer Kantorei. Als Streichquartett musizierten hierbei auf gewohnt gekonnte wie einfühlsame Art und Weise Cornelia Heppner (Violine), Felix Kuhl (Violine), Sophie Jungbluth (Viola da braccia) und Gudula Marxsen (Kontrabass), an der wertvollen Truhenorgel wirkte als Solistin und Continuoorganistin Susanne Schawaller, die alle Beiträgen der beiden abendlichen Adventskonzerte souverän und virtuos begleitete: das Orchester überzeugte dabei durch ein musikalisch-kommunikatives und vor allem sauberes Miteinander.
Mit Felix Mendelssohn Bartholdys berühmter Motette „Herr, nun lässest du deinen Diener in Frieden fahren“ schritt die Cappella Taboris in den dritten und letzten Teil der Adventskonzerte unter dem Wort der Erfüllung, um sich im Verlauf des Werkes mit der Montabaurer Kantorei zu einem einzigen großen und imposanten Klangkörper zu vereinen.
In der achtunggebietenden Alsbacher Nicolaikirche ließ es sich Dekan Wolfgang Weik obendrein nicht nehmen, dem langjährigen Organisten und Chorleiter Wilfried Schneider aus Mähren zu seinem fünfzigjährigen kirchenmusikalischen Dienstjubiläum zu gratulieren; gemeinsam überbrachten sie den Dank und die Anerkennung des Dekanates Selters und der Dekanatskirchenmusik im unteren Westerwald für volle fünf Jahrzehnte zuverlässige und künstlerische Arbeit in den Gottesdiensten und Konzerten unserer Region und in der pfälzischen Heimat des musikalischen Jubilars.
Beide Konzerte schlossen liturgisch mit dem Vater unser und dem Segen, musikalisch setzte Ingo Jungbluths zeitgenössische Komposition über „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ den jeweiligen Schlusspunkt; in dieser bis zu achtstimmigen Motette setzt sich der Komponist in zeitgenössischer Tonsprache mit dem Bonhoeffertext in der Liedfassung von Otto Abel kontrastreich und spannend auseinander. Möglich wurden die beiden Konzerte wieder durch die freundliche Unterstützung des evangelischen Dekanates Selters und den Förderverein Musica Sacra e. V.: dadurch konnten alle Gäste in beiden Kirchen bei freiem Eintritt empfangen werden. Die anwesenden Besucherinnen und Besucher bedankten sich bei allen Sängerinnen und Sängern sowie bei allen Instrumentalistinnen und Instrumentalisten mit einem donnernden Applaus, bevor sie nach den jeweils reichen und umfangreichen Konzerten in adventlicher Stimmung durch die Nacht nach Hause gingen.
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