Meckenheim ehrt Diözesankönigspaar
Feierliche Messe mit Eintrag in das Goldene Buch der Stadt
Meckenheim. Das Schützenwesen ist nicht losgelöst von der Katholischen Kirche zu denken. Das wird nicht zuletzt im Motto „Glaube-Sitte-Heimat“ deutlich. Die Meckenheimer St. Sebastianus Schützenbruderschaft weist bereits in ihrem Namenszug „vor 1600“ auf die jahrhundertelange Tradition hin. Und auch wenn es wohl seit dem Jahre 1501 in Meckenheim viele Schützenkönige gegeben hat, es brauchte mehr als 500 Jahre um den Titel des Diözesanschützenkönigs in die Apfelstadt zu holen. So ganz einfach ist das nicht, erst muss man natürlich in Meckenheim Schützenkönig werden und dann erst hat man die Möglichkeit diesen Titel auch Ebne der Diözese zu erreichen. Nun ist die Diözese Köln alles andere als klein und das Brauchtum wird im Rheinland auch sehr hochgehalten. Ferner ist das Amt mit unzähligen Repräsentationspflichten verbunden und das ein ganzes Jahr lang, was jeden Vergleich mit einem Karnevalsprinz und der doch überschaubaren Session verbietet. Rainer Arenz ist das Kunststück gelungen, zum ersten Mal diesen Titel in die Apfelstadt zu holen und wer sich noch an die sehr verhaltene Jubelfeier erinnert, als er zum zweiten Mal ungewollt König in Meckenheim wurde, das alles war nicht absehbar. Reiner Arenz und seine Frau Petra nahmen die Herausforderung an und mit dem Titel des Diözesankönigs begann ein aufregendes und auch anstrengendes Abenteuer, was die beiden in die unendlichen Weiten des rheinischen Schützenwesens führte, zumindest auf Ebene der Diözese. Und da sich die Diözesankönige untereinander auch besuchen, auch darüber hinaus. Am glücklichsten über diese gesamten Entwicklung war jedoch Bürgermeister Bert Spilles, der sichtlich stolz war und auch keine Gelegenheit im vergangenen Jahr ausliess, auf diese Majestäten hinzuweisen.
Festhochamt zu Ehren des Diözesankönigspaares
Und dass die beiden das ausgesprochen gut machten, davon kündete auch eine volle Kirche am vergangenen Samstagnachmittag, wo Pfarrer Dr. Reinhold Malcherek gemeinsam mit dem Präses Stefan Ehrlich ein Festhochamt zelebrierte. „Gott ist ein Freund der Menschen“ so war seine Interpretation des Textes aus dem Evangelium. Gott will, dass es den Menschen gut geht, das sie feiern und erinnerte daran, dass Jesus selber gerne bei den Menschen war. Und er verstand diese Messfeier nicht als eine Tradition, die einfach dazugehört, sondern betonte, dass Jesus in uns allen den Keim der Unsterblichkeit gelegt habe. Und dieser menschenfreundliche Gott, der will, dass es uns gut geht. Und das bedeutet natürlich auch Freude nicht für den Geist, sondern auch für den Bauch. Doch zunächst ging es nach der Messe in einem Festzug für das Königspaar durch die Stadt zum Schützenplatz.
Eintrag in das Goldene Buch der Stadt
Dort hatte man bereits auf den großen Rasenplatz in die Mitte einen Tisch mit zwei Stühlen gestellt und nach der Begrüßung durch Präsident Matthias Klemmer, bat Bürgermeister Bert Spilles die Majestäten an den Tisch, und überraschte diese mit der Ehrung, sich in das Goldene Buch der Stadt Meckenheim eintragen zu dürfen. Dabei betonte der Stadtchef nochmals vor großem Publikum, dass die beiden die Apfelstadt ganz hervorragend über die gesamte Amtszeit repräsentiert hatten. Neben vielen Abordnungen aus dem Schützenwesen aus ganz Deutschland verfolgten auch Blütenkönigin Anna Mahnig und Ehrenbürgerin Erika Meyer-zu-Drewer den Festakt. Bundesmeister Willi Ippendorf griff die Worte des Stadtchefs anschließend auf und betonte, dass das Amt des Diözesankönigs mit sehr vielen Verpflichtungen verbunden sei und quasi jedes Wochenende mindestens drei Termine bedeute. Für ein Jahr ist man de facto nur für die Schützen unterwegs. Bei Kaffee und Kuchen konnte darüber noch weiter gefachsimpelt werden. Anschließend gab es noch einen Schießwettbewerb für alle auf einen „Festkönig“ und für die Kinder gab es ein „Gummibärchenschießen“ mit dem Luftgewehr. STF
Reiner und Petra Arenz verfolgten gespannt die Heilige Messe. Foto: Stefan Fassbender Pressebuero
Unter der fachkundigen Aufsicht von Bürgermeister Bert Spilles trugen sich Reiner und Petra Arenz in das Goldene Buch der Stadt Meckenheim ein. Foto: Stefan Fassbender Pressebuero
