Allgemeine Berichte | 28.06.2016

Koblenzer Hospizverein feierte 25-jähriges Bestehen

Festakt setzte viele Emotionen frei

In den ersten Jahren leisteten die Gründer Pionierarbeit - Heute blickt man auf eine Erfolgsgeschichte zurück

Zum 25-jährigen Jubiläum des Koblenzer Hospizverein kam man gerne im Rathaussaal zusammen (v. l.): Maja Darscheid (Vorstandsvorsitzende des Koblenzer Hospizverein), Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig, Schwester Mechtild Hoffend (Mitbegründerin des Koblenzer Hospizvereins), Staatssekretär David Langner, Gerda Graf (Ehrenvorsitzende des Deutschen Hospiz- und Palliativ-Verbands), Bürgermeisterin Marie-Theres Hammes-Rosenstein und Gisela Textor (Geschäftsführerin des Koblenzer Hospizvereins). US

Koblenz. Ein 25. Geburtstag erscheint zunächst nicht außergewöhnlich, doch für den Koblenzer Hospizverein ist er etwas ganz Besonderes. Daher wurde nun ein Festakt im großen Rathaussaal mit vielen Gästen abgehalten. Freunde, Weggefährten, Ehrenamtliche, Vertreter des Stadtrats, Repräsentanten der Kirche, Vertreter von Kliniken und anderen Hospizorganisationen, Oberbürgermeister Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig, Bürgermeisterin Marie-Theres Hammes-Rosenstein und viele Mitglieder hatten sich zu dieser besonderen Jubiläumsfeier eingefunden.

Am 27. Juni 1991 hätte wohl kaum einer der Gründer und ersten Wegbegleiter zu hoffen gewagt, dass der Verein allen Schwierigkeiten trotzen und nach nur 25 Jahren die Größe, Bedeutung und Institutionalisierung von Hospizarbeit erreicht haben würde, die ihn heute ausmachen. Die heute 92-jährige Schwester Mechtild Hoffend hatte damals den Anstoß gegeben und mit 22 Gründungsmitgliedern den Grundstein für das Koblenzer Hospiz gelegt. Sie war auch bei der Jubiläumsfeier anwesend, sehr zur Freude der Gäste.

Dem Zeitgeist entgegengetreten

In ihren Begrüßungsworten gab die Vorstandsvorsitzende Maja Darscheid einen kleinen Rückblick auf die vergangenen Jahre. Einen Hospizverein zu gründen war damals keineswegs selbstverständlich und entsprach auch nicht der in weiten Teilen der Bevölkerung vorherrschenden Geisteshaltung. Das Sterben war im 20. Jahrhundert ein wenig ins Abseits geraten und fand häufig nicht mehr in familiärer Geborgenheit statt, erläuterte Darscheid. Auf der Jubiläumsfeier war man sich einig: Sterben gehört zum Leben, und es ist Leben bis zum letzten Atemzug, das jeder Mensch in Würde, nach seinen individuellen Anschauungen, Vorstellungen und Bedürfnissen, sollte erfahren dürfen. Sterbenden ein menschenwürdiges Leben bis zuletzt zu ermöglichen ist das Anliegen des Vereins.

Jetzt blickte man auf eine Erfolgsgeschichte zurück. Dem ambulanten Hospiz für Erwachsene folgte das stationäre Hospiz in Kooperation mit dem Evangelischen Stiftsklinikum St. Martin, hinzu kamen das ambulante Kinderhospiz, die Trauerarbeit, Bildungsarbeit, Fortbildung und der Stützpunkt für die spezialisierte ambulante Palliativversorgung, um die wesentlichen Punkte zu benennen. Der Verein hat heute mehr als 1.000 Mitglieder und rund 150 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter. Neben dem Hospizverein gibt es die gemeinnützige Hospiz GmbH, und in diesem Jahr hat der Verein die Koblenzer Hospizstiftung ins Leben gerufen.

Prominente Gratulanten

Oberbürgermeister Hofmann-Göttig zeigte in seinem Grußwort größten Respekt vor der Arbeit, die der Koblenzer Hospizverein bisher geleistet hat: „Der Bedarf ihrer Arbeit sinkt nicht, er steigt, und wir sind darauf angewiesen, dass es Menschen gibt, die sich ehrenamtlich und hauptamtlich auf diesem Sektor engagieren.“ David Langner, Staatssekretär im Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie des Landes Rheinland-Pfalz, gratulierte dem Verein ebenfalls zum Jubiläum und lobte dessen große Leistung. Der tagtägliche Umgang mit den Menschen und die Besuche auch in schwierigen Situationen seien enorm wichtig, so Langner. Weitere Grußworte kamen von Stephan Wolff, stellvertretender Dechant im Dekanat Koblenz, und von Martin Piesch, Krankenhausseelsorger und Vertreter des Superintendenten des Kirchenkreises Koblenz. Ein emotionaler Festvortrag von Gerda Graf, Ehrenvorsitzende des Deutschen Hospiz- und Palliativ-Verbands zum Thema „Hospizidee im Fokus der Gesellschaft“ berührte alle Anwesenden. Sie gratulierte und sprach dem Verein ihre höchste Anerkennung aus. Dankbarkeit zeigte sie in Bezug auf die Pionierarbeit des Vereins.

Im Anschluss erfolgte die Ehrung aktiver Helfer für zehnjährige und in einem Fall für 20-jährige treue Mitarbeit im Verein. Die musikalische Umrahmung übernahmen Almut Schwab, Nathalie Grotenhuis und Sebastian Salinas in hervorragender Weise. Todkranken und ihren Angehörigen Lebensqualität zu vermitteln, ist eine der Aufgaben des Koblenzer Hospizvereins, und dafür zollten alle Gratulanten den engagierten Mitgliedern Respekt und wünschten deren Arbeit weiterhin viel Erfolg. US

Im Rahmen des Jubiläums konnten mehrere Mitglieder für zehn- und 20-jähriges Engagement geehrt werden.

Im Rahmen des Jubiläums konnten mehrere Mitglieder für zehn- und 20-jähriges Engagement geehrt werden.

Vorsitzende Maja Darscheid blickte in ihrer Begrüßung kurz auf die Arbeit des Vereins in den vergangenen Jahren zurück.

Vorsitzende Maja Darscheid blickte in ihrer Begrüßung kurz auf die Arbeit des Vereins in den vergangenen Jahren zurück.

Zum Festakt anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Koblenzer Hospizvereins waren sehr viele Gratulanten in den Rathaussaal gekommen.

Zum Festakt anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Koblenzer Hospizvereins waren sehr viele Gratulanten in den Rathaussaal gekommen.

Zum 25-jährigen Jubiläum des Koblenzer Hospizverein kam man gerne im Rathaussaal zusammen (v. l.): Maja Darscheid (Vorstandsvorsitzende des Koblenzer Hospizverein), Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig, Schwester Mechtild Hoffend (Mitbegründerin des Koblenzer Hospizvereins), Staatssekretär David Langner, Gerda Graf (Ehrenvorsitzende des Deutschen Hospiz- und Palliativ-Verbands), Bürgermeisterin Marie-Theres Hammes-Rosenstein und Gisela Textor (Geschäftsführerin des Koblenzer Hospizvereins). Fotos: US

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