„Söße Möhne“ feiern 70-jähriges Jubiläum
Festakt zum Sessionsauftakt in Altendorf-Ersdorf
Altendorf-Ersdorf. 70 Jahre ist es her, dass 20 Frauen aus Altendorf und Ersdorf sich zusammenfanden um die höchsten Feiertage des Rheinlandes, den Karnval, würdig zu feiern. So wurde beschlossen, in einem Jahr die „Weibersitzung“ in Altendorf, im Saal „Ohm Hein“ und im nächsten Jahr in Ersdorf, im Saal „Lange“ abzuhalten. Es traten dabei nur eigene Kräfte, da man sich alles andere finanziell nicht leisten konnte. Im Jahre 1960 führten Unstimmigkeiten im Verein sogar zur Spaltung. Die Frauen aus Altendorf wollten selbständig sein und gründeten die „Appelmöhne“. So eiferten jetzt zwei Vereine um die Gunst der Frauen in den beiden Ortsteilen. 1984 kam das Aus für den Saal „Lange“ und wenig später auch für den Saal im „Ohm Hein“. Anlässlich der Goldhochzeit der Eheleute Schmitz bot deren Tochter Renate Schmitz an, ihre Obsthalle zur Verfügung zu stellen, wenn beide Vereine gemeinsam eine Veranstaltung durchführen. Beide Gruppen gingen gemeinsam ans Werk und im Jahre 1985 ging die erste Sitzung der „Söße Appelmöhne“ in der Halle Schmitz über die Bühne. 1986 fand die Weibersitzung in der Halle der Familie Heinrichs in Altendorf statt. Die Stadt Meckenheim errichtete 1987 eine Mehrzweckhalle und damit war ein neuer Veranstaltungsort gefunden. Durch Erkrankungen, Wohnortwechsel und private Dinge löste sich 1990 die Altendorfer Gruppe „Appelmöhne“ auf. Seitdem feiern die „Söße Möhne“ Altendorf-Ersdorf, wie sie sich jetzt nannten, ihre Weibersitzung in der Kirchstraße. Längst ist die Sitzung eine feste Institution geworden. Viel Kontinuität gab und gibt es auch im Vorstand, so ist die heutige Präsidentin Gisela Hilberath ebenso schon eine Institution im Ort wie ihre langjährige Vorgängerin Agnes Brämm.
Auch Spitzenkräfte aus Köln sind zu Gast
Geändert hat sich aber trotzdem so einiges, dank des Zuganges auch von jüngeren Frauen zum Verein und dem Griff in die Vereinskasse kommen nun zu den Sitzungen nicht nur einheimische Kräfte, sondern auch Spitzenkräfte aus der Weltstadt des Karnevals, dem heiligen Köln. Längst sind diese Sitzungen bereits im Vorverkauf schnell ausverkauft und sobald dieser bekannt gegeben wird, stehen an diesem Tag bereits mehrere Stunden vorher die Menschen Schlange, um eines der begehrten Tickets zu erhalten.
Zum Auftakt der närrischen Session wurde am vergangenen Sonntag im Pfarrheim gefeiert. Und Ortsvorsteher Ferdi Koll sprach sicherlich nicht nur im Sinne seines Kollegen, sondern aller Vereine, wenn er dem Verein für seine Arbeit und die Pflege des Brauchtums gratulierte. So war es denn auch kein Wunder, dass es nach der Begrüßung durch die Präsidentin eine überaus lange Gratulationskur gab, wo so ziemlich alle Vereine, nicht nur die Karnevalsvereine aus ganz Meckenheim, gratulierten und auch ein mehr oder minder interessantes Präsent dabei hatten. Eine riesige Torte hatte der Festausschuss Meckenheimer Karneval anfertigen lassen mit Motiven aus den beiden Ortsteilen, denn zum Geburtstag isst man eine Torte. Die „Dicke Föös“, das überaus erfolgreiche Männerballett gratulierte ebenfalls und übergab als Geschenk ein neues Bühnenbild.
Das alles war eingebunden in ein karnevalistisches Rahmenprogramm, in welchem als Höhepunkt das frisch proklamierte Kinderprinzenpaar der Stadt Meckenheim, Julian I. und Prinzessin Lena I., den Saal rockten. Unterstützt wurden diese dabei von der Prinzengarde Meckenheim, die das Ganze auch musikalisch begleitete. Der neue Prinz spielt bekanntlich Trompete bei den „Tomburg Winds“ und daher begleitete er sich zu Beginn selbst, was überaus gelungen war.
Nach dem Clown mit der Trompete (Bruce Kapusta) gibt es jetzt wohl in Meckenheim den Prinz mit der Trompete.
Friedel Groß als Kommandant der Prinzengarde gab der Tollität dann den Ratschlag, er müsse die ganzen Bützchen geradezu genießen, denn er werde das wahrscheinlich erst in einigen Jahren zu schätzen wissen. Trockener Kommentar von Julian, er sei ein moderner Prinz und sammle Küsse mittels WLAN. Da hatte er die Lacher im Saal natürlich alle auf seiner Seite.
Gemeinsam wurde anschließend noch lange und intensiv gefeiert und die Formationen des Ortes zeigten teilweise ihre Sessionshighlights.
STF
Die „Dicke Föös“ übernahmen als Eisbrecher den Beginn des Programmes Foto: Stefan Fassbender Pressebuero
Prinz Julian auf der Trompete und Prinzessin Lena hatten leichtes Spiel. Foto: Stefan Fassbender Pressebuero
Auch im Namen seiner Kollegen gratulierte Ortsvorsteher Ferdi Koll den Möhnen zum 70-jährigen Jubiläum Foto: Stefan Fassbender Pressebuero
Gute Stimmung herrschte bei den Besuchern zum Sessionsauftakt. Foto: Stefan Fassbender Pressebuero
