Puderbacher Weihnachtsmarkt mit (Schnee-)Puderzucker bestreut
Festliche Stimmung begeisterte
Puderbach. Pünktlich zum Sonntags-Weihnachtsmarkttag in Puderbach half der Winter optisch nach und bestreute die Hütten der 70 Aussteller mit seiner weißen Pracht, sodass der Anblick eines romantischen, wie von Puderzucker bestreuten Winterdorfs entstand. Parkplätze rund um den Alten Bahnhof waren nur noch schwer zu finden. Aus allen Richtungen strömten die Besucher in den Ort, auf den Platz zwischen dem Holzbach und den Gleisen der alten Bahnstrecke von Altenkirchen nach Dierdorf. „Sehr zufrieden“ lautete die Antwort der Aussteller, wenn man sie nach ihrem Verkaufserfolg fragte. Den Gesichtern der vielen, vielen Besucher war dieselbe Zufriedenheit in den Gesichtern abzulesen. Von der Mittelstraße bis zum Bahnhof reichte die Straße der Markthütten mit überwiegend handgefertigten Produkten. Dort, am Bahnhofsgebäude, hatten weitere 20 Marktteilnehmer ihre Buden eingerichtet, vornehmlich zur Verköstigung der Marktbesucher mit zur Winterzeit passenden Speisen und Getränken. Auf der Bühne gaben sich die Musikgruppen und Chöre sozusagen die Klinke in die Hand zur Unterhaltung des Publikums.
Veranstalter des Puderbacher Weihnachtsmarkts sind der Verkehrs- und Verschönerungsvereins sowie die Ortsgemeinde Puderbach. Hermann-Josef („Hajo“) Jordan ist der Mann, der die zweitägige Veranstaltung zu dem gemacht hat, was sie heute ist: ein Publikumsmagnet weit über die Dorfgrenzen hinaus. Auf eine Zahl zwischen zehntausend und zwanzigtausend habe mal jemand den Besucherstrom geschätzt, sagt Hajo Jordan. Das sei sicherlich nicht falsch, meint er bescheiden. „Unheimlich viele“ Besucher seien am Samstag da gewesen, sagt der Marktmacher, „ganz erstaunlich“ sei das gewesen, bis in die späten Abendstunden. Einige seien erst am Sonntagmorgen nach Hause gekommen. Nach Marktschluss trafen sich die Menschen in der Gaststätte Heydorsch. Am Sonntag werden es eher noch mehr Besucher gewesen sein, hat man den Eindruck.
Zehn neue Aussteller waren zu sehen, die übrigen 60 waren alle schon mindestens einmal in Puderbach – und kommen immer gerne wieder. Die Warteliste für frei werdende Plätze, sagt Hajo Jordan, ist unglaublich lang. Alle Aussteller sucht er persönlich auf guten Kunsthandwerkermärkten im Umkreis von 150 Kilometer aus. Hinzu kommen die Vereine aus Puderbach. Fast alle beteiligen sich an der Großveranstaltung in ihrem Ort: die Sportfreunde SG Puderbach, das DRK, die Arbeiterwohlfahrt, der deutsch-französische Partnerschaftsverein, die Feuerwehr (die zwischenzeitlich zu einem Einsatz mit eingeklemmter Person zwischen Raubach und Elgert ausrücken musste, kurz darauf zu einem Unfall zwischen Steimel und Lautzert), die Kindertagesstätte des HTZ und viele andere.
Das Rahmenprogramm auf der Bühne, vor der auch der Nikolaus Geschenke an die Kinder verteilte, war prall gefüllt. Zur Hauptzeit am Sonntagnachmittag spielte die elegante „Rentierband“ aus Polch, schwarz gekleidete Herren mit weißen Schals, die im gesetzteren Alter ihrem Lieblingshobby, der Blas- und Orchestermusik frönen. Außerdem waren viele Chöre aus der Region zu hören gewesen, zum ersten Mal am Sonntag der Chor der mennonitischen Gemeinde Urbach, ein Chor der freikirchlichen Gemeinde, ein Chor der Holzbachtalschule und einer aus Horhausen. Am Samstag war der Chor „Voiano“ aus Neustadt zum siebten Mal in Puderbach, außerdem der Posaunenchor mit dem „Jungen Blech“, der moderne Kirchenchor „ProVokant“, die Bläser von „Sax-Werk“ aus Neuwied und als Höhepunkt „Limerick“ aus Straßenhaus mit irischer Folk-Musik. Die Ausgaben für die Großveranstaltung Weihnachtsmarkt finanziert der Puderbacher Verkehrs- und Verschönerungsverein aus Standgeldern und Spenden von Geschäftsleuten. Die Ortsgemeinde leistet eine
gewaltige Unterstützung durch die
Zurverfügungstellung der Gemeindearbeiter für den Auf- und Abbau.
„Hajo“ Jordan (2. von rechts) ist der „Mr. Weihnachtsmarkt“ in Puderbach. Seit vielen Jahren organisiert er die immer beliebter werdende Großveranstaltung vor dem Alten Bahnhof. Für die Kinder hatte er den Nikolaus bestellt.
Am Ofen vor der Hütte des Ski-Club „Adler“ Puderbach konnte man sich aufwärmen.
Sibylle Hebgen aus Moschheim hatte Erfolg mit ihren selbst hergestellten Lampen aus Filz.
