25 Jahre Kroatienhilfe Bell
Festveranstaltung rund um die Beller Kirche
Am Sonntag, 12. August
Bell. Am Sonntag, dem 12. August feiert die vor 25 Jahren von Wolfgang Schlich aus Bell ins Leben gerufene „Kroatienhilfe Bell“ rund um die Pfarrkirche St. Florinus unter der Schirmherrschaft von VG-Bürgermeister Jörg Lempertz ein großes Fest, zu dem jeder herzlich eingeladen ist.
Der Tag beginnt um 9.30 Uhr mit einem festlichen Hochamt in der Beller Pfarrkirche, das von Pastor Ralf Birkenheier gemeinsam mit dem Direktor der Caritas Mostar, Diözesanpriester Ante Komadina zelebriert wird. Unter der Leitung von Claus Heuft führt der Kirchenchor Cäcilia Bell die von dem leider verstorbenen Hans-Richard Stracke komponierte und am 21.11.2010 uraufgeführte Beller Heimatmesse auf.
Gegen 11 Uhr findet ein musikalischer Frühschoppen unter der Mitwirkung des Musikvereins statt. Außerdem können die Besucher frisch gebackenes Holzofenbrot erwerben und ab ca. 11.30 bietet eine eigens für diesen Tag rekrutierte „Küchenmannschaft“ allerlei Köstlichkeiten an, wie Cevapcici, Schnitzel, Würstchen, Fritten etc.. Nicht zuletzt wird die „Interessengemeinschaft für bedürftige Kinder“ ihre allseits beliebten „Engelslocken“ offerieren. Von 14 Uhr an gibt es frisch gebrühten Kaffee und von den Beller Frauen hausgebackenen Kuchen.
Für den Spaß der Kinder stehen eine Hüpfburg und das Spiele-Mobil der VG Mendig zur Verfügung.
Wie alles begann...
Peter Wölwer, der –gemeinsam mit seiner Ehefrau Erika- inzwischen die Federführung für die Kroatienhilfe Bell übernommen hat, erinnert sich noch sehr genau an die Gründungszeit der Kroatienhilfe: „1992 musste Wolfgang Schlich aus gesundheitlichen Gründen leider seine Bäckerei aufgeben. Um etwas mehr Abwechslung zu haben, wurde ein Hund namens Molly angeschafft. Dieser Hund war dann auch ausschlaggebend für die Gründung der Kroatienhilfe Bell. Als nämlich Trudel Schlich zu ihrem Ehemann sagte, dass es ihrem Hundchen so gut gehe, während die armen Kinder im Kriegsgebiet von Kroatien leiden müssten, entschloss das Ehepaar sich, zwei Kinder zu sich nach Hause einzuladen. Als die Kids nach drei Wochen wieder zurück in ihre Heimat fahren mussten, hieß es: Könnt ihr den Kindern nicht etwas mitgeben, denn hier bei uns Zuhause haben wir nur noch sehr wenig zum Leben! Das war im Frühjahr 1993. Also belud Wolfgang Schlich einen Ford Transit und fuhr los: Die Kroatienhilfe Bell war geboren. Als ich dann davon erfuhr, war auch für mich sofort klar, da musst Du mithelfen. Und so haben wir dann gemeinsam mit vielen anderen Helfern, die sich immer wieder als Fahrer zur Verfügung gestellt haben, im Laufe der letzten 25 Jahre, weit über 100 Hilfstransporte nach Kroatien und Bosnien durchgeführt. Waren es in den ersten Jahren bis zu 10 Transporte pro Jahr, teilweise mit bis zu fünf Fahrzeugen, so konnten wir in den letzten Jahren aus finanziellen Gründen nur noch zwei bis drei Transporte pro Jahr durchführen. Besonders stolz sind wir darauf, dass dem Kinderheim in Vinkovci durch unsere Vermittlung komplett neue sanitäre Anlagen gebaut werden konnten. Außerdem konnten wir diesem Kinderheim die Ausstattung einer kleinen Halle mit Sportgeräten ermöglichen. Beide Aktionen wurden jeweils von einer regionalen und einer überregionalen Tageszeitung durch großzügige Geldspenden finanziert. Aktuell gehen unsere Hilfstransporte zum großen Teil nach Mostar in Bosnien-Herzegowina.
Organisation wird durch viele Geldspender unterstützt
Dort betreibt die Caritas ein großes Behinderten-Pflegeheim, wo Menschen mit Behinderungen vom Kindes- bis ins hohe Erwachsenenalter betreut werden. Ebenso betreibt die Caritas dort einen Kindergarten mit ca. 150 Kindern. Auch dort konnten wir schon manche finanzielle und materielle Lücke schließen.“ Im Gespräch mit „BLICK aktuell“ nahm Peter Wölwer die Gelegenheit wahr, sich noch einmal besonders bei den Firmen zu bedanken, die in den letzten Jahren die Fahrzeuge gesponsert bzw. zur Verfügung gestellt hatten und den Gruppen, welche die Kroatienhilfe Bell schon seit vielen Jahren mit bemerkenswerten Geldspenden unterstützen. Hier nannte er zum Beispiel: Lotto Rheinland-Pfalz, den Katholischen Deutschen Frauenbund Mayen, die Interessengemeinschaft für bedürftige Kinder aus Mendig, die Interessengemeinschaft Beller Weihnacht und nicht zuletzt die Firma Wierlemann aus Bell, bekannt unter dem Namen Syri. „Ohne die Unterstützung dieser Firmen und Gruppierungen hätten wir die Hilfstransporte längst Einstellen müssen“, so Peter Wölwer.
Schirmherr VG-Bürgermeister Jörg Lempertz sagte im Gespräch mit „BLICK aktuell“: „25 Jahre Kroatienhilfe Bell sind 25 Jahre ehrenamtliches Engagement, Nächstenliebe und praktische Hilfe zugunsten notleidender Menschen in unserer europäischen Nachbarschaft. Über 100 privat organisierte Hilfstransporte verdeutlichen, dass die Initiatoren rund um Peter Wölwer und ehemals Wolfgang Schlich nachhaltige und aufopferungsvolle Hilfe erbringen, die direkt bei den Menschen ankommt. Allen Helfern und Spendern danke ich, dass sie durch ihr Tun zeigen, dass Menschlichkeit in der heutigen Zeit stärker ist, als die Diskrepanz, die Ursache für die Not im ehemaligen Jugoslawien war“, so VG-Bürgermeister Jörg Lempertz wörtlich. FRE
Peter Wölwer (re.) bei der Übergabe einer Weihnachts-Spende an den Direktor der Caritas Mostar, Diözesanpriester Ante Komadina. Foto: privat Foto: Sonja
Wolfgang Schlich gründete1993 die Kroatienhilfe Bell.
