„HLF 10“ hat 340.000 Euro gekostet und wurde am Tag der offenen Tür der Öffentlichkeit präsentiert
Feuerwehr Puderbach fährt mit Hightech zum Einsatz
Puderbach. War es die deftige Hausmannskost oder das chrom- und lackglänzende neue Feuerwehrfahrzeug, das die vielen Besucher zum Tag der offenen Tür bei der Feuerwehr Puderbach lockte? Wahrscheinlich beides, denn die Wehr ist sowohl für das leckere traditionelle Schlachtessen wie auch für technische Ausrüstung auf dem neuesten Stand bekannt. Das Fest wird alle zwei Jahre gefeiert.
Der Star der diesjährigen Veranstaltung war zweifellos das „Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug HLF 10“, mit dem künftig die größeren Einsätze angefahren werden. Die blieben dem Lkw in den zwei Wochen seines jungen Lebens bei der Feuerwehr Puderbach bisher erspart. Nagelneu und wie aus dem Ei gepellt stand das mit Hightech ausgerüstete und mit Girlanden geschmückte Fahrzeug in der Wagenhalle der Feuerwehr. Hier hatten um die Mittagszeit schon über 300 Besucher an den aufgestellten Tischen Platz genommen.
Für das Schlachtessen-Angebot, darunter Wellfleisch, Heinzelmännchen, Wurstsuppe, Kraut und Püree, sorgt die Landmetzgerei Born in Steimel, die Getränke serviert das Unternehmen Müller aus Oberwambach.
Nach dem Essen präsentierte sich die Puderbacher Jugendfeuerwehr dem Publikum mit einer Schauübung „Technische Hilfe“. Gezeigt wurde die Rettung einer unter einem Fahrzeug eingeklemmten Person. Dieser Jugendfeuerwehr der Verbandsgemeinde Puderbach gehören 16 Jungs und Mädchen an.
Die Puderbacher Ortsfeuerwehr hat 38 aktive Mitglieder und rückt als Stützpunktfeuerwehr der Verbandsgemeinde bei fast allen Einsätzen mit aus. Zusammen mit dem HLF 10 gehören sieben Fahrzeuge zum Bestand der Puderbacher Wehr, darunter eine große Hubarbeitsbühne, die eine Arbeitshöhe von 30 Metern möglich macht.
Das Hilfeleistungslöschfahrzeug enthält die komplette Beladung, die erforderlich ist für Maßnahmen nach dem ersten Eintreffen an einem Unglücksort. Dazu gehören die Brandbekämpfung und technische Hilfe. VG-Bürgermeister Volker Mendel erklärte einige Details der Beschaffungsphase und lobte, dass die notwendige Anschaffung im geplanten Kostenrahmen von 340.000 Euro geblieben war. Das Fahrzeug ist im Einsatz mit neun Feuerwehrkräften besetzt. Landrat Achim Hallerbach erinnerte daran, dass die Puderbacher Wehr unter anderem für ein großes, wachsendes Industriegebiet, die Autobahn, die ICE-Trasse und die Deponie Linkenbach zuständig ist. Insofern sei die Ausstattung auf jeden Fall gerechtfertigt.
Das neue HLF 10 wird bei jeder Alarmierung künftig das erste ausrückende Fahrzeug sein. „Mit seinen 290 PS, neun Plätzen, davon vier Atemschutzgeräteträger-Plätzen, sowie dem technischen Rettungsgerät, 1.600 Liter Wasser und 150 Liter Schaum an Bord ist es für jede Einsatzlage gerüstet“, erklärte Wehrführer Sven Born.
Der Landtagsabgeordnete Sven Lefkowitz, Landrat Achim Hallerbach, VG-Bürgermeister Volker Mendel, Ortsbürgermeister Manfred Pees und Vertreter der umliegenden Kommunen erwiesen dem neu in Dienst gestellten Puderbacher Feuerwehrfahrzeug die Reverenz.
Noch im vorigen Jahr mussten die Puderbacher Feuerwehren zu einigen großen Bränden ausrücken, unter anderem nach Lahrbach.
Die schlimmste Katastrophe war auch für die Puderbacher der Brand eines ICE-Zuges bei Dierdorf. Im Schnitt werden die Wehrleute zu 75 Einsätzen im Jahr gerufen.
Das neue Fahrzeug ist eine Augenweide für Technikliebhaber. An Bord sind alle Geräte untergebracht, die für einen Ersteinsatz erforderlich sind.
Das Schlachtessen am Tag der offenen Tür der Feuerwehr Puderbach ist beliebt, auch in diesem Jahr wurden um die Mittagszeit wieder über 300 Gäste gezählt.
Die Kinder durften auf dem Podest des Hubwagens spielen. Die Drehleiter erreicht eine Höhe von 30 Meter.
