Arbeitsmedizinische Untersuchungen bei der Feuerwehr Ediger-Eller
Fit fürArbeiten unter Atemschutz
Ediger-Eller. Das Arbeiten unter Atemschutz gehört zu den anspruchsvollsten, aber auch gefährlichsten Tätigkeiten bei der Feuerwehr. Daher fordert der Gesetzgeber regelmäßig stattfindende arbeitsmedizinische Untersuchungen, die sogenannte G26.3, bis zum 50. Lebensjahr alle drei Jahre, ab dem 50. Lebensjahr jährlich.
Viele Feuerwehrmitglieder arbeiten jedoch im Schichtdienst und sind neben ihrer Tätigkeit in der Freiwilligen Feuerwehr auch noch privat oder in anderen Vereinen stark eingebunden. Daher stellt der Besuch einer arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchung zu den regulären Praxisöffnungszeiten für viele Einsatzkräfte eine logistische Herausforderung dar. Doch nicht alle können oder wollen dafür extra Urlaub nehmen. „Wir standen vor der Frage: Wie können wir die ehrenamtliche Tätigkeit in der Feuerwehr und die notwenige Untersuchung mit Familie und Beruf besser vereinbaren?“, fasst Stephan Servaty, Atemschutzbeauftragter der Feuerwehr Ediger-Eller, die Ausgangsfragestellung zusammen.
Die Antwort auf die Frage fand man schließlich in direkter Nachbarschaft: Die Verbandsgemeinde Zell bietet für ihre Atemschutzträger schon seit einiger Zeit am Wochenende eine Art „Reihenuntersuchung“ an. Das Konzept einer zentralen und wohnortnahen Untersuchung begeisterte auch in Ediger-Eller. Durch gute Kontakte zur Feuerwehr Zell konnte schließlich Doktor Heidi Hoffmann dafür gewonnen werden.
Bei den passenden Räumlichkeiten für diese Untersuchung wurde man schließlich im Gemeindehaus in Ediger-Eller fündig. Unbürokratisch und unentgeltlich wurden die Räume von der Ortsbürgermeisterin Heidi Hennen-Servaty zur Verfügung gestellt.
Die erstmals in dieser Art in Ediger-Eller angebotene Untersuchung wurde von den Einsatzkräften gut angenommen: Trotz der aktuellen Grippe- und Erkältungswelle konnten alleine aus Ediger-Eller acht Einsatzkräfte ihre Atemschutztauglichkeit verlängern. Weitere Atemschutzträger der Nachbarfeuerwehren Bremm, Briedern, Mesenich und Senheim nutzten ebenfalls die Möglichkeit zur Teilnahme an der arbeitsmedizinischen Untersuchung. Auch einige „Große“ der Jugendfeuerwehr Ediger-Eller kamen ihrem Ziel, Mitglied in der Einsatzabteilung zu werden, ein Stück näher. Sie bestanden die „Eingangsuntersuchung“ und können nun – sofern sie einen Lehrgangsplatz erhalten haben – ihre Feuerwehr-Grundausbildung absolvieren.
Die Resonanz seitens der Untersuchten war durchweg positiv. „Am Wochenende ist es für mich wesentlich einfacher, mir ein paar Stunden Zeit zu nehmen. Jedenfalls deutlich besser als während der Woche“, so einer der Beteiligten. Die Verantwortlichen der Feuerwehr Ediger-Eller möchten aufgrund der vielen positiven Rückmeldungen auch im kommenden Jahr eine Wochenend-Untersuchung anbieten und so die Vereinbarkeit von freiwilliger Feuerwehr und Familien- und Berufsleben verbessern.
