Flüchtlingssituation in Höhr-Grenzhausen
Flüchtlinge sollen sich wohl fühlen
Demokratie leben - Eine informative Veranstaltung der Verbandsgemeinde und PauL e.V.
Höhr-Grenzhausen. Stefan Wolfram, Geschäftsführer des Projektes Arbeit und Lernen – PauL e.V., und der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen, Thilo Becker, hatten zur zweiten Demokratie Konferenz eingeladen. Die Konferenz wurde gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums für Familien, Frauen, Senioren und Jugend und fand im CeraTechCenter statt. Bürgermeister Thilo Becker bei der Begrüßung: „Ich freue mich über die rege Bürgerbeteiligung“. Flüchtlinge seien in Höhr-Grenzhausen, so der Stadtchef, herzlichst willkommen. Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiteten in der Flüchtlingshilfe Hand in Hand. Dies habe einen großen Nutzen für die gute Sache. Mehrfach bedankt sich Bürgermeister Thilo Becker bei Institutionen und Einzelpersonen. Becker: „Die ehrenamtlichen Kräfte engagieren sich hervorragend.“ Anne-Kathrein Bierenfeld vom Fachbereich III - Bürgerdienste der Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen, gab anhand einer Grafik einen statistischen Überblick über die Zahl der Flüchtlinge und ihrer Herkunftsländer. Seit dem 11. November 2015 leben in Höhr-Grenzhausen 95 Flüchtlinge. Es werden wohl in diesem Jahr noch einige Personen hinzukommen. Die Menschen kommen aus 16 Ländern - rund ein Viertel der Flüchtlinge aus Syrien, rund 10 Prozent jeweils aus Albanien, Somalia, Pakistan und Mazedonien; vier bis fünf Prozent aus Armenien, Bosnien und Herzegowina und Eritrea, jeweils ein bis zwei Personen aus anderen Ländern.
Helfer und Dinge werden benötigt
Neben Mitarbeitern der Verwaltung ist mit der Flüchtlingshilfe der Verein PauL e.V. beauftragt. Geschäftsführer ist Stefan Wolfram. Seine Aufgabe ist die Flüchtlingskoordination. Zunächst listet er auf, was alles an Gegenständen gebraucht werde. Das reicht von Möbeln über Essgeschirr, vom Spiegelschrank über Haushaltsgeräte, vom Fahrrad bis zum Kinderspielzeug. Aus hygienischen Gründen ist die Annahme von Matratzen und Plüschtieren nicht möglich. Die Flüchtlingshilfe gliedere sich, so Stefan Wolfram, in verschiedene Bereiche. Drei Sachbearbeiterinnen sind in der Verbandsgemeindeverwaltung tätig. Das Projekt PauL e.V. koordiniert Dienste beziehungsweise bietet an: Kinderkleiderlädchen in Verbindung mit dem Jugendschutzbund, Kleider aus 2. Hand gibt es für einen symbolischen Kostenbeitrag im Laden „Oase“, es werden Deutschkurse angeboten und es gibt das Café Welcome. Letzteres sei der Kontaktknüpfungspunkt für die Flüchtlinge und Helfer und erweist sich, so der Geschäftsführer, zunehmender Beliebtheit - durchschnittlich zähle man rund 70 Gäste. Weiter gibt es im Angebot ein Möbellager, eine Nähwerkstatt und, bei der Diakonie und Caritas angesiedelt, die Abteilung Migrationsdienste. All diese guten Angebote könnten nur durch das überdurchschnittliche Engagement ehrenamtlicher Helfer angeboten werden, so Wolfram.
Engagement kann große Freude machen
Mit viel Freude erzählten einige freiwillige Helfer von ihrer Arbeit. Zum Beispiel näht Anja Marotz im heimischen Partykeller mit Flüchtlingsfrauen ganz hübsche und praktische Einkaufstaschen. Die Nachfrage sei größer, als der Platz im Keller, so die Engagierte. Im Möbellager haben Annemie Spang-Vogel und Joachim Brandt den Überblick und organisieren Hilfsangebote. „Eine tolle Sache, die läuft“, so die Engagierten. Kurt Frank vermittelt auf humorvolle Weise den deutschen Lebensalltag – zum Beispiel, wie der Müll getrennt wird. Ebenso dazu gehört das deutsche Brauchtum, gemeinsames Singen, Schach und Fußballspielen. Insgesamt gibt es etwa 60 Helfer. „Wir könnten noch mehr gebrauchen“, stellt Geschäftsführer Stefan Wolfram fest. Die Arbeit sei sehr vielfältig und brauche seine Zeit. „Wir benötigen eine ganzheitliche Flüchtlingsbegleitung für zum Beispiel Behördengänge und Alltägliches“, sagt Wolfram. Sehr willkommen sei auch das Engagement von Vereinen. Hierzu gebe es außerdem finanzielle Förderungsmöglichkeiten.
Die vielen Zuhörer nutzten die Chance, sich intensiv auszutauschen. Zum Beispiel sucht Karl-Josef Gerz, der stellvertretenden Schulleiter der Realschule, für nachmittags Männer und Frauen, die für junge Flüchtlingsschülerinnen und -schüler ein kulturelles oder sportliches Angebot in der Schule machen können. Ebenso wurden weitere Hilfsangebote gemacht – zum Beispiel Nachhilfe. Zu den Aufgaben von PAuL e.V. zählt auch „Prävention Rechtsextremismus“. Dazu gibt es ein Filmprojekt mit der Schillerschule; ein Jugendparlament ist in Planung. Kontaktmöglichkeiten und weitere Auskünfte gibt es über paulev.de - Tel. (0 26 24) 95 04 54. AND
Es fand ein reger Austausch zwischen den Besuchern statt.
Bürgermeister der Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen Thilo Becker betonte: „Flüchtlinge sind bei uns willkommen.”
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