Unternehmer beendet finanzielles Engagement bei der TuS Koblenz
Frank Linnig gibt Amt als Präsidiumsmitglied auf
Koblenz. Bei der TuS Koblenz steht eine wichtige Veränderung bevor. Wie der Verein mitteilt, gibt Frank Linnig mit Wirkung vom 30. Juni sein Amt als Präsidiumsmitglied für Kommunikation auf und sieht sich gleichzeitig nicht mehr in der Lage, das in der Vergangenheit hohe finanzielle Engagement fortzusetzen.
Der „aus heutiger Sicht komplette Rückzug“ des 66-jährigen Unternehmers beruhe auf zahlreichen Gründen, die in Summe zu der in „mehreren Monaten gereiften Entscheidung“ geführt hätten. Linnig:
„Seit 2012 habe ich auf jeder Ebene extrem viel in den Verein investiert und dabei sicher auch Raubbau mit meinen Ressourcen und Kräften getrieben. Es war eine unglaublich intensive Zeit mit im Rückblick mehr Tiefen als Höhen. Insofern fällt die Bilanz meines Wirkens zumindest für mich persönlich gemischt aus.“
Konkret basiere der Entschluss u. a. auf „unerfreulichen Erfahrungen und Entwicklungen inner- und außerhalb des Vereins“ und der „permanenten Überlastung durch Beruf und Vereinsarbeit“. Am Ende gehe Linnig den Schritt mit „Wehmut und Ernüchterung“. Er habe aber auch Zuspruch erhalten, für den er sehr dankbar sei. Sein abschließendes Statement: „Schon jetzt gratuliere ich allen, die dazu beigetragen haben, zu einer wirklich starken Saison 2015/2016, die hoffentlich mit dem angestrebten Ziel der Meisterschaft und des direkten Wiederaufstiegs der 1. Mannschaft in die Regionalliga endet. Das hätten sich Team, Trainer, Betreuer sowie alle Helfer und Fans zweifellos verdient – und für mich wäre es ein schönes Finale. Der TuS wünsche ich eine sichere, erfolgreiche Zukunft und den Verantwortlichen das dafür nötige Geschick und Glück.“ Und: „Natürlich schlägt mein Herz weiter für die Schängel. Ganz sicher werde ich meine emotionale Verbundenheit mit dem Club am 1. Juli nicht in der Geschäftsstelle abgeben, sondern sie weiter leben und dokumentieren.“
Verein würdigt Verdienste
TuS-Präsident Prof. Dr. Werner Hecker weist zunächst darauf hin, dass es „dem Präsidium nicht zusteht, die Gründe der Entscheidung zu kommentieren.“ Er bezeichnet es aber als „Ehrenpflicht, Frank Linnig ganz herzlich Dank zu sagen“. Das gelte vor allem „für sein über mehrere Jahre andauerndes finanzielles Engagement, ohne das die TuS heute vermutlich nicht mehr existieren würde.“ Immer wieder habe Linnig dem Verein in schwierigen Zeiten – übrigens bis zum Ende der laufenden Saison – als Sponsor und großzügiger Darlehensgeber Mittel zur Verfügung gestellt, die die TuS in die Lage versetzt hätten, den Spielbetrieb sicherzustellen. Als einziger Großgläubiger werde er dem Verein daher erhalten bleiben.
Hecker weiter: „Aber nicht nur wegen seines finanziellen Einsatzes hat sich Frank Linnig in herausragender Weise um den Verein verdient gemacht. Wir danken ihm deshalb in gleicher Weise auch für sein persönliches Engagement im Rahmen seines Amtes als Präsidiumsmitglied für Kommunikation. Er hat die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins mit hoher Kompetenz und einem erheblichen Zeitaufwand fortentwickelt und Projekte wie zuletzt die neue Sponsoring-Initiative ‚TuS and Friends‘ maßgeblich gestaltet. In dem Sinne dankt der Verein Frank Linnig – ganz sicher auch im Namen der Fans – für seine außerordentliche Unterstützung und bedauert seinen Entschluss. Wir wünschen ihm für seine Zukunft alles erdenklich Gute und sind sicher, dass er ‚seiner TuS‘ weiter gewogen bleibt.“ Über die mit dem Ausscheiden von Linnig insbesondere verbundenen organisatorischen Maßnahmen wird der Verein zeitnah informieren, kündigt Hecker an.
Pressemitteilung
TuS Koblenz
