Meckenheimer Schützen feierten ein großes Fest
Frank Strüder ist neuer Bürgerkönig
Meckenheim. Es hat eine große Tradition, das Meckenheimer Schützenfest. Über Jahrhunderte sorgten die Schützen für zahlreiche Höhepunkte im gesellschaftlichen Leben der Apfelstadt. Und was für manchen Beobachter ein wenig aus der Zeit gefallen scheint und irgendwie antiquiert wirkt, ist doch eine quicklebendige Angelegenheit, die alles ist, aber bestimmt nicht langweilig. Das sollte auch für das Schützenfest 2017 gelten. Das begann am Samstag mit der Kranzniederlegung an der Pfarrkirche und dem gemeinsamen Gang zum Schützenplatz.
Dort fand dann das Eröffnungsschießen statt, wofür es auch einen Eröffnungsorden gab. Das Besondere daran ist, dass nur drei Personen schießberechtigt waren: der Bürgermeister, der Pfarrer und der Präsident der Schützenbruderschaft. Wobei Bürgermeister Bert Spilles diesen Wettbewerb klar für sich entschied.
Bei den anschließenden Schießwettbewerben ging es zunächst um die Jugend sowie um den Bürgerkönig. Bei der Jugend konnte sich Carolin Honecker im Prinzenschießen durchsetzen. Die neue Jugendprinzessin wohnt erst seit zwei Jahren in Meckenheim. Sie stammt aus Alfter, ihre Eltern sind dort ebenfalls dem Schießsport verbunden.
Anschließend ging es um den neuen Bürgerkönig. Mit dem 324. Schuss gelang Frank Strüder der entscheidende Treffer auf den Rumpf. Das sorgte beim erfolgreichen Schützen für viel Begeisterung, denn er hatte bereits in den Vorjahren einige Anläufe genommen, um diesen Titel zu erringen. Spannend wurde es erwartungsgemäß beim Königsvogel. Den Kopf schoss zunächst Matthias Dreesen mit dem 45. Schuss. Mit dem 110. Schuss holte Matthias Eich den linken Flügel.
Erstmals reihte sich auch Pfarrer und Präses Dr. Reinhold Malcherek in die Reihen der erfolgreichen Schützen ein und holte mit dem 188. Schuss den rechten Flügel. Den Steiß schoss Rainer Kessler mit dem 235. Schuss, danach ging es auf den Rumpf. Sehr schnell stellte sich heraus, dass hier nicht alle mitschießen wollten. Nachdem hier nur noch Lars Willms und Michael Hilbig da waren, fehlte es an der notwendigen dritten Person.
Präsident Matthias Klemmer berief kurzfristig eine Mitgliederversammlung ein. Es wurde einstimmig und öffentlich beschlossen, dass die Sperren für ehemalige Majestäten aufgehoben sind. Diese besagt, dass nach dem Erreichen der Königswürde eine Frist von vier Jahren eingehalten werden muss, bis erneut auf den Rumpf des Königsvogels geschossen werden soll. Damit war Rainer Arenz ebenfalls startberechtigt. Jetzt waren drei ehemalige Könige am Start, die dieses Amt bereits jeweils zwei Mal innehatten. Der Sieger dieses Wettbewerbs würde nicht nur König, sondern nach den Statuten auch Schützenkaiser. Einer der drei wollte dies auch gern werden. Die beiden anderen Schützen versuchten alles, um den Rumpf nur an den Rändern zu treffen, um ihrem Schützenbruder den goldenen Schuss zu ermöglichen. Mit dem 362. Schuss holte Rainer Arenz - zu diesem Zeitpunkt völlig überraschend - den Rumpf von der Stange und war damit alter und neuer Schützenkönig.
Erste Gratulanten waren die unterlegenen Schützenbrüder, Pfarrer Dr. Reinhold Malcherek und die stellvertretende Bürgermeisterin Heidi Wiens. Gemeinsam mit dem Musikzug der Stadtsoldaten und mit Pechfackeln ging es zum Kirchplatz, wo Heidi Wiens dem neuen Bürgerkönig Frank Strüder die Amtskette überreichte.
Am Sonntag folgte eine Heilige Messe, wo auch die Krönung der neuen Majestäten stattfand. In seiner Predigt ging Dr. Reinhold Malcherek auf das Motto der Schützen „Glaube, Sitte, Heimat“ ein. Er verband dies mit dem Tagesevangelium und betonte, dass der Glaube nichts Sauertöpfisches innehabe, sondern ganz im Gegenteil Lebensfreude vermittele. Er betonte, dass der Glaube Halt gibt und führte wörtlich aus: „Bei schönem Wetter lässt sich sehr gut glauben, aber in schwierigen Situationen kommt die Frage: Wo bist du, Gott?“
Er führte aus, dass Gott in der Heiligen Messe unter den Menschen sei und Jesus die Mitte des Glaubens ist und mit den Menschen geht, daher sei Kirche und Messe keine Folklore. Er führte weiter aus, dass in der Messe die Kraft des Glaubens gespürt und dies daher auch gefeiert werden könne. Dies alles, so der Meckenheimer Pfarrer, spiegelt sich auch im Motto der Schützen „Glaube, Sitte, Heimat“ wider.
Anschließend wurden die neuen Majestäten vorgestellt und die Insignien gesegnet. Musikalisch wurde die Messe vom Musikzug der Stadtsoldaten begleitet, der die Deutsche Messe von Franz Schubert eingeübt hatte. Im Anschluss an die Messe ging es zum Frühschoppen ins Schützenhaus. Anschließend konnte Präsident Matthias Klemmer auch zahlreiche auswärtige Schützengesellschaften empfangen. Im großen Festzug ging es anschließend durch die Straßen der Apfelstadt, wo die neuen Majestäten mit viel Jubel begrüßt wurden.
STF
Bürgerkönig Frank Strüder wurde von Heidi Wiens gekrönt. Foto: Stefan Fassbender Pressebuero
Frisch gekrönt zeigte sich das neue Königspaar Rainer und Petra Arenz nach der Krönungsmesse. Foto: Stefan Fassbender Pressebuero
Stimmungsvoll mit Musik und Pechfackeln ging es auf dem Kirchplatz zu. Foto: Stefan Fassbender Pressebuero
Auf den Schultern wurde die neue Majestät Rainer Arenz getragen. Foto: Stefan Fassbender Pressebuero
