Universität Nancy auf Exkursion in den Vulkangebieten Westeifel und Osteifel - Laacher See
Französische Geologen auf den Spuren ihrer Vorgänger
Region. Eine Studentengruppe aus dem Fachbereich Geologie der Universität Nancy in Frankreich war zur Exkursion unter der Leitung von Prof. Emilie Thomassot in der Eifel. Nach Besuchen der Maare in der Westeifel und den Aufschlüssen Wingertsberg Mendig, Eppelsberg Nickenich und anderen Bims- und Lavagruben sowie der Gasblasen des Laacher Sees wurden die Studenten am Sonntagmorgen zum Besuch der Niedermendiger Mühlsteinbrüche von Klaus Schmidt erwartet. Klaus Schmidt als ehemals langjähriger Gründungsvorsitzender der Deutschen Vulkanologischen Gesellschaft (DVG) hatte die Studenten schon im vergangenen Jahr geführt.
Ein französischer Professor beschrieb die Niedermendiger Mühlsteinbrüche als Erster
Für die Geologen aus Frankreich war es wichtig, dass Prof. Faujas Saint Fond vom naturhistorischen Museum in Paris 1802 die erste Beschreibung der altberühmten Mühlsteinbrüche verfasst hatte, sich Goethe 1815 an der Diskussion, ob Basalt und Bims vulkanisch entstandene Gesteine wären, beteiligte und deshalb die Mendiger Gruben besuchte. Erst 1842 hatten die französischen Geologen Guettard und Desmarest den Vulkanismus, der seit der Römerzeit "vergessen" war, in der Auvergne an den kantigen Basaltsäulen wiederentdeckt.
Der Einstieg in den Bierkeller der Vulkanbrauerei über die 153-stufigen Treppe führte in das riesige gut ausgeleuchtete Kellergewölbe, das seit 1836 als Gär-und Lagerkeller genutzt wird. Der Ursprung des oberen Niedermendiger Lavastrom aus der unter dem Laacher See gelegenen 250.000 Jahre alten Magmakammer und der gewaltige Bimsausbruch vor 13.000 Jahren verdeutlichte die Erfordernis des untertägigen Abbaus der Mühlsteinlava.
Oft wurden Frauen zum Abtransport des Bims eingesetzt
Der Einsatz der Frauen, die auf einem spiralförmigen Weg fast 200 Schächte durch den Bims zur Mühlsteingruben anlegten, beeindruckte sehr, die alten, noch bis vor wenigen Jahrzehnten benutzten Werkzeuge und die Tätigkeit des Pflastersteinschlägers, wurden vorgestellt. Die Pflastersteine, auf allen Straßen und Plätzen verlegt, konnten niemals von den heutigen Betonsteinen in ihrer Qualität und Langlebigkeit übertroffen werden.
Eindrucksvoll waren die Steinhauermodellpuppen des Mendiger Künstlergenies Peter Mittler, der seine Werke auch im Centre Pompidou in Paris ausgestellt hat.
Ungläubig lachend zeigten sich die weiblichen Studenten, als sie erfuhren, dass dringend Frauen heutzutage zum Schutträumen gesucht würden. Sie müssten nicht bei ihrer Arbeit singen wie damals die Mannefrauen, so wurden die korbtragenden Frauen, die den Bims aus den Schächten abtransportierten, genannt.
Beim Rundgang durch die alten Brauereianlagen erfuhren die Gäste, dass die Temperatur von sieben Grand Celsius durch die offenen Schächte mittels Schornsteinwirkung erzeugt und als ideale Gärtemperatur für die Niedermendiger Pilsbiere genutzt wurde. Der weitere Weg der Studenten führte von den Gärbottichen zum großen Tanklager, wo damals die berühmten Lagerbiere produziert wurden. Nach dem Wiederaufstieg wurde ein Wiederkommen im nächsten Jahr fest verabredet.
