Allgemeine Berichte | 14.12.2016

Verein Zehnthaus e.V. Swisttal-Odendorf/Essig

Frauen des Mittelalters kamen zu Wort

Dr. Maria Burger erinnerte an herausragende Persönlichkeiten

Dr. Maria Burger veranschaulichte ihren Vortrag durch zahlreiche bildliche Darstellungen.privat

Swisttal-Odendorf. Zum Abschluss des diesjährigen Kulturprogramms des Vereins Zehnthaus hielt die 1. Vorsitzende, Dr. Maria Burger, einen Vortrag zum Thema „Wissensräume für Frauen im Mittelalter“. Eine Reise vom fünften bis zum 14. Jahrhundert kreuz und quer durch Europa versprach sie den zahlreichen Gästen im Zehnthaus. Dabei sollte gezeigt werden, dass Frauen in der von Männern dominierten mittelalterlichen Gesellschaft mitunter gute Möglichkeiten zum Wissenserwerb hatten, dass sie aber historisch zumeist weniger wahrgenommen werden. Gleich zu Beginn wurde eine in der wissenschaftlichen Deutung sehr umstrittene Gestalt, die legendäre Ärztin Trotula aus Salerno, vorgestellt. An diesem Beispiel aus der Medizingeschichte wurde sehr deutlich, zu welchen unterschiedlichen Ergebnissen die Interpretation spärlicher Quellenbefunde führen kann. Der Blick auf Frauen kann auch dadurch verstellt sein, dass sie im Schatten der Männer blieben, mit denen sie zusammen arbeiteten. Dies gilt für Scholastika, die Schwester des Mönchsvaters Benedikt; sie war Mitarbeiterin und Beraterin ihres Bruders. Auch der berühmte Missionar Winfrid Bonifatius hatte Frauen an seiner Seite, z.B. Lioba, Thekla und Walburga. Sie hatten den Mut, ihre Heimat Südengland zu verlassen, um sich in Franken der Mission und Ausbildung von Frauen und Mädchen zu widmen. Diese Tätigkeit setzte eine gründliche Bildung in Theologie, Recht und Verwaltung voraus, die die Frauen zuvor im Benediktinerinnenkloster erhalten hatten. Die berühmte Visionärin Hildegard von Bingen durfte natürlich nicht fehlen. In kurzen Passagen aus ihren Texten wurde ihr Denken vorgestellt. Weiter führte die Reise ins Kloster Helfta, das im Hochmittelalter ein spirituelles Zentrum für Frauen war. Gertrud die Große wurde als bildungshungrige junge Frau porträtiert, die sich im Laufe ihres Lebens auf wichtige Fragen der christlichen Lebensführung konzentrierte. Auch über Mechthild von Magdeburg war an diesem Ort zu sprechen, hatte die Begine sich doch an ihrem Lebensende nach Helfta zurückgezogen. Das tragische Schicksal der Marguerite Porete, die in Paris als Ketzerin verbrannt worden war, beendete die beispielhafte Übersicht. Bevor der 2. Vorsitzende, Dr. Joachim Göbbels, die Zuhörer entließ, gab es noch eine angeregte Diskussion.

Frauen des Mittelalters kamen zu Wort

Dr. Maria Burger veranschaulichte ihren Vortrag durch zahlreiche bildliche Darstellungen.Fotos: privat

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  • Rita Butz: Sehr schön verfasster Bericht , sehr zutreffend und diese beiden " Helden " üben eine Vorbildfunktion für unsere Gemeinde aus !! L. G. verbunden mit meiner höchsten Wertschätzung!!

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