Kaiser Ruprecht Bruderschaft lädt zum Vortrag ein
Freie Domsicht für freie Bürger
Am 22. März
Lahnstein. Zu einem Vortrag ganz besonderer Güte lädt die Kaiser Ruprecht Bruderschaft zu Rhens, ihre Mitglieder und die Öffentlichkeit ein. Am Donnerstag, 22. März, referiert Dr. Carolin Wirtz aus Bonn um 18 Uhr im Hotel zum Weißen Schwan in Braubach über die Freistellung des Kölner Doms im 19. Jahrhundert und die daraus bis heute erwachsenden Folgen.
Näherte man sich früher, dass heißt bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts, von der Innenstadt aus dem Kölner Dom, dann musste man feststellen, dass der bedeutende, aber noch unfertige Sakralbau nicht etwa frei emporragte, sondern von zahlreichen kleineren Gebäuden eng umschlossen wurde.
Bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann man mit dem Abbruch von Gebäuden in der unmittelbaren Domumgebung, deren Ausmaß im Zuge der Domvollendung noch deutlich gesteigert wurde.
Dennoch reichte auch bei dessen Fertigstellung 1880 die gewachsene, von engen Gassen und Plätzen durchzogene Bebauung teilweise noch dicht an den monumentalen Kirchenbau heran.
Um ein repräsentatives Umfeld gestalten zu können, wurden in drei Phasen zwischen 1882 und 1902 die verbliebenen Altbauten der Domumgebung niedergelegt und an ihrer Stelle großzügige Platzanlagen errichtet. An dieser „Freilegung“ der Kathedrale kam dem Zentral-Dombau-Verein Köln als Initiator und Finanzier der Kosten in Höhe von rund fünf Millionen Goldmark eine ganz wesentliche Rolle zu.
Die bekannte Bonner Historikerin wird diese Vorgänge mit zahlreichem Bildmaterial ausführlich schildern und vor allem erörtern, welche Folgen dies bis heute hat.
Nach damals zwischen Stadt und Verein geschlossenen, bis heute gültigen Verträgen durften und dürfen nämlich keine Neubauten in unmittelbarer Nähe des Doms errichtet werden. Dies gilt pikanterweise auch für das Römisch-Germanische Museum und das Museum Ludwig, die also „Schwarzbauten“ sind.
Die Veranstaltung ist öffentlich, Gäste sind herzlich willkommen. Weitere Informationen finden sich auf der Internetseite der Bruderschaft (www.kaiser-ruprecht-bruderschaft.de) oder sind beim Kanzler der Bruderschaft (Telefon: (0 26 21) 69 68 69 5, e-mail: ALThon@web.de) zu erhalten.
