Taugesausflug des Frauentreffs Meckenheim e.V.
Freilichtmuseum besichtigt
Meckenheim/Kommern. Der diesjährige Tagesausflug führte 20 Frauen des Frauentreffs Meckenheim e.V. ins Freilichtmusum nach Kommern. Nachdem es anfänglich bedeckt war, kam pünktlich zur Führung mit Schwerpunktthema „Altes Handwerk“ die Sonne hervor und erfreute alle mit ihrer Wärme und Helligkeit. In der ersten Baugruppe Westerwald/Mittelrhein erfuhren die Frauen, dass das Handwerk nicht als individueller Beruf ausgeübt wurde, sondern der Allgemeinheit diente. So brauchte jedes Dorf einen Schmied, der die Pferde beschlug und mit dem Wagner zusammenarbeitete, der Wagenräder herstellte. Zu jedem Haus gehörte ein Garten, der die Familie mit Gemüse und Kräutern versorgte. Dafür waren die Frauen zuständig, ebenso wie für Zubereitung und Haltbarmachung der Speisen und die Herstellung der Kleidung aus Wolle, Flachs und Leinen. Die Brote wurden selbst geknetet und dann im Backhaus gebacken, das Tag und Nacht in Betrieb war. Über dem Backkeller war das Schulhaus, das auf diese Weise immer gut geheizt war. In der Baugruppe Eifel/ Eifeler Vorland bestaunten die Frauen das alte Handwerk des Mausefallenherstellens. Diese Handwerkskunst wurde aus Ungarn „importiert“ und verhalf armen Hausierern zu einem kleinen Einkommen. Man passierte einen Eckhof, eine kleine Kapelle und sah dann in einem Vierkanthof eine Maschine, die dazu diente, die Spreu vom Weizen zu trennen. Diese Maschine wurde von Kindern bedient. Es war üblich, dass Kinder auf den Höfen mithelfen mussten, denn jede Hand wurde gebraucht. Damit die Kinder dazu in der Lage waren, gab es auch extra kleine Wagen, die sie selbst beladen konnten. Sehr gut gefiel den Frauen auch die wasserbetriebene Sägemühle. Hier wurde das Holz zersägt, aus dem dann die Häuser gebaut wurden. Dann ging es zu einer ganz besonders interessanten hochgebauten Scheune, die von einem Wassergraben umgeben war. Sie wurde am Ende des 30-jährigen Krieges gebaut, als marodierende Soldaten plündernd durchs Land zogen. Damals war der Graben breiter und drei Meter tief, sodass man ihn nur per Boot überqueren konnte.
Aus der Baugruppe Niederrhein wurden die Kappenwindmühle (das Dach war drehbar, um die Flügel richtig zum Wind zu stellen) und die Bockwindmühle (das ganze Mühlenhaus wurde gedreht) vorgestellt. Nach einem draußen eingenommenen Mittagessen streiften die Frauen die kleinen Gruppen durch die Ausstellung „Wir Rheinländer“, die Sonderausstellung „Von Puppn, Bären und Elefanten“ und sahen sich den Bungalow und das Fertighaus von Quelle an.
Nachdem noch Kleinigkeiten im Museumsladen gekauft waren, ging es fröhlich wieder nach Meckenheim. Alle waren sich einig: auch wenn man schon mal im Museum war, ein Besuch dort lohnt sich immer, denn jedes Mal kann man etwas Neues entdecken!
