Der Vater der Genossenschaften und seine christlichen Wurzeln
Friedrich Wilhelm Raiffeisen
Gespräche „über Gott und die Welt“ am Donnerstag, 28. Juni
Adenau. In den Gesprächen „Über Gott und die Welt“ geht es am Donnerstag, 28. Juni um Friedrich Wilhelm Raiffeisen, der vor 200 Jahren in Hamm geboren wurde. Seine Mutter, die als Witwe mit neun Kindern durch ihren Glauben an Gott ihr Schicksal trug, sowie sein Patenonkel – ein reformierter Pfarrer – und sein Großvater – ein Pastor – legten seine christlichen Wurzeln. Da das Geld für ein Studium fehlte, schlug er zunächst die Offizierslaufbahn ein, wechselte aus gesundheitlichen Gründen in die zivile preußische Verwaltung, wurde später Bürgermeister, baute Schulen und Straßen. Eine dieser Straßen, die zum Teil mit der heutigen B256 identisch ist, wird seit 1984 „Historische Raiffeisenstraße“ genannt. Während einer Hungersnot handelte er als junger Bürgermeister eigenmächtig und gab die dringend benötigten Nahrungsmittel gegen Schuldschein heraus. Er gründete einen Hilfsverein, in dem die etwas wohlhabenderen Mitbürger ihre geringen Ersparnisse einbrachten. So konnte er das Getreide bezahlen, ein Gemeindebackhaus bauen, Saatkartoffeln finanzieren und die Ärmeren konnten mit den Verkaufserlösen ihre Schulden zurückzahlen. Daraus gründete sich auf Betreiben von Raiffeisen am 1. Dezember 1848 der Flammersfelder Hilfsverein zur Unterstützung unbemittelter Landwirte, den Raiffeisen später als Gründungsdatum des Genossenschaftsgedankens bezeichnete. Pfarrer Holger Banse lädt zu einem Vortrag mit anschließenden Gesprächen über Friedrich Wilhelm Raiffeisen am 28. Juni um 19:30 Uhr in den Gemeindesaal der Evangelischen Kirche in Adenau, Dr.-Creutz-Platz 5, ein. Dann erfahren Interessierte mehr über diesen Menschen, dessen Wirkungskreis sich in dieser Region befand und dessen durch Nächstenliebe getriebenen Handlungen bis heute nachwirken.
