Krippenfeier der Heimatvereins Rheinbreitbach
Früherer Pferdestall wurde zu Bethlehem
Im Museum für Alltagsgeschichte stimmten die Heimatfreunde auf Weihnachten ein
Rheinbreitbach. „O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit“, stimmten die Besucher des Rheinbreitbacher Heimatmuseums am dritten Adventssonntag im ehemaligen Pferdestall des früheren Winzerhofs das bekannte Weihnachtslied an. Den Grund für die Freude hatten sie dabei direkt vor Augen, war in dem Stall doch wieder die – wahrscheinlich Mitte der 20er-Jahre von Pfarrer Alfred Ermert erworbene – Krippe von St. Maria Magdalena aufgebaut worden. Vor sieben Jahren hatte der damalige Vorsitzende Bernd Hamacher die schönen Figuren für den Heimatverein gekauft, die nach dem Erweiterungsbau der Pfarrkirche Mitte der 60er-Jahre lange in Vergessenheit geraten waren.
„Früher ist der Hochaltar ab dem heiligen Abend in einen riesigen Felsen umgebaut worden, an den sich der Stall mit der heiligen Familie angelehnt hat, während sich die Hirten laut unserem Ehrenvorsitzenden Franz Josef Federhen nach der Verkündigung über die mit dickem Moos ausgelegten Altartstufen dem Christuskind genähert haben“, erinnerte sich der Vorsitzende Dankward Heinrich. Zur siebten Krippenfeier des Vereins waren die Ärmsten der Armen schon zusammen mit den Heiligen Drei Königen am Stall angekommen, um das Christuskind anzubeten.
Über der Krippe schwebte der große Stern, der den Weisen verkündet hatte, dass in Bethlehem „ein Ros‘ aus einer Wurzel zart“ entsprungen sei. Und „wie uns die Alten sungen“, ließen auch die Heimatfreunde unter anderem das ursprünglich wohl zweistrophige kirchliche Weihnachtslied aus dem 16. Jahrhundert erklingen, bevor sie in den Blauen Salon umzogen, in dem sich längst der verführerische Duft von Glühwein breitgemacht hatte. „Das ist der letzte, den uns unser Museumsgärtner Philipp Messingfeld im Empfangsraum gebraut hat, da er 2019, wenn auch nur beruflich, in die Bundeshauptstadt umzieht. Von Berlin aus wird er sich auch nicht mehr um unseren Bauerngarten kümmern können, sodass wir die Gärtnerei wahrscheinlich an ein Team delegieren werden“, berichtete Dankward Heinrich, bevor auch er sich mit Vanillekipferln und Lebkuchen, Printen und Christstollen in vorweihnachtliche Stimmung versetzten ließ. DL
Bernd Hamacher rettete die Krippenfiguren, die zuvor viele Jahre in Vergessenheit geraten waren.
