Allgemeine Berichte | 24.03.2026

Tierschutzbund: Bundesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen gefordert

Frühjahr bringt Katzenleid: Kittenflut und stilles Sterben

Krankes Straßenkätzchen, das in einem Tierheim versorgt wird.

Region. Der Deutsche Tierschutzbund befürchtet eine Flut sogenannter „Frühjahrskätzchen“, die in den kommenden Wochen viele Tierheime an ihre Belastungsgrenzen bringen könnte. Gleichzeitig sterben unzählige Kitten von Straßenkatzen unbemerkt und im Verborgenen. Der Verband fordert daher erneut mit Nachdruck eine bundesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen.

„Wir müssen davon ausgehen, dass auch in diesem Jahr unzählige Straßenkitten qualvoll sterben werden“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Da alle Straßenkatzen ursprünglich von unkastrierten Freigängerkatzen aus Privathaushalten abstammen, ist eine bundesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen dringend notwendig, um das Leid der Millionen Straßenkatzen zu verringern und die Überlastung der Tierheime zu verhindern. „Solange die Bundesregierung nicht handelt, werden Leid und Tod weitergehen“, kritisiert Schröder.

Unzählige Straßenkitten sterben früh

Kitten, die auf der Straße geboren werden, sind massiv gefährdet: 99 Prozent der Jungtiere sind krank, 69 Prozent sogar schwer erkrankt. „Viele leiden unter Infektionskrankheiten wie Katzenschnupfen, Unterernährung oder Parasitenbefall“, erklärt Dr. Dalia Zohni, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. Ohne adäquate Versorgung haben die meisten dieser Tiere kaum eine Überlebenschance. Während die politisch Verantwortlichen untätig bleiben, tragen Tierheime und Tierschutzvereine die Hauptlast: Sie kümmern sich um Straßenkatzen, aber auch um ungewollte Kitten, die von ihren Haltern ausgesetzt oder abgegeben werden.

Blumenaktion für mehr Aufmerksamkeit

Um auf das Schicksal der Straßenkatzen aufmerksam zu machen, startet der Deutsche Tierschutzbund zum Frühjahr eine besondere Mitmachaktion: Ein Samenpapier in Form eines Straßenkätzchens kann kostenfrei bestellt und eingepflanzt werden. Daraus wächst eine Vergissmeinnicht-Blume – als Symbol für Straßenkatzen, die nicht vergessen werden dürfen. Wer ein Foto davon unter dem Hashtag #VergissStrassenkatzenNicht teilt, hilft, Aufmerksamkeit zu schaffen und setzt ein Zeichen für Mitgefühl. Weitere Informationen zur Aktion finden sich auf der Website der Kampagne „Jedes Katzenleben zählt“: www.jetzt-katzen-helfen.de/blumenaktion

Pressemitteilung Deutscher Tierschutzbund e.V.

Krankes Straßenkätzchen, das in einem Tierheim versorgt wird. Foto: Tierheim Marburg

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