Frauentreff Meckenheim e. V. besuchte den jüdischen Friedhof in Meckenheim
Führung durch das „Haus des ewigen Lebens“
Meckenheim. Die Stadtarchivarin Ingrid Sönnert führte 14 Damen des Frauentreffs Meckenheim über den jüdischen Friedhof in Meckenheim, der sich in der Dechant-Kreiten-Straße, Ecke Am Stephansberg befindet. Dabei erfuhren die Frauen viel über die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Meckenheim.
1598 wurde bereits eine jüdische Gemeinde in Meckenheim erwähnt. Um 1808/09 umfasste sie bereits 51 Mitglieder, 1888 150 Mitglieder, 1932 gehörten ihr nur noch 85 Mitglieder an. Die Juden in Meckenheim waren nicht wohlhabend. Sie durften weder Bauern sein, noch ein Handwerk ausüben. Stattdessen verdienten sie ihren Unterhalt durch Vieh-, Milch-, Pferde- und Getreidehandel sowie Geldverleih. 1870 wurde mit dem Bau einer Synagoge begonnen, 1883 wurde ein jüdisches Schulhaus gebaut.
Der jüdische Friedhof in Meckenheim existiert seit 1711 und gehört zu den ältesten seiner Art im Rhein-Sieg-Kreis. Nach jüdischem Selbstverständnis ist der Friedhof ein „Haus des ewigen Lebens“. Die noch erkennbaren Grabstätten sind alle gen Osten, nach Jerusalem ausgerichtet. Moosflechten und Efeu überziehen die Grabsteine. Blumenschmuck fehlt völlig. Heute sind 53 Grabstätten (Mazewort) identifiziert. Bei 23 Grabsteinen wurde die Inschrift abgeschliffen. Sie bestand meist aus sechs hebräischen Textzeilen. Heute gibt es nur noch 29 Grabsteine. Sie haben meist eine gedrungene, runde Form, aber es gibt noch die Reste von zwei Steelen. Die Stadt Meckenheim verkaufte 1942 viele Grabsteine und Grabeinfassungen an einen Steinmetz. 1940 fand das letzte Begräbnis statt. 1947 wurde ein Gedenkstein von der Gemeinde Meckenheim errichtet mit folgender Inschrift: „Frieden der jüdischen Gemeinde Meckenheim. Zum Gedenken unserer Toten aus der Zeit von 1933 – 1945.“ 1986 ging eine Einladung an die Überlebenden aus Meckenheim. Menschen aus aller Welt kamen nach Meckenheim und besuchten den jüdischen Friedhof. Heute gehört der jüdische Friedhof zum Eigentum der jüdischen Gemeinde NRW. Manfred Weil und seine Frau Alisa waren die letzten Juden in Meckenheim.
Ingrid Sönnert und ihr Rheinbacher Kollege Dietmar Pertz haben gemeinsam eine Dokumentation über die Juden in Meckenheim und Rheinbach verfasst. Der Titel lautet: „Ihre Namen werden bleiben“.
Nach diesem hochinteressanten Vortrag fand noch ein Nachgespräch in einem Meckenheimer Café statt.
Der jüdische Friedhof in Meckenheim existiert seit 1711 und gehört zu den ältesten seiner Art im Rhein-Sieg-Kreis.
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