Informationsveranstaltung der Notinsel in Rheinbreitbach voller Erfolg
Für Probleme und Gefahren von hilfesuchenden Kindern sensibilisiert
Rheinbreitbach. Als Ende April der Ortsgemeinderat auf Anregung der Initiative Rheinbreitbach 2030 beschloss, das bundesweite Kinderschutzprojekt „Notinsel“ der Stiftung Hänsel und Gretel in die Gemeinde zu holen, löste dies bei der Bevölkerung große Zustimmung aus. Gleichzeitig tauchte aber auch eine gewisse Skepsis gegenüber dem Netzwerk aus Geschäften und sozialen Einrichtungen auf, in welchem die Kinder bei Problemen und schwierigen Situationen Hilfe finden können. Die Grundfrage war, ob in Rheinbreitbach ein solches Kinderschutzprojekt überhaupt gebraucht wird. „Hilfe ist doch selbstverständlich!“, so die Aussage von manchem Skeptiker. Mit dieser Kernaussage startete das Organisationsteam der Notinsel Rheinbreitbach vertreten durch Frau Dung (Kindertagesstätte Sankt Maria Magdalena), Frau Stolle (Kindertagesstätte Sonnenschein), Frau Schon Ohnesorge (Grundschule Rheinbreitbach), Frau Ahrends (2. Beigeordnete Gemeinde Rheinbreitbach) und Herr Napp (Rheinbreitbach 2030) nun in der Villa von Sayn eine Informationsveranstaltung zur Notinsel in Rheinbreitbach. Unterstützung erhielten sie dabei von der Gewaltpräventionsstelle des Polizeipräsidiums Koblenz von Gabriele Theis, dem zuständigen Jugendsachbearbeiter der Polizeiinspektion Linz am Rhein, Herr Dolezich und dem ersten Polizeihauptkommissar Herr Doll. Unter Anwesenheit des Ortsbürgermeisters von Rheinbreitbach Roland Thelen erläuterten die Initiatoren des Projektes, dass Hilfe nicht immer selbstverständlich sei. Dies zeige sich auch an einer örtlichen Szene, die sich Anfang August in der Hauptstraße abgespielt habe. Dort humpelte von Passanten und Autofahrern unbemerkt ein Kind auf und ab. Erst als eine ältere Passantin die Straße hinunterkam und das Kind ansprach, warum es humpele, sagte dieses, dass es in eine Wespe getreten sei und nun nicht wisse, was es tun solle und wohin es gehen könne. Die hilfsbereite Passantin nahm sich daraufhin des Kindes an.
Für die Initiatoren der Notinsel in Rheinbreitbach ist die Zivilcourage der Passantin gegenüber dem hilfesuchenden Kind auf der einen Seite beruhigend. Auf der anderen Seite ist es jedoch erschreckend, dass das humpelnde Kind nicht bemerkt wurde. Eine Ursache liegt nach Ansicht der Initiatoren des Notinselprojektes hierbei in dem mangelnden Bewusstsein der Gesellschaft für die Probleme und Bedürfnisse von Kindern.
Probleme von Kindern ernst nehmen
Frau Theis erklärte in ihrem darauffolgenden Beitrag dazu, dass das Notinselprojekt der Stiftung Hänsel und Gretel hierzu einen entscheidenden Beitrag liefern könne. In Koblenz wird durch ein ähnliches Projekt mit dem Namen „Schängel in Sicherheit“ die Bevölkerung für die Probleme von Kindern seit Jahren sensibilisiert. Im letzten Jahr erhielt die Aktion durch die Gestaltung eines eigenen Hausaufgabenheftes, welches kostenlos an den Koblenzer Grundschulen verteilt wird, den rheinland-pfälzischen Landespräventionspreis 2017. An die anwesenden Bürger und die teilnehmenden Ladeninhaber des Notinselprojektes appellierte Frau Theis, dass es wichtig sei, die Probleme der Kinder ernst zu nehmen und diese nicht einfach zu ignorieren. Niemand brauche Angst zu haben, etwas falsch zu machen. Hilfe zu leisten kann nur richtig sein.
Auf den gesunden Menschen- verstand verlassen
Der Jugendsachbearbeiter Herr Dolezich und der erste Polizeihauptkommissar Herr Doll von der Polizeiinspektion Linz am Rhein fügten hinzu, dass sich jeder hierbei getrost auf den eigenen gesunden Menschenverstand und das Bauchgefühl verlassen kann. Wenn ein Kind mit einem aufgeschlagenen Knie in das Ladengeschäft komme, bedürfe es nicht eines Anrufes bei der Polizei. Wenn hingegen einem das Verhalten oder die körperliche Verfassung eines hilfesuchenden Kindes komisch vorkomme, gelte hier ruhig der Leitsatz: Lieber einmal zu viel die Polizei anrufen, als einmal zu wenig. Die Polizei steht den Bürgern jederzeit mit Rat und Tat zur Seite. Abschließend wiesen die beiden Polizeibeamten auch daraufhin, dass das Notinselnetzwerk nicht von der Pflicht zur (Unfall-)Hilfe entbinde. Projekte wie das Kinderschutzprojekt Notinsel der Stiftung Hänsel und Gretel dienen hier auch als bewusstseinsfördernde Maßnahmen.
Aktuell beteiligen sich an dem Notinselprojekt in Rheinbreitbach ehrenamtlich 14 Ladengeschäfte und soziale Einrichtungen. Unterstützt wurde das Projekt finanziell vom Bluhm Fonds, der AWO Unkel, der Sparkasse Neuwied, der Volksbank Rheinbreitbach und der Familie Lautenschläger.
