Große Feier auf dem Marktplatz und geführte Wanderungen
Fusion 1966: Straßenhaus feierte „Goldhochzeit“
Gemeinde-Ehe von Niederhonnefeld-Ellingen und Jahrsfeld hält schon seit 50 erfolgreichen Jahren
Straßenhaus. „Eine gute Ehe beruht auf dem Talent zur Freundschaft“, mit diesen vom Philosophen Friedrich Nietzsche entliehenen Worten begann Ortsbürgermeisterin Birgit Haas ihre Jubiläumsansprache auf das fünfzigjährige Bestehen der Ortsgemeinde Straßenhaus, einem Zusammenschluss der Gemeinden Niederhonnefeld-Ellingen und Jahrsfeld. Denn daran ließ die Chefin dieses Brautpaars keinen Zweifel: Diese Ehe ist eine gute! Einige hundert Teilnehmer der Jubiläumsfeier unterstrichen dies mit ihrer Anwesenheit und ihrem Applaus nach der Rede der Ortsbürgermeisterin.
Auch Landrat Rainer Kaul war gekommen, Verbandsgemeinde-Bürgermeister Hans-Werner Breithausen, der Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel und viele Vertreter örtlicher Firmen und Institutionen. Die Partnerstadt Ellingen in Bayern hatte eine Abordnung geschickt.
Fünfzig Jahre glückliche „Ehe“
Birgit Haas ließ die Geschichte der fünfzig Jahre glücklichen „Ehe“ Revue passieren: 1996 hatten die beiden Gemeinderäte von Niederhonnefeld-Ellingen und Jahrsfeld die Auflösung ihrer Gemeinden und den Zusammenschluss mit der jeweils anderen beschlossen. Als neuer Name wurde „Straßenhaus“ festgelegt, als Ortsteilnamen blieben Niederhonnefeld-Ellingen und Jahrsfeld erhalten. Landrat Rainer Kaul stellte später in seiner Rede den Zusammenhang zum „Haus an der Straße“ her, der Gaststätte Reinhard, einer früheren Zollstation an der historischen Raiffeisenstraße. Dieser kleine Ortsteil hatte sich Mitte der sechziger Jahre, so beschrieb es Birgit Haas, zum wirtschaftlichen Mittelpunkt der beiden Ortsgemeinden Niederhonnefeld-Ellingen und Jahrsfeld entwickelt. Diese Tatsache teilte die Amtsverwaltung Rengsdorf dem Landratsamt in Neuwied in einem Schreiben am 19. Oktober 1965 mit. Fast alle namhaften Gewerbebetriebe hatten zu dem Zeitpunkt schon ihren Sitz in Straßenhaus, ebenso die Poststelle, ein Zahnarzt, ein Tierarzt und ein praktischer Arzt. Auch zwei Bankfilialen konnte Straßenhaus schon vorweisen. Zwischen den Zusammenschluss-Gemeinden gab es schon Gemeinsamkeiten: einen Schulverband und eine gemeinsame Wasserversorgung. Dazu hatte später VG-Bürgermeister Hans-Werner Breithausen eine Anekdote zu erzählen: „Als 1976 die Wasserversorgung zentral von Rengsdorf übernommen werden sollte, rief mich ein besorgter Bürger an, der schon eine Verschlechterung der Wasserqualität in dem zuvor sich selbst versorgenden Niederhonnefeld bemerkt hatte. Der sagte: Et hätt en komije Geschmack un is ni mi su klar un frisch bi früher!“ Breithausen antwortete dem Mann: „Wir haben die Versorgung noch gar nicht umgestellt! Darauf hin erwiderte der Bürger, er wolle die Sache noch einmal überprüfen.“
Viele Wochen ehrenamtliches Engagement für die Feier
Für die Vorbereitung der 50-Jahr-Feier hatte sich ein Arbeitskreis gebildet und viele Wochen lang ehrenamtlich getroffen. Birgit Haas bedankte sich bei allen Helferinnen und Helfern, auch bei den Oberhonnefelder Burschen, die die Bewirtung übernommen hatten.
Hans-Werner Breithausen sagte, der Erfolg des Zusammenschlusses in Straßenhaus mache ihm Mut für die Fusion mit der Verbandsgemeinde Waldbreitbach. Als vorbildlich nannte er die Ansiedlung der evangelischen Sozialstation 1981 in Straßenhaus und das Sportangebot mit Kunstrasenplatz, Tennisanlage, Turnhalle und demnächst renoviertem Club- und Gemeinschaftshaus. Breithausen: „In Straßenhaus lässt es sich gut leben! Und die Marke der 2.000 Einwohner werden Sie auch bald wieder überschritten haben.“ Landrat Rainer Kaul bezeichnete den Jahrsfelder Markt als identitätsstiftend für die Zusammenschluss-Gemeinden. Zusammen mit Bürgermeister Breithausen schenkte er der Ortsbürgermeisterin - und damit dem Ort - eine drei Meter hohe Eiche, die demnächst in dem Park gepflanzt werden soll. Die Kinder von Grundschule und Kindertagesstätte gratulierten der Gemeinde mit Liedern, ebenso wie der Projektchor der Chorgemeinschaft Straßenhaus. Nachmittags wurde Kinderbelustigung angeboten mit dem Zauberkünstler Christoph Heiner Zopp und Kinderschminken. Zum Abschluss der Feier und zum Saisonabschluss der Verbandsgemeinde Rengsdorf traten die Blocker Musikanten auf. Zwischen den Bäumen im Park hatten die Veranstalter großformatige Wände aufgebaut, auf denen viele Fotos Details der Historie von Straßenhaus der vergangenen 50 Jahre zeigten. Bei einer großen Tombola wurden 50 attraktive Preise verlost, unter anderem eine Reise.
Der Großteil der Festgäste machte sich nach der Begrüßung und den Reden auf den Weg zu den drei Wanderungen, die an diesem Tag angeboten wurden: Geführte Erlebniswanderungen für Groß und Klein durch die Gemarkungen Jahrsfeld (verbunden mit einer Waldrallye), Niederhonnefeld (Schnitzeljagd)und Ellingen (Geo-Caching).
Die Kinder von Grundschule und Kindertagesstätte gratulierten singend.
Bürgermeister Breithausen und Landrat Kaul schenkten Straßenhaus eine drei Meter hohe Eiche. Weil die zum Tragen zu schwer ist, überreichten sie der Ortsbürgermeisterin einen Symbol-Baum.
In der Open-Air-Fotoausstellung im Park entdeckten die Besucher viele Motive mit Ereignissen aus fünf Jahrzehnten.
Im Park am Gemeindeplatz hatte sich eine große Schar von Gästen und Teilnehmern der Jubiläumsfeier eingefunden.
