Allgemeine Berichte | 29.05.2019, 09:31 Uhr

Ein gelungenes Jubiläumsfest des Vereins „Leben mit Autismus Bonn/Rhein-Sieg/Eifel“

Gänsehaut pur mit „Alphaville“ und „Courage“

Vereinsmitglieder feierten mit Marian Gold seinen 65. Geburtstag.Fotos: BV
1009

Region. Seit Jahrzehnten hat „Alphaville“ im Musikgeschäft einen festen Platz ganz vorne in der ersten Reihe. Nun stand Frontman und Bandchef Marian Gold im Rahmen seiner „Forever Young Tour 2019“ gemeinsam mit seiner Band „Alphaville“ in Rheinbach auf der Bühne, um ein Benefizkonzert für den Verein „Leben mit Autismus Bonn/Rhein-Sieg/Eifel“ zu geben. Judith Braun, die Mutter von Marians Sohn Marlon ist Mitbegründerin des Vereins, der im Rahmen eines großen Festes in Rheinbach sein zehnjähriges Jubiläum feierte und den Jungen betreut. Höhepunkt des Jubiläums war in jedem Fall das Konzert mit „Alphaville“ und der gemeinsame Auftritt mit der Band „Courage“, in der Marlon spielt. Gänsehaut pur war demnach vorprogrammiert, als die beiden Bands den großen Hit „Big in Japan“ anstimmten. Überhaupt war der Abend geprägt von Emotionen und Erinnerungen, denn wer kennt sie nicht die Lieder wie „Sounds like a Melody“ oder „Forever Young“.

„BLICK aktuell“ konnte „Alphaville“-Frontmann Marian Gold einige Frage stellen.

„BLICK aktuell“: Ihr Sohn spielt ja auch in einer Band und es ist das erste Mal, dass sie mit Ihrem Sohn gemeinsam auf der Bühne stehen werden. Sind Sie aufgeregt, oder was für ein Gefühl ist das?

Marian Gold: Ich bin einfach nur stolz. Marlon spielt in der Band „Courage“ und diese Band ist ja auch so ein bisschen das Aushängeschild des Vereins „Leben mit Autismus Bonn/Rhein-Sieg/Eifel“. Da stehen elf junge Menschen auf der Bühne und musizieren gemeinsam unter der Leitung von Udo Seehausen, der das unglaublich toll macht. Ich war auch schon einmal bei einer solchen Unterrichtsstunde dabei und muss sagen, ganz schön beeindruckend wie das so abläuft. Ich freue mich total auf heute Abend, weil es einfach etwas ganz Besonderes ist.

Autismus ist für viele Menschen ein Tabuthema und viele Menschen stehen dieser Behinderung skeptisch und scheu gegenüber. Möchten Sie mit diesem Konzert auf diese Krankheit aufmerksam machen?

Ich nehme das bei meinem Sohn nicht als Krankheit war, es ist ein Teil von ihm. Dass Menschen damit nicht umgehen können, da kann ich mich mit einschließen. Das ist ein Prozess und eine ganz normale Situation, man muss sich halt darauf einlassen und dann versteht man vielleicht so nach und nach ein bisschen davon. Marlon ist für mich bis heute noch in vielen Punkten ein totales Rätsel, aber das ist halt ein ständiger Lernprozess. Es ist gut, dass wir so auf den Verein aufmerksam machen können.

Für Sie ist das Wochenende ja nicht nur wegen dieser Veranstaltung ein ganz besonderes, Sie werden ja auch 65 Jahre alt.

Ja das stimmt und mein Geburtstag fällt ja auch zusammen mit der Europawahl; also drei ganz besondere Ereignisse an diesem Wochenende. Europa hat uns ja immerhin 70 Jahre Frieden geschenkt. Vor 40 Jahren hätte ich mir nicht erträumt, dass ich in dieser Funktion als Sänger, Komponist und Künstler noch tätig bin. Ich fühle mich gesegnet dadurch, dass ich das immer noch machen kann.

Wie gehen Sie mit dem Älterwerden um?

Ich ignoriere das Älterwerden einfach. Ich weiß einfach nicht, was man daran gut finden kann. Du bist auf der anderen Seite des Hügels und du weißt, es geht immer nur bergab.

Verfolgen Sie Songs wie „For ever young“ und „Big in Japan“ oder würden Sie eher sagen, ich bin stolz auf diese Songs?

Ich wäre mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn ich da nicht stolz drauf wäre. Das sind einfach Welthits. Die sind so groß geworden, das geht über meinen Verstand hinaus. Manchmal habe ich das Gefühl, ich hab damit gar nichts zu tun, die haben einfach ein Eigenleben entwickelt. Die sind schon von so vielen anderen tollen Künstlern gecovert worden, das ist ein Phänomen. Ich habe einfach keine Erklärung dafür. Gottseidank war mir das damals, als die Songs geschrieben wurden, nicht bewusst, was das für Nummern sind.

Gab oder gibt es musikalische Vorbilder? Wenn ja, wen?

Es gibt natürlich Künstler, die mich wahnsinnig beeindrucken und ob die mich beeinflusst haben, das weiß ich nicht. Felix Mendelssohn Bartholdy ist für mich der Mozart des 19. Jahrhunderts. Es wäre allerdings vermessen zu sagen, ich bin davon beeinflusst worden. Der Mann war einfach ein Genie. Es gibt auch andere. David Bowie zum Beispiel war so einer. Da gibt es vielleicht so ein paar Einflüsse in meinen Liedern, generell bin ich aber immer meinen eigenen Weg gegangen. Hauptsächlich beeinflussen mich meine Bandkollegen.

Wenn Sie heute zurückblicken, hätten Sie irgendetwas in Ihrem Leben anders gemacht, oder ist die Welt immer noch schön?

Ja bestimmt jede Menge, aber das ist jetzt vorbei. Ich glaube, das Leben ist ein ständiger Lernprozess und man macht halt Fehler, aber daraus lernt man auch.

Wie sehen Sie ihre Zukunft, wird es eine Zeit ohne Rampenlicht geben?

Ich bin ein Mensch, der im Hier und Jetzt lebt. Soweit habe ich noch nicht in die Zukunft geblickt. Das Schönste ist, dass ich immer noch Musik machen kann und es Menschen gibt, die sich für unsere Musik interessieren.

Marian Gold im Interview mit Thomas Dogen, dahinter die Mitglieder der Band „Courage“.

Marian Gold im Interview mit Thomas Dogen, dahinter die Mitglieder der Band „Courage“.

Vereinsmitglieder feierten mit Marian Gold seinen 65. Geburtstag.Fotos: BV

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag 2026
Holz Loth-Entsorgung
Dauerauftrag 2026
Vorabrechnung, Nr. AF2026.000438.0, Oktober 2026
Heimat aktiv AW
Sozialpädagogische Familienhilfe
Herbstbunt
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Symbolbild.
1827

Astrologische Vorschau für die KW 45: Gesundheit, Liebe und Erfolg im Fokus bei den Sternzeichen

Sterne im Blick: Horoskop für die Woche 02. bis 08. November 2026 - Zwischen großen Gefühlen und wichtigen Entscheidungen

Der November bringt eine Woche voller Gegensätze: Während sich in der Liebe neue Chancen eröffnen, können im Berufsleben unerwartete Hindernisse für Unruhe sorgen. Zwischen dem Wunsch nach Sicherheit und der Sehnsucht nach Veränderung gilt es, die richtige Balance zu finden. Nicht jede Entscheidung fällt leicht, und manche Konflikte lassen sich nicht länger aufschieben. Gerade darin liegt jedoch die Möglichkeit, überholte Gewohnheiten zu hinterfragen und neue Wege einzuschlagen.

Weiterlesen

Auch beim diesjährigen Knuspermarkt wird das schnucklige Riesenrad wieder ein echter Blickfang sein.
84

Neuwied. Eine Prise Zimt in der Luft, dort ein bisschen Zuckerguss und ganz viel Lebkuchen-Zauber: In der Vorweihnachtszeit wird in der Deichstadt wieder geknuspert. Denn der Knuspermarkt – Neuwieds Weihnachtsmarkt – lockt von Freitag, 20. November, bis Mittwoch, 23. Dezember, wieder auf den Luisenplatz in der Neuwieder Innenstadt. Mit Ausnahme von Totensonntag am 22. November hat der Knuspermarkt täglich von 11 bis 20 Uhr geöffnet.

Weiterlesen

Symbolbild.
2993

Zeugen retten bewusstlosen Fahrer - Reanimationsversuche scheitern

Tragischer Unfall in Heppingen: Autofahrer stirbt nach Kollision

Bad Neuenahr-Ahrweiler. In Bad Neuenahr-Ahrweiler ereignete sich am heutigen Mittag ein schwerer Verkehrsunfall in Heppingen. Ein 64-jähriger Autofahrer verlor die Kontrolle über sein Fahrzeug und prallte gegen einen Stromverteilerkasten sowie eine Hauswand. Zeugen vor Ort zogen den bewusstlosen Fahrer aus dem Auto. Trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen erlag der Mann im Krankenhaus seinen Verletzungen.

Weiterlesen