Allgemeine Berichte | 12.06.2020, 14:08 Uhr

Augusta und Gefolge besuchen Koblenzer Senioreneinrichtungen

Ganz im Sinne der Kaiserin

Die gesamte Gruppe kurz vor ihrem ersten Besuch.Fotos: privat
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Koblenz. „Da muss man doch was machen!“ Dies war der erste Gedanke, der der Koblenzerin Sabine Schmidt zu Beginn des Corona-Lockdowns und dem damit verbundenen Besuchsverbot in den Pflegeinrichtungen durch den Kopf schoss. „Die Bilder von den isolierten Bewohnern ohne persönlichen Kontakt zur Außenwelt, ohne Besuche der Familie – dies hat mich emotional sehr berührt.“ Aber auch beruflich hieß es für die Logopädin `Eintritt verboten`: Ihre Patienten in Pflegeeinrichtungen konnte sie über Wochen nicht logopädisch behandeln.

Als klar war, dass in diesem Jahr kein Augusta-Fest stattfinden wird, war bei der ausgebildeten Schauspielerin die Idee schnell geboren. Es dauerte nicht lange und die Darstellerin der Kaiserin Augusta hatte eine kleine Gruppe von Mitstreitern zusammen. Sowohl Karl-Heinz Kryut von den Pfaffendorfer Turmbläsern als auch die Stadtsoldaten waren von Anfang an begeistert. „Wir fanden das sofort eine klasse Idee. Für uns war es selbstverständlich, diese Aktion zu unterstützen“, so der Vorsitzende der Koblenzer Stadtsoldaten Michael Schmitz. Auch Traute van Aswegen vom Förderverein Lesen&Buch sagte sofort zu.

Und so wurde ein „Fahrplan“ erstellt. „Es kam mir ein bisschen so vor, als ob ich meine Hausbesuche plane. Dies ist nämlich wegen den festgelegten Zeiten für die Mahlzeiten oft nicht ganz so einfach“, erzählt Sabine Schmidt schmunzelnd. Vier Pflegeeinrichtungen wurden dann schließlich am vergangenen Sonntag angefahren: Seniorenresidenz Moseltal in Moselweiß, Seniorenzentrum St. Barbara in der Goldgrube, ISA Domizil Laubenhof in Güls und der Wohnstift St. Martin in der Koblenzer Südstadt. Überall wurde die Kaiserin samt Gefolge im Garten und mit dem erforderlichen Mindestabstand herzlich willkommen geheißen. Die Bewohner strahlten übers ganze Gesicht beim Anblick der einmarschierenden Gruppe. Sie lauschten andächtig dem dargebotenen Text von Traute van Aswegen und Margarete Ries. Bei den musikalischen Einlagen der Pfaffendorfer Turmbläser sangen viele Bewohner kräftig mit. Emotional wurde es jedes Mal bei der Koblenzer Hymne ´Kowelenzer Schängelsche´. „Wenn betagten Männern die Tränen übers Gesicht laufen…das löst auch bei einem selbst was aus. Da liefen auch mit die Tränen“, so Sabine Schmidt. Für die Einrichtungen war der Besuch eine langersehnte Abwechslung in dieser besonderen Zeit. Soziales Engagement – ganz im Sinne der Kaiserin Augusta.

Erst Fiebermessen Eure Hoheit.

Erst Fiebermessen Eure Hoheit.

Ganz im Sinne der Kaiserin

Ganz im Sinne der Kaiserin

Die gesamte Gruppe kurz vor ihrem ersten Besuch.Fotos: privat

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