Allgemeine Berichte | 24.01.2018, 10:53 Uhr

Der AK Naturnaher Schaugarten Wachtberg informiert:

Gartenvögel brauchen’s struppig

Ein Plädoyer für mehr „Gestrüpp“ im Garten

Der naturnahe Schaugarten bietet den heimischen Vögeln einen optimalen Lebensraum. privat
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Berkum. „In Herbst und Winter sieht ein Naturgarten gewöhnungsbedürftig aus: Die Stängel dürfen bis zum Frühling stehenbleiben. Die Nachbarn haben spätestens zur Grünschnittabfuhr Tabula rasa gemacht. Der Naturgarten steht jetzt als struppiges Etwas zwischen den geputzten, gestutzten, laubgesaugten Nachbargärten“, so treffend beschreibt Dorothee Dernbach, Autorin in der Zeitschrift Natur&Garten (1/2016), den Eindruck sich fast selbst überlassener Gartennatur. Ganz ähnlich zeigt sich derzeit der Naturnahe Schaugarten hinter dem Rathaus in Berkum: Braun, unordentlich, struppig. Ideal jedoch für Gartenvögel: Im „Gestrüpp“ des naturnahen Gartens finden sie alles, was sie zum Leben und zur Fortpflanzung brauchen: Tierisches Futter in Form von Insekten und anderen Krabbeltieren in hohlen Stängeln oder unter altem Laub, Samen an trockenen Blütenständen, Nistplätze und -material, Witterungsschutz, Deckung vor Feinden. Wer freut sich nicht über Singvögel im Garten? Es ist interessant, sie zu beobachten. Es ist rührend, ihr Gezwitscher, ihren Gesang zu hören. Schon in diesen Tagen singen früh morgens und in der Abenddämmerung vereinzelt - noch leise - Amsel & Co, um ihre Reviere abzustecken. Das weckt Vorfreude auf den Frühling. Sollen Zaunkönig und Heckenbraunelle - Nomen est omen! - die Anwohner auch in Zukunft erfreuen, muss mehr „Unordnung“ in die Gärten. Rotkehlchen, Grünfink, Zilpzalp, Fitis und viele andere sind auf dichtes „Gestrüpp“ als Lebensraum angewiesen. Reich verzweigte, kniehohe Gehölze, Reisighaufen, einen Rest Brombeerhecke -

die oft winzigen Flieger brauchen wenig, aber das unbedingt! „Sauber“ aufgeräumte (Stein)Gärten, strauchlose, gar geschotterte Außenanlagen sind „Vogelwüsten“. Da gibt’s keinen Wurm auszuscharren, kein Hälmchen und keine Nische zum Nestbau. Solche Gärten führen zum stummen Frühling - keine schöne Vision! Also: Mut zu mehr „Gestrüpp“ und Natur. Zur Belohnung gibt es reichlich Vogelgezwitscher, blühende Stauden und Büsche, summende Insekten und viel Leben in Frühjahr und Sommer. Das ist jedes Jahr im Naturnahen Schaugarten in Berkum zu beobachten. Im März geht es wieder los: Die monatlichen Pflegetreffen werden rechtzeitig angekündigt. Mehr zum Naturnahen Gärtnern gibt es in der Broschüre zum Schaugarten zu lesen, erhältlich ist dieser im Rathaus Berkum.

Der naturnahe Schaugarten bietet den heimischen Vögeln einen optimalen Lebensraum. Foto: privat

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