Allgemeine Berichte | 17.09.2016, 09:41 Uhr

Sinziger Denkmalverein besichtigte die CO2 Verflüssigungsanlage in Bad Bodendorf

Gas vom Thermalwasser trennen

Auf Initiative der Ökumenischen Flüchtlingshilfe Rhein-Ahr e.V. (ÖFH) folgten sechs junge, an Technik interessierte Afghanen der Einladung ins Technikmuseum Bad Bodendorf. Karl-Friedrich Amendt erklärte den beeindruckten Jugendlichen die historische Technik der Kohlensäuregas-Verflüssigungsanlage Bad Bodendorf.privat
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Bad Bodendorf. Ein im Wortsinn „nahe liegendes“ Ziel hatte sich der Förderverein Denkmalpflege und Heimatmuseum Sinzig für den „Tag des offenen Denkmals“ ausgesucht: das Technikmuseum in Bad Bodendorf, also die historische CO2 Verflüssigungsanlage in den früheren Kuranlagen. Nahe liegend auch deshalb, weil der dort aktive Heimat- und Bürgerverein Bad Bodendorf mit dem Denkmalverein freundschaftliche Beziehungen pflegt, nicht zuletzt in Person des „gemeinsamen“ Vorstandsmitglieds Josef Ehrhardt.

Der erwartete dann auch die zu Fuß am Schloss Sinzig aufgebrochen Gruppe und führte sie durch das an diesem Tag der Öffentlichkeit zugängliche Museum (knapp 100 Besucher fanden sich insgesamt ein). Zur Sinziger Gruppe gehörten auch Flüchtlinge aus Afghanistan – für den Vorsitzenden des Heimat- und Bürgervereins, Bernhard Knorr, bereits bekannte Gesichter, denn einige von ihnen hatten kürzlich bei einem gemeinsamen Arbeitseinsatz im Areal mit angepackt. Die CO2-Verflüssigungsanlage ist ein frühes Zeugnis aus dem Thermalbadbetrieb des Ortes. Kernpunkt war dabei die Quelle „Joseffssprudel“, die 1913 erbohrt worden war.

Um das CO2 Gas vom Thermalwasser zu trennen, wurde 1919 die Anlage beschafft. Am Ende eines dreistufigen Arbeitsprozesses steht bei dieser Technik verflüssigtes Kohlensäuregas in Stahlflaschen, wie es heute beispielsweise noch als Kühlmittel für Klimaanlagen gebraucht wird.

Nach der Trennung von Wasser und Gas kommt es zur Komprimierung durch drei Kompressoren, angetrieben von einem Elektromotor. Das alles steht noch komplett in Bad Bodendorf und wird von dem Verein erhalten und dokumentiert. Seine Blütezeit hatte der „St. Josef Sprudel“ in den Jahren nach 1930. 1967 wurde die Anlage geschlossen.

Die Quelle ist in unmittelbarer Nachbarschaft der Anlage heute noch zugänglich, außerdem wird das benachbarte Bodendorfer Thermalbad von ihr gespeist.

Karl-Friedrich Amendt, Vorsitzender des Denkmalvereins, dankte dem befreundeten Verein für die Einladung. Zur nächsten Veranstaltung lädt der Denkmalverein am Donnerstag, 27. Oktober ein. Dann werden Hardy Rehmann und Matthias Röcke ihr Buch zur Architektur in Sinzig vorstellen, kombiniert mit einem Stadtrundgang am Samstag, 29. Oktober.

Auf Initiative der Ökumenischen Flüchtlingshilfe Rhein-Ahr e.V. (ÖFH) folgten sechs junge, an Technik interessierte Afghanen der Einladung ins Technikmuseum Bad Bodendorf. Karl-Friedrich Amendt erklärte den beeindruckten Jugendlichen die historische Technik der Kohlensäuregas-Verflüssigungsanlage Bad Bodendorf.Foto: privat

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