Allgemeine Berichte | 20.11.2018

Sternmarsch führt zum fünften Mal fünf Glaubensgemeinschaften in illuminierte Martinskirche von Bad Ems

Gebete für den Frieden vereinen Religionen

Schon von außen machte eine rot-orange illuminierte katholische Martinskirche deutlich, dass es in dem Gotteshaus Besonderes zu erleben gibt. Dekanat Nassauer Land

Bad Ems/Rhein-Lahn-Kreis. Dass Religionen eher für Gewalt als Frieden verantwortlich sind, scheint ein wachsendes Vorurteil, das in Bad Ems am Volkstrauertag einmal mehr widerlegt wurde. Dort marschierten und beteten Christen, Juden und Muslime einträchtig miteinander für den Frieden in der Nachbarschaft wie auf der ganzen Welt.

Christen der evangelischen, katholischen und russisch-orthodoxen Kirchen in Bad Ems zogen aus allen Himmelsrichtungen von ihren Gotteshäusern mit Kerzen in der Hand zur katholischen Martinskirche in den Kurpark; mit dabei Mitglieder der muslimischen Ahmadiya-Gemeinde, Menschen jüdischen Glaubens, und auch der Migrationsbeirat des Rhein-Lahn-Kreises hatte abermals zum Sternmarsch für den Frieden in der Kurstadt aufgerufen und waren mit Landrat Frank Puchtler an der Spitze von der Kreisverwaltung aus gestartet.

Zumindest am geografischen Ziel des Friedensmarsches angekommen, erwartete sie ein außergewöhnlich illuminiertes Gotteshaus. Im unteren Teil tief rot, darüber Orange und nach oben immer heller strahlten die Mauern von außen. „Rot steht für Blut und Gewalt, Orange für uns“, erklärte Dr. Hildegard Simons, Initiatorin und Motor des Friedensmarsches in der gut besetzten Kirche. Auch zur fünften Ausgabe gehe es den Organisatoren darum, Energie, Tatkraft und Engagement für ein friedliches Miteinander der Religionen zu zeigen mit dem Ziel, das Weiß, Sinnbild für den Frieden, zu erreichen. Das sei angesichts aktueller gewaltsamer Übergriffe in Deutschland leider wichtiger denn je, so Simons. Die Gesellschaft dürfe weder wegschauen noch sich instrumentalisieren lassen; „Hass kann zerstören; er macht ganz sicher nicht glücklich“.

Wunsch nach Frieden

Diesen Wunsch nach Frieden demonstrierten die zirka 200 Teilnehmenden in den Bankreihen der Kirche. Dort wechselten Gebete in Hebräisch und Deutsch, ein Iman stimmte die Sure 49 aus dem Koran an, die ausdrücklich dazu aufruft „Lasset nicht ein Volk über das andere spotten“ oder auch – als wären die knapp 1400 Jahre alten Zeilen eine aktuelle Antwort auf Posts und Fake-News in modernen Netzwerken – „verleumdet einander nicht und gebet einander nicht Schimpfnamen“. Erst die liebende Beziehung zu Gott sei Voraussetzung, seine Mitmenschen und sich selbst zu lieben, erinnerte der katholische Pfarrer Michael Scheungraber ans dreifache Liebesgebot in der Bibel. Dass Frieden damit beginnen könne, mit dem zufrieden zu sein, was man hat und mit dem, was zu erreichen ist, sei ein erster Schritt zum Frieden, zitierte Margit Mohr Gedanken der evangelischen Pfarrerin Lieve Van den Ameeles sowie den vielsagenden Gedanken zum Abrüsten wie zu aller Gewalt: „Einer muss anfangen, aufzuhören“.

Gebetet wurde auch mit Gesang von den Besuchern, die Norbert Fischer an der Orgel begleitete, sowie von der russisch-orthodoxen Gemeinde. Und der Wunsch nach Frieden kam ebenso in den Beiträgen der Kolping-Band Nievern-Fachbach-Miellen zum Ausdruck wie im von Regine Reisinger am Klavier begleiteten einfühlsamen Violinspiel Dr. Thomas Reisingers.

Draußen warteten im Anschluss warme Getränke auf die Teilnehmer des Friedensmarsches, um sich auszutauschen, mehr von den anderen Glaubensgemeinschaften zu erfahren und den Blick auf die außergewöhnlich beleuchtete Kirche zu genießen. Dass die so symbolisch und eindrucksvoll angestrahlt werden konnte, hatten viele Sponsoren ermöglicht. Hildegard Simons dankte ausdrücklich Bürgerstiftung, Dialysezentrum, Friedenswarte, Paracelsus-Klinik, Realschule plus Bad Ems/Nassau sowie Elfi Jörnhs und Richard Otto Minor für die Banner und Plakate für die Unterstützung.

Pressemitteilung

Dekanat Nassauer Land

Christen, Juden und Muslime beteten darin um den Frieden.

Christen, Juden und Muslime beteten darin um den Frieden.

Schon von außen machte eine rot-orange illuminierte katholische Martinskirche deutlich, dass es in dem Gotteshaus Besonderes zu erleben gibt. Fotos: Dekanat Nassauer Land

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