Allgemeine Berichte | 23.08.2018

Zusammenarbeit zwischen der SGD Nord und der Universität Trier

Gefährdete Insekten unter die Lupe genommen

Verbreitung und Bestandstrends werden untersucht

Wildbiene „Osmia bicornis“.Universität Trier

Koblenz. Die akute Gefährdung von Insekten im Land Rheinland-Pfalz ist Anlass der aktuellen Zusammenarbeit zwischen der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord und dem Fachbereich für Raum- und Umweltwissenschaften der Universität Trier. Mit dem Forschungsvorhaben sollen erstmals Verbreitung sowie Bestandstrends von Wildbienen und Heuschrecken in verschiedenen Lebensräumen des Landes untersucht werden.

Das Projekt unter Leitung von Professor Dr. Axel Hochkirch läuft von Mitte 2018 bis Mitte 2021 und wird von der SGD Nord fachlich begleitet. Das Land Rheinland-Pfalz, vertreten durch das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten, fördert diese wichtigen Untersuchungen durch Finanzmittel der „Aktion Grün“ in Höhe von rund 140.000 Euro.

Der auch für den Laien deutlich sichtbare Rückgang von Insekten, sowohl in der Artenzahl als auch in der Biomasse, ist Gegenstand aktueller wissenschaftlicher Arbeiten und Diskussionen den Medien. Neuere Untersuchungen zeigen, dass es in den letzten Jahrzehnten immer weniger Individuen und Arten pro Fläche gibt.

Auffallender Mangel an Daten

Ein grundlegendes Problem bei der Beurteilung dieses Rückgangs ist ein auffallender Mangel an Daten über die Verbreitung und Häufigkeit der meisten Insektenarten. Diese Daten sind jedoch von entscheidender Bedeutung für Rote-Liste-Bewertungen und damit für die Initiierung von Schutzmaßnahmen.

Im Rahmen des Projektes sollen für vergleichende Untersuchungen zunächst ältere Erfassungen wiederholt werden, um sowohl Änderungen in der Zahl der Individuen und der Arten pro Fläche als auch in der Stetigkeit des Vorkommens der Arten belegen und wenn möglich erklären zu können. Weiterhin sollen in bislang weniger gut untersuchten Landesteilen gezielt Datenlücken geschlossen werden, um ein besseres Bild über die Verbreitung der Arten zu erhalten. Schließlich werden auch Flächen mit unterschiedlichen Biotop-Pflegemaßnahmen miteinander verglichen werden, um Informationen über die Effizienz dieser Maßnahmen zu erhalten.

Gerade der letzte Untersuchungsbereich kann dazu dienen, die aktuellen Biotoppflegemaßnahmen der SGD Nord auf ihre Effektivität und Sinnhaftigkeit speziell in Bezug auf die Erhaltung gefährdeter Insektenpopulationen zu überprüfen. In Frage kommen dafür vor allem unterschiedliche Grünlandstandorte von Trockenrasen bis Feucht- und Nasswiesen. Deshalb unterstützt die SGD Nord bei der Auswahl der Untersuchungsstandorte, die zum Teil mit Pflegeflächen der Naturschutzbehörde korrelieren.

Wildbienen und Heuschrecken im Visier

Im Visier haben die Forscher vor allem Wildbienen und Heuschrecken. Wildbienen gelten als die wichtigsten Bestäuber von Blütenpflanzen und haben daher eine besondere Bedeutung für den Naturhaushalt sowie für die Landwirtschaft. Mit etwa 585 Arten in Deutschland sind sie zudem eine artenreiche Gruppe, über die aber gerade in Rheinland-Pfalz wenig bekannt ist. Der Großteil der bisherigen Erfassungen von Wildbienen in Rheinland-Pfalz fand bislang im Oberrheingraben sowie Teilen der Eifel statt. Aus einigen Landesgebieten, insbesondere dem Hunsrück, Pfälzerwald, Westerwald und Taunus, liegen dagegen nur sehr wenige Daten vor. Es gibt eine inoffizielle Rote Liste aus dem Jahr 1995.

Heuschrecken gelten als aussagekräftige Bioindikatoren für die Intensität der Landnutzung. Anders als für Wildbienen gibt es für diese Artengruppe einen Atlas aus dem Jahr 2011, und eine neue Rote Liste befindet sich im Druck. Bei der Erstellung dieser Roten Liste zeigte sich jedoch, dass es auch hier erhebliche Wissenslücken über die Bestandstrends von Arten gibt.

Pressemitteilung SGD Nord

Steppensattelschrecke.SGD Nord

Steppensattelschrecke.Foto: SGD Nord

Wildbiene „Osmia bicornis“.Foto: Universität Trier

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