Are-Gymnasium tritt dem Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ bei
Gegen Fremdenhass und Antisemitismus
Während des Festakts in der Mensa sind bereits einige zukünftige Projekte vorgestellt worden
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Dem Are-Gymnasium ist der Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ verliehen worden. Aus Anlass dieser Auszeichnung traf sich die Schulgemeinschaft in der Mensa zu einem feierlichen Festakt. Musikalisch untermalt wurde die Veranstaltung durch den Chor SingstAre und dem Solisten Julian Weber unter der Leitung von Thomas Giesen. Sichtlich ergriffen lauschten die Zuhörer dem thematisch passenden Lied „Ein Zeichen“ von Alex Diehl.
Bereits im Jahr 2018 kam die Bewerbung zur „Schule ohne Rassismus“ auf Initiative der Schüler zustande, allen voran durch Denis Ukehaxhaj, der dazu eine Projektgruppe „Are ohne Rassismus“ ins Leben gerufen hatte. Oberstudiendirektor Heribert Schielers Reaktion auf seine damalige Anfrage: „Denis, dann mach du mal und such dir Mitstreiter.“ Und Schieler weiter: „Und was soll ich sagen? Er war mehr als erfolgreich.“ Um den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ tragen zu dürfen, galt es nun, die Unterschriften von mindestens 70 Prozent der Schulgemeinschaft zu sammeln. In kurzer Zeit gelang es, beeindruckende 771 Unterzeichner für die Sache zu gewinnen. Schulleiter Schieler blickt zuversichtlich in die Zukunft: Eine „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ zu sein, stelle ein exzellentes Instrument dar, eine offene Debattenkultur im Einklang mit demokratischen Werten zu fördern.
Plakate und Banner
Davon, dass sich das Are-Gymnasium für ein Schulklima gegen Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit einsetzt, zeugen bereits eine ganze Reihe an Aktionen und Maßnahmen. Ein eigenes, von Schülern entworfenes Logo sowie Plakate und ein Banner über dem Eingang der Mensa sind die äußeren Zeichen der Aktionen, die in den vergangenen Monaten in die Wege geleitet wurden. Darüber hinaus setzte der Kurs „Darstellendes Spiel“ mit dem Theaterstück „Tribal/Schmibal“ ein starkes Zeichen gegen Fremdenhass und Antisemitismus. Das anschließende Zeitzeugeninterview mit den Holocaust-Überlebenden Petra und Franz Michalski führte den Schülern einprägsam vor Augen, wie wichtig es ist, für eine tolerante Schulgemeinschaft einzustehen.
Ukehaxhaj, der den Festakt gekonnt moderierte, erklärte, dass sie als „Are-Familie“ zusammenhalten: „Unsere Schule wird aktiv bleiben. Wir werden nicht ruhen, uns demokratisch, politisch und sozial zu engagieren, auch wenn einige aus unserer Gruppe in diesem Jahr die Schule aufgrund des Abiturs verlassen.“ Das Ziel sei nicht nur, den Titel „Schule ohne Rassismus“ zu bekommen, sondern ihn auch zukünftig zu behalten. Jetzt muss das Projekt nachhaltig mit Leben gefüllt werden. Die Projektgruppe hat während des Festakts bereits zukünftige Projekte vorgestellt: Arbeitsgemeinschaften für die Klassen sieben und acht (voraussichtlich ab 2021) und „Kleintheater“ (das Thema soll in den Unterricht integriert werden). Es soll Exkursionen in Gedenkstätten und Museen geben, die Projektwoche soll sich weiter mit dem Themenbereich befassen. Der Pate des Projekts, Mohamed Abdallah, hat eine Einführung in das Kickboxen angeboten.
Horst Gies gratulierte
Stellvertretend für den Landrat und den Schulträger gratulierte Horst Gies (MdL) der Schule für ihren Einsatz gegen Fremdenhass: „Nach dem Titel Europaschule setzt ihr mit diesem Titel jetzt noch einen drauf.“ Er hob besonders das Engagement im Rahmen der Ahrweiler Freiheitswochen und den „Aktionsplan gegen Rechts“ hervor: „Ihr schaut nicht weg, ihr engagiert euch, ihr setzt ein deutliches Zeichen – darauf sind wir alle stolz.“ Die Erste Beigeordnete Ute Reuland sicherte in ihrem Grußwort in Vertretung von Bürgermeister Guido Orthen der Schule die volle Unterstützung der Stadt für weitere Projekte und Aktionen zu.
Der dreifache Kickbox-Weltmeister und Pate des Projekts, Mohamed Abdallah, lobte die Schüler in seiner kurzen Ansprache dafür, dass sie ein derart sensibles Thema mit enormem Elan angehen. Gebannt folgten die Anwesenden den Erzählungen darüber, wie er sich als Sohn libanesischer Einwanderer selbst rassistischen Anfeindungen ausgesetzt sah: „Doch durch den Sport, der eine einheitliche Sprache spricht, gelang es mir, diese Erfahrungen zu verarbeiten. Schaut nicht weg und helft einander. Akzeptiert euch, wie Ihr seid, denn nur gemeinsam sind wir stark.“
Zum Abschluss der Veranstaltung übergab Justin Janorschke von der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz eine Urkunde und das offizielle Schild an die Projektgruppe und die beteiligten Lehrer um den Schulleiter. Dazu erklärte Janorschke: „Es ist großartig, wie vielseitig das Engagement am Are-Gymnasium ist und wie viele Dinge geplant und bereits auf die Beine gestellt worden sind.“
Aus Anlass der Auszeichnung traf sich die Schulgemeinschaft in der Mensa zu einem feierlichen Festakt.
Musikalisch untermalt wurde die Veranstaltung durch den Chor SingstAre.
