Gedenken an die Opfer der Reichspogromnacht in Dierdorf
Gegen das Vergessen
Dierdorf. Da aufgrund der Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr keine Versammlung an der Stadtmauer zum Gedenken an die Opfer der Reichspogromnacht stattfinden konnte, wurde in anderer Form an die Geschehnisse der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 in Dierdorf erinnert.
Dass dieses Erinnern gegen das Vergessen gerade heute notwendiger denn je ist, darin sind sich Diakon Wilfried Voigt und von der katholischen und Pfarrer Patrique Koelmann von der evangelischen Kirchengemeinde, einig: „In einer Zeit da Ausgrenzung, Mobbing, Beschimpfungen, populistische und rassistische Äußerungen besonders in den sozialen Netzwerken stetig zunehmen und uns Hass, Gewalt und Terror in den vergangenen Wochen wieder erschüttert haben, brauchen wir die Erinnerung, damit wir hellwach sind und solche Gräueltaten nie wieder geschehen.“
Deshalb sprachen die Vertreter beider Kirchen stellvertretend für alle, die ansonsten an der Gedenkfeier teilnehmen wollten, an der Stadtmauer ein Gebet. Das Fürbittgebet, welches von den Konfirmanden zusammengestellt worden war, übernahmen sie ebenfalls stellvertretend für die jungen Christen. Alle waren eingeladen zur Gedenkstunde eine Kerze „Gegen das Vergessen“ zuhause aufzustellen, die in den Gottesdiensten am vergangenen Wochenende mit einem Gebetsimpuls in beiden Kirchen zur Mitnahme bereitstanden. Die Glocken der evangelischen und der katholischen Kirche läuteten gemeinsam die Stunde des Gedenkens ein.
