Allgemeine Berichte | 26.03.2018

Evangelisches Dekanatskantorat Westerwald-Süd

Geistliche Bläsermusik zur Passion

Rudi Weide, Claudia Liebe, Benjamin Bereznai, Dorit Gille, Martin Löw und Dekanatskantor Jens Schawaller (von links) konzertierten gemeinsam im Oberen und Unteren Westerwald.

Montabaur. Mit der imitativ-fünfstimmigen Motette „Die mit Tränen säen“ von Heinrich Schütz eröffnete Frechblech, das Soloquintett des Evangelischen Dekanats Westerwald unter der Leitung von Dekanatskantor Jens Schawaller, die beiden hochklassigen Konzerte zur Passion in der altehrwürdigen Evangelischen Stiftskirche St. Severus in Gemünden und in der Evangelischen Pauluskirche Montabaur. Als bewährter Organist begleitete Martin Löw aus Goddert das Wäller Bläserensemble, der die beiden wertvollen und denkmalgeschützten Orgeln aus den Werkstätten von Schöler aus Bad Ems und Wagner aus Bad Hersfeld auf gekonnte Art zum Klingen brachte.

Nach einem ausgiebigen Choralvorspiel über „Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld“ begleitete der ideenreiche Improvisator die anwesenden Gäste beim Gemeindegesang auf der ihm eigenen charmanten Weise. Mit Johann Sebastian Bachs „Canzona in d-Moll” ließen Rudi Weide (Trompete), Claudia Liebe (Trompete), Dorit Gille (Waldhorn), Ben Bereznai (Basstrompete) und Jens Schawaller (Helikon) ein Stück barocker Musik erklingen, das sich ganz der polyphon-imitativen „Prima Prattica“ verpflichtet zeigt. Nach einer Lesung zur Passion meditierte Martin Löw mit „O Welt, sieh her dein Leben“ einen weiteren Orgelchoral und begleitete den Gemeindegesang der Anwesenden, an den sich eine modern-konzertante Choralbearbeitung über „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ von Christian Sprenger anschloss, in der sich die fünf Ensemblemitglieder in einer zeitgenössisch-symphonischen und rhythmisierten Tonsprache die Bälle zuspielten.

Nach einer zweiten Lesung erklang aus der Feder desselben Komponisten mit „Ein feste Burg ist unser Gott“ eine elaborierte Choralbearbeitung über das Sonntagslied zu Invocavit von Martin Luther, mit dem in der Evangelischen Kirche seit Urzeiten die Passionszeit beginnt. Mit einer weiteren Orgelimprovisation über „Nun gehören unsre Herzen ganz dem Mann von Golgatha“ ließ Martin Löw noch einmal seinem ganzen Ideenreichtum freien Lauf, den Frechblech mit einer modern-jazzigen Motette des ungarndeutschen Komponisten Zsolt Gárdonyi über „Der Mond ist aufgegangen“ beantwortete - der Komponist hält persönlichen Kontakt zum Wäller Ensemble.

Nach der Verabschiedung mit Vater unser und Segen schloss das Soloquintett mit Johann Michael Bachs Mottete „Unser Leben währet siebenzig Jahr“ die beiden Konzertabende zur Passion. Mit einem lang anhaltenden Applaus bedankten sich die Zuhörenden bei den Musikern.

Rudi Weide, Claudia Liebe, Benjamin Bereznai, Dorit Gille, Martin Löw und Dekanatskantor Jens Schawaller (von links) konzertierten gemeinsam im Oberen und Unteren Westerwald.

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