Allgemeine Berichte | 10.06.2016

Der Freundeskreis Nickenich-Chmielowice reiste mit dem Bus nach Opole

Gelebte interkulturelle Freundschaft

Der ehemalige Erzbischof von Opole, Alfred Nossol, begrüßte die Reisegruppe in deutscher Sprache und führte durch das Schloss Groß Stein. privat

Opole. Der Freundeskreis Nickenich-Chmielowice e.V. reiste Ende Mai mit dem Bus nach Opole/Chmielowice in Polen.

Die besonderen Höhepunkte der Reise waren: der Besuch im Schloß Groß Stein (Kamien Slaski), der Empfang und die Führung durch das Schloss durch den ehemaligen Erzbischof von Opole, Alfons Nossol, der Besuch des Franziskanerklosters St. Annaberg, die Stadtbesichtigung von Opole und die Teilnahme am Schulfest in Chmielowice.

Nach der Ankunft traf man sich mit Vertretern aus Chmielowice zu einem gemeinsamen Abendessen im Hotelrestaurant. Für die „Neulinge“ in der Reisegruppe kam es zu ersten Gesprächskontakten in deutscher und englischer Sprache mit den Freunden aus Chmielowice.

Am nächsten Morgen ging es dann mit dem Bus nach Groß Stein, hier war für die Reisegruppe die erste Überraschung perfekt. Der ehemalige Erzbischof von Opole, Alfred Nossol, begrüßte persönlich die Reisegruppe in deutscher Sprache und führte durch das Schloss. Bereits nach den ersten Sätzen von Erzbischof Nosso war jedem gespannt Zuhörenden in der Reisegruppe klar: Nun kommen Bemerkungen zum „Mitschreiben“.

Aus der Fülle von Themenschwerpunkten sei an dieser Stelle auf einen Schwerpunkt besonders hingewiesen: Versöhnung als wesentlicher Bestandteil des Friedens: „Die Versöhnung zwischen den Völkern ist ausschlaggebend, sie führt früher oder später zum Frieden. Aber es gibt keine Versöhnung ohne die Vergebung. Wer als erster vergibt, der ist Sieger - aber wir sollten bei dem Versöhnungsprozess nicht nach dem Sieger suchen, sondern nach dem Frieden. Das ist ausschlaggebend und deswegen tut die Versöhnung heute Not, dass man endlich aufhört, sich zu bekriegen und diese nationalistischen Einengungen und dieser Hass, wo man nach Hegemonie strebt, das muss aufhören. Das ist auch die Rolle der Kirche und der Kirchen für die Zukunft, auch die ökumenische Dimension der Versöhnung zwischen den Konfessionen.“

Orgelkonzert als Überraschung

Nach diesem beeindruckenden Besuch in Schloß Groß Stein ging es nach St. Annaberg. Hier wurde vom Abt des Franziskaner-Klosters eine Heilige Messe in deutscher Sprache in der Klosterkirche zelebriert. Im Anschluss an die Heilige Messe informierte der Abt vor dem Kloster über die Geschichte und die heutige Bedeutung von Sankt Annaberg als Wallfahrtsort. Von Sankt Annaberg fuhren die Reisenden in ein schönes, am Rande Opole gelegenes Restaurant, wo sie zu einem gemeinsamen Essen erneut Gelegenheit zu einem regen deutsch–polnischen Informationsaustausch hatten. Das Wetter ließ einen ausgiebigen Stadtbummel im Zentrum von Opole am Abend zu.

Am Samstagmorgen fand eine zweitstündigen Stadtführung in deutscher Sprache statt. Nach der Führung, die in der Klosterkirche des Franziskanerklosters endete, wurde die Reisegruppe von ihren polnischen Freunden ein zweites Mal überrascht, sie wurden gebeten, in der Kirche Platz zu nehmen. Es war ihnen vergönnt, einem 30-minütigen Orgelkonzert zu lauschen. Wie die erste, so war auch diese Überraschung ein Volltreffer.

Fruchtbarer Austausch

Der Samstagnachmittag war gänzlich dem Schulfest in Chmielowice gewidmet.

Bei Kaffee und Kuchen, Grillwürstchen und reichlich Getränken konnten die Reisenden die verschieden Darbietungen, insbesondere der Schulkinder, bewundern. Der deutsch-polnische Informationsaustausch mit Vertretern der Schule, den Schulkindern, den Mitgliedern der Feuerwehr, des Anglerclubs und Mitgliedern der deutschen Minderheit wurde zu einem besonderen Erlebnis für alle Beteiligten. Für die Schulkinder hatten die Gäste aus Deutschland eine Schaubox mit den verschiedenen vulkanischen Steinen ihrer Heimat mitgebracht. Bei aufkommendem Regen wurde der mitgebrachte kleine Apfelbaum aus Maria Laach in der Nähe des Feuerwehrgerätehauses gepflanzt. Am Sonntagmorgen traten die Nickenicher die Rückreise an, die leider durch die vielen Staus auf der Autobahn doch ein paar Stunden länger dauerte, als geplant war.

Fazit: Die Reise war gelebtes „Europa von unten“, die von Erzbischof Alfons Nossol gemachten Erläuterungen und Hinweise werden in stetiger Erinnerung bleiben. Ein baldiges Wiedersehen wird auf deutscher und polnischer Seite erwartet.

Der Freundeskreis Nickenich-Chmielowice e.V. wird während seiner nächsten Mitgliederversammlung unter anderem die teilweise aufgezeichneten Wortbeiträge von Erzbischof Alfons Nossol sowie Auszüge des Orgelkonzerts präsentieren.

Das Schulfest in Chmielowice war einer der Höhepunkte der Reise.

Das Schulfest in Chmielowice war einer der Höhepunkte der Reise.

Der ehemalige Erzbischof von Opole, Alfred Nossol, begrüßte die Reisegruppe in deutscher Sprache und führte durch das Schloss Groß Stein. Fotos: privat

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