Allgemeine Berichte | 06.05.2026

Das Projekt dienst als Frühwarnsystem für die schnell alternde Gesellschaft

Gemeindeschwester plus bald in allen Verbandsgemeinden im Kreis?

Konnten alle Anwesenden für die Arbeit der Gemeindeschwester plus begeistern (vlnr): Sabine Günther, Sr Barbara Spielhoff, Michaele Meudt und Natalia Goldschmied.

Höhr-Grenzhausen. Nach mehr als 10 Jahren Erfahrung hat sich die Gemeindeschwester plus landesweit und auch bei uns im Westerwald als Frühwarnsystem für eine schnell alternde Gesellschaft bewährt. Sie trägt immer mehr dazu bei, dass die älteren Menschen weniger einsam und später pflegbedürftig werden. Mit der Folge, dass Land, Kommunen und Sozialversicherungen Geld sparen können. Dies war das erfreuliche Ergebnis des 4. WW-Seniorentalks zum Thema „10 Jahre Gemeindeschwester plus – Erfahrungen und Perspektiven im Westerwaldkreis“.

Nie zuvor war wohl bei einer Fachveranstaltung zu den Folgen des Demografischen Wandels in der Region mehr seniorenpolitscher Sachverstand anwesend wie bei diesem Forum. Das Netzwerk Senioren-Rat Westerwald hatte dazu in das landesweit beispielhafte Jugend-, Kultur- und Bürgerzentrum Zweite Heimat in Höhr-Grenzhausen eingeladen. Mit dabei waren Fachleute und Engagierte aus Pflege, Beratung, Sozialverbänden, Senioren- und Generationenbüros, Selbsthilfegruppen, Kirchengemeinden und Digital-Botschafter sowie aus verschiedenen Seniorenprojekten. Bedauert wurde nur, dass kaum jemand aus der Kommunalpolitik oder aus sozialpolitischen Gremien der Einladung gefolgt war. Einige äußerten dazu mit deutlichen Worten ihr Unverständnis! „Die haben wohl alle Angst vor einem Zugewinn an Sachverstand“, meinte eine Teilnehmerin.

Einleitend hatten die vier, derzeit im Westerwaldkreis tätigen Gemeindeschwestern plus, Gelegenheit ihr Arbeit ausführlich mit einer eindrucksvollen Präsentation vorzustellen. Natalia Goldschmied (VG Ransbach-Baumbach) wies darauf hin, dass das Konzept der Gemeindeschwester plus mehrmals überarbeitet wurde und nun sehr ausgereift ist: „Andere Bundesländer sind jetzt auch daran interessiert als niedrigschwelliges Modell, um die Selbständigkeit älterer Menschen zu Hause lange zu erhalten“.

„Wir können über die vielfältigen Möglichkeiten zu einer Verbesserung der Lebensqualität im steigenden Alter beitragen“, berichtete Michaele Meudt (Gemeindeschwester plus VG Höhr-Grenzhausen). „Wir beraten in Hausbesuchen, oder am Telefon zur hauswirtschaftlichen und pflegerischen Versorgung, Fragen der Mobilität und Wohnsituation, ebenso wie zur Digitalisierung und Ernährung, Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung“, so die Dienstälteste Gemeindeschwester plus im Westerwaldkreis. Angeboten würden auch Treffs, beispielsweise zum Bewegen, Singen oder zum Gedächtnistraining, wofür es sogar teilweise ein kleines Budget gäbe.

Einen eindringlichen Appell richtete Sabine Günther (VG Ransbach-Baumbach, geteilte Stelle) an die Öffentlichkeit: „Wir müssen den Demografischen Wandel aktiv in der Kommune gestalten und dabei verhindert frühzeitiges Handeln drohende strukturelle Überlastungen von Kreis und Kommunen“. Es müssten sich Kümmerer-Strukturen entwickeln, da sonst aus Einsamkeit Pflege und gesundheitliche Probleme entstehen würden, so Günther.

Den Blick auf die Finanzierung der Gemeindeschwester plus, richtete Sr. Barbara Spiegelhoff (VG Montabaur, angestellt beim Caritasverband), wobei der Imagegewinn in der rasend schnell alternden Gesellschaft mit vielen neuen Problemen für die jeweilige VG trotz Mischfinanzierung nicht zu vernachlässigen sei. „Das Projekt ist bei vergleichsweise geringen Kosten verbunden mit einem hohen Nutzen für die Gesellschaft und die VG ´s als Maßnahmeträger. Älter werden würde künftig nicht einfacher, aber Projekte wie die Gemeindeschwester plus würden zur Erleichterung beitragen.

Seniorenaktivistin Hildegard Jöris rief dazu auf, die Politik davon zu überzeugen, dass das Landesprogramm Gemeindeschwester plus in allen VG ‚s umgesetzt werden müsste. Als Kreisvorsitzender des VdK forderte Eckhard Kurz dazu auf, die Demografie nicht nur in die vielfach laufenden Dorfmoderationen einzubeziehen, sondern die dazu ausgearbeiteten Vorschläge dann auch umzusetzen. Sarah Werner und Olga Findling von der Fachstelle Gesundheit & Senioren in der VG Wirges wiesen darauf hin, dass die Aufgaben der Gemeindeschwester plus dort mit einem anderen Konzept umgesetzt werden. Von der VG Selters kam der Hinweis, dass dort die Stelle neu ausgeschrieben sei und in Kürze wieder besetzt würde.

Für das gastgebende Netzwerk Senioren-Rat WW dankte dessen Koordinator Uli Schmidt allen Beteiligten für ihre engagierten Beiträge und drückte die Hoffnung aus, dass man in 3 Jahren bei einem weiteren WW-Seniorentalk auf die Erfahrungen in allen 10 Verbandsgemeinden im Westerwaldkreis zur Gemeindeschwester plus oder ähnlichen Konzepten zurückblicken könne. Er bat darum, sich den Termin für die 1. Wäller Seniorenkonferenz (WSK) am 26.8.2026. um 18.00 Uhr im Bürgerhaus Siershahn vorzumerken. Vorbereitet werden auch Aktionen zum Thema Wohnen im Alter. Weitere Infos dazu gerne per Mail an uli@kleinkunst-mons-tabor.de.

Pressemitteilung Senioren-Rat Westerwald

Konnten alle Anwesenden für die Arbeit der Gemeindeschwester plus begeistern (vlnr): Sabine Günther, Sr Barbara Spielhoff, Michaele Meudt und Natalia Goldschmied. Foto: Uli Schmidt

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Matthias Klinkner: Unsere Jubiläumsveranstaltung konnte mit einer Rekordanzahl an Finishern (1.351 in allen Läufen) abschließen; auch Dank Eures erneuten Einsatzes. Ich wünsche weiterhin sportlichen Erfolg.

Kolping-Auszeit im Vogelsbergdorf in Herbstein

  • Michael X: Das Titelbild ist sehr interessant. Wer hat es auf den Kopf gestellt?
  • Krechel Martha: Hallo, ich möchte gerne wissen wann das nächste Fahrsicherheitstraining statt findet. LG Martha Krechel
Imageanzeige
Imagewerbung
Brunnenfest Bad Breisig
Kirmes in Kripp
TdoT FFW Burgbrohl
Jubiläum
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0284#
Familienfest an Vatertag der Gro-Rhei-Ka
Empfohlene Artikel
Beim Familienfest in Höhr-Grenzhausen wurden den Besuchern und Besucherinnen ein buntes Programm geboten.
423

Höhr-Grenzhausen. Was für ein Tag, was für ein Jubiläum, was für ein starkes Zeichen für Familien und Kinder im Westerwald: Das 10. Kreisfamilienfest verwandelte am Sonntag die Innenstadt von Höhr-Grenzhausen in einen riesigen Erlebnisraum für Kinder, Jugendliche und Familien – und wurde bei bestem Frühsommerwetter zu einem echten Publikumsmagneten. Tausende Besucherinnen und Besucher aus dem gesamten...

Weiterlesen

Farbenfroh ist die neue Ausstellung im Museum zur Industriekeramik der Nachkriegszeit.
46

Höhr-Grenzhausen.Das Kannenbäckerland ist weltweit für seine salzglasierte, grau-blaue Keramik bekannt. Doch hat es keramisch weit mehr zu bieten als „nur“ traditionelles Steinzeug. Am 8. Mai wird eine neue Ausstellung zu einer Epoche im Keramikmuseum Westerwald eröffnet, die in der Region mehr Beachtung verdient hat: die seriell produzierte Keramik der Nachkriegszeit von 1950 bis 1980.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Das Projekt „Gelbe Füße“, initiiert von der Unfallkasse Rheinland-Pfalz, setzt auf einfache, aber wirkungsvolle Maßnahmen: Gelbe Fußabdrücke markieren sichere Wege und Überquerungsstellen im Straßenverkehr.  Fotos: Jan Ermtraud
5

Rheinbrohl. Rheinbrohl. Wie kommen Kinder sicher zur Schule und in die Kindertagesstätte? Diese zentrale Frage stand im Mittelpunkt eines Elterninformationsabends im Schulzentrum Rheinbrohl. Eingeladen hatten die Astrid-Lindgren-Schule gemeinsam mit der Kindertagesstätte Casa Feliz. Ziel der Veranstaltung war es, Eltern zu informieren, einzubinden und gemeinsam konkrete Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit zu entwickeln.

Weiterlesen

16

Leserbrief zu "Die alte Ockenfelser Linde soll fallen" in BLICK Aktuell Ausgabe 19/26

Gegendarstellung zur Situation der Linde in Ockenfels

Die Darstellung im Leserbrief "Die alte Ockenfelser Linde soll fallen" in BLICK Aktuell Ausgabe 19/26 ist weitgehend unrichtig und insbesondere einseitig, sprich unvollständig. Vielmehr eine Aneinanderreihung von falschen Behauptungen und Unterstellungen. Fazit: Der Schreiber hat sich offenbar mit der heutigen Situation in keinster Weise auseinandergesetzt.

Weiterlesen

Dienstleistungen
Wir helfen im Trauerfall
Wir helfen im Trauerfall
Imageanzeige Dauerauftrag 05_2025
Vatertag
Kirmes in Kripp vom 16. – 19.05.25
Kirmes in Kripp
Brunnenfest in Bad Breisig
Tag der offenen Tür FFW Burgbrohl
Brunnenfest
TdoT FFW Burgbrohl
Imageanzeige
Pädagogische Pflegerische Gruppenleitung
Kooperationsgeschäft - Anzeige Muttertag
Maikirmes in Grafschaft-Oeverich, 14. – 18.05.26