Vor 40 Jahren wurde die Kaiser-Ruprecht-Bruderschaft gegründet
Geschichte bewahren und Frieden erhalten
Festakt und Kanzlerwahl auf dem Königsstuhl zu Rhens
Rhens. Es waren sechs Rhenser Bürger, die vor 40 Jahren am 21. August die Kaiser-Ruprecht-Bruderschaft gründeten. Den Gründungstag wählten sie aus einem geschichtlichen Hintergrund, denn am 21. August 1400 wurde der Namensgeber Ruprecht in Rhens von den Kurfürsten mehrheitlich zum römisch-deutschen König gewählt. Bernhard Dieme, Michael Dillmann, Jakob Kron (Rhenser Bürgermeister), Hans Nick, Helmut Rößling und Engelbert Weber gründeten die Bruderschaft „zur Pflege des Andenkens an den Königsstuhl zu Rhense und deutscher Geschichte“. Ersterer war der Initiator, geschichtlich sehr interessiert, bekam er schon in jungen Jahren Kenntnis vom „kurverein zu rense“ (1338). 1967 besuchte er aus beruflichen Gründen Rhens und lernte den Königsstuhl kennen. Dessen verwahrloster Zustand entsetzte ihn. Die Bruderschaft verpflichtete sich zur Wahrung des Monumentes Königsstuhl als herausragendes Denkmal deutscher Geschichte, zur Förderung und Stärkung des Geschichtsbewusstseins und dem Frieden zu dienen. „PAX OPTIMA RERUM – der Frieden ist das Höchste aller Dinge“ lautet der Friedensappell, der 1980 vom Königsstuhl ausgesandt wurde und bei den Vereinten Nationen aufbewahrt wird. Diesen Appell unterschrieben 140 Städte, einen gleichlautenden Friedenspokal stiftet die Bruderschaft im zweijährigen Abstand an deutsch-europäische Städtepartnerschaften. In diesem Jahr soll der Friedenspokal an Vallendar und Cercy-la-Tour in Burgund verliehen werden. Diese konnten schon ihre vierzigjährige Partnerschaft feiern. Mit einem kurzen Einblick auf die Historie der Bruderschaft, der ausschließlich Männer angehören, eröffnete Bruderschaftskanzler Klaus Siegfried Weber den Festakt. Viele waren gekommen und lauschten in der herrlichen Kulisse am Königsstuhl seinen Worten. Vorausgegangen war eine lange Begrüßung, denn die Liste der Ehrengäste war lang. Passend zum Anlass und zum Schauplatz begeisterten die „Spielleut Ranunculus“ die Gäste, indem sie in den Sprechpausen ihre mittelalterliche Musik erklingen ließen, www.spielleut-ranunculus.de. Es war Musik aus der Zeit, als der Königsstuhl entstand. Auch einige der Ehrengäste ergriffen das Wort. Verbandsbürgermeister Bruno Seibeld ging in seiner Rede auf die Ziele der Bruderschaft ein und betonte, wie wichtig es ist, das Geschichtsbewusstsein zu fördern: „Wer die Zukunft gestalten will, muss um die Vergangenheit wissen.“ Der Bruderschaft wünschte er viel Elan und Energie für die Bewältigung ihrer Aufgaben. Die Gratulation der Stadt Rhens überbrachte Stadtratsmitglied Jörg Schüller. Glückwünsche vom Landkreis Myk hatte Kreisbeigeordneter Rolf Schäfer, der Landrat Dr. Alexander Saftig vertrat. Auch er blickte zurück auf die Anfänge: „Sie alle eint das Interesse an der deutschen Geschichte und im Besonderen das Anliegen, die mit dem Königsstuhl in Rhens verbundene Geschichte Deutschlands wach zu halten.“
Er würdigte das Engagement für den Frieden: „Es ist ein hehres Ziel, das uns nicht einfach vor die Füße fällt, an dem stets engagiert gearbeitet werden sollte. Mein Respekt und meine Anerkennung gilt dem dahingehenden Engagement der Kaiser-Ruprecht-Bruderschaft.“ Auch der Geschäftsführer des Vereinsring Rhens Heinz Schrumpf gehörte zu den Gratulanten. Er bedankte sich für den Einsatz der Bruderschaft, den er zusätzlich mit einer Spende belohnte. Zur Wahl des neuen Bruderschaftskanzlers schritten die Herren die Stufen hoch auf den Königsstuhl, wo einstimmig Alexander Thon gewählt wurde. Ausgestattet mit den Insignien und der original Gründungsakte zeigte er sich den wartenden Gästen. Alexander Thon ist Historiker, ALThon@web.de und Mitglied in zahlreichen historischen Vereinen, in der Bruderschaft war er seit 2006 der Schreiber. Seine Forschungsschwerpunkte sind unter anderem hoch- und spätmittelalterliche Geschichte, rheinische, pfälzische und elsässische Landeskunde, Burgenforschung und Sozialgeschichte im deutschen Kaiserreich (1871-1918). Er bedient ein weitgefächertes wissenschaftliches Betätigungsfeld und hat zahlreiche Veröffentlichungen getätigt. Seine Vita prädestiniert ihn für das Amt des Bruderschaftskanzlers. An diesem Abend standen außerdem das Amt des Säckelmeisters und des Schreibers zur Wahl. Dieter Müller wurde im Amt bestätigt, der neue Schreiber ist Roland Kraußer, Oberstleutnant a.D. Mit einem geselligen Beisammensein, untermalt mit mittelalterlicher Musik der „Spielleut Ranunculus“, nahm der Abend seinen weiteren Verlauf.
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Die „Spielleut Ranunculus“ begeisterten während des Festaktes mit ihrer mittelalterlichen Musik. Fotos EP
