Geschichte der Koblenzer Juden
Koblenz. Joachim Hennig, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins „Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz e.V. verfasst derzeit eine Geschichte der Juden in Koblenz, die sich mit der Historie der Jüdinnen in Juden in Koblenz von den Anfängen im Jahr 1104 bis in unsere Gegenwart befasst. „Ich bin froh, dass nun endlich der Teil 4b dieser Geschichte auf unserer Homepage erschienen ist“, freut sich Hennig.
Der aktuell erschienene Teil legt den Schwerpunkt auf den Völkermord, die Darstellung der insgesamt sieben Deportationen aus Koblenz „nach dem Osten“ und die Verschleppung von Koblenzerinnen und Koblenzern, die in die Länder Westeuropas geflohen waren, dort festgenommen und dann in die Vernichtungslager Sobibor und Auschwitz-Birkenau transportiert wurden. Auch diese Schilderung der Geschichte des Holocausts, der Shoa anhand von Einzelschicksalen aus Koblenz und Umgebung ist ebenso umfassend wie erstmalig.
In dem vor einiger Zeit erschienenen Teil 3 schildert Hennig anhand zahlreicher Schicksale Koblenzer Juden die Zeit der Diskriminierung, Entrechtung, Kriminalisierung und Emigration bis zum Jahr 1938. Die Darstellung der anschließenden NS-Zeit entwickelte sich dann so umfang- und detailreich, dass Hennig sie in zwei Teile aufteilen musste. So veröffentlichte der Förderverein vor einigen Monaten als Teil 4a die Geschichte von 1938 bis Ende 1941. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der erstmaligen umfangreichen Beschreibung des Novemberpogroms („Reichspogromnacht“) in Koblenz und ihren Folgen für die Koblenzer Juden bis hin zur deren endgültiger Ausschaltung aus dem Wirtschaftsleben, der Massenflucht und den ersten Deportationen von Koblenzern aus anderen Teilen Deutschlands.
Inzwischen hat die Geschichte der Juden in Koblenz einen Umfang von 740 Seiten, allein die Darstellung der NS-Zeit umfasst 510 Seiten. „Diese Publikation wäre ohne die Förderung durch „Demokratie leben!“ und durch die Leitstelle für Kriminalprävention des Innenministeriums von Rheinland-Pfalz nicht möglich gewesen. Unser Förderverein bedankt sich sehr herzlich für die großzügige Unterstützung“, erläutert der Vereinsvorsitzende Dr. Martin Schlüter und hofft gemeinsam mit dem Autor, dass beide Institutionen auch die Förderung für den abschließenden Teil 5 übernehmen. Darin wird Hennig die Geschichte der Juden in Koblenz von 1945 bis heute darstellen.
Interessierte finden alle bisher erschienen Teile der Geschichte der Juden auf der Homepage des Vereins, www.mahnmalkoblenz.de
