Kaiser Ruprecht Bruderschaft verleiht Sonderpreise im Wettbewerb des Bundespräsidenten
„Geschichte ist mehr als nur Geschehenes“
sRhens. Zum ersten Mal hat die Kaiser Ruprecht Bruderschaft zu Rhens 2017 zehn Sonderpreise im Rahmen des offiziellen Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten verliehen, der von der Körber-Stiftung mit Sitz in Hamburg und Berlin durchgeführt wird. Bei bestem Sommerwetter konnte Bruderschaftskanzler Alexander Thon M.A. nahezu 100 Gäste aus ganz Rheinland-Pfalz begrüßen, darunter vor allem die Preisträger mit ihren Tutoren, Angehörigen und weiterer Begleitung. Nach einer kurzen Einführung, in der er auf die Auswahlkriterien der Jury der Bruderschaft einging, übergab Thon das Wort an Carmen Ludwig von der Körber-Stiftung, die eigens aus Hamburg angereist war. Frau Ludwig stellte den Geschichtswettbewerb vor, welcher der größte historische Forschungswettbewerb für junge Teilnehmer in Deutschland ist und seit 1973 ausgerichtet wird. Bundesweit wurden beim diesjährigen 25. Wettbewerb 2016/17 mit dem Thema „Gott und die Welt. Religion macht Geschichte“ 1.639 Beiträge eingereicht. Aus der Fülle dieser Beiträge wurden in Rhens zehn besonders gelungene Arbeiten von Schülerinnen und Schülern aus Rheinland-Pfalz getreu dem Motto „Geschichte ist mehr als nur Geschehenes“ mit einem Sonderpreis prämiert. Die Jury der Bruderschaft, bestehend aus Astrid Sibbe (Oberstudienrätin am Max von Laue-Gymnasium, Koblenz), Roland Kraußer (Schreiber der Bruderschaft) und Alexander Thon (Bruderschaftskanzler), zeichnete mit jeweils eigener Laudatio folgende Arbeiten aus:
Arbeitsgemeinschaft Spurensuche (Emanuel-Felke-Gymnasium, Bad Sobernheim): „Konfession – eine Nebensache? Der Einfluss der Kirche auf den Alltag in den Dörfern um Bad Sobernheim in den 50er und 60er Jahren“, Anna Culmann (Freiherr vom Stein-Gymnasium, Betzdorf/Sieg): „Kirchenpolitik und christliches Bekenntnis 1933. ,Sportpalastrede‘ des Gauobmanns Dr. Krause und ihre weitreichenden Auswirkungen“, Judith Esser (BBS für Technologie und Umwelt, Wittlich): „Kaddisch für eine Tote. Jüdisches Leben in Pünderich zur NS-Zeit am Beispiel der Familie Geisel“, Florian Geisbüsch (Auguste Viktoria-Gymnasium, Trier): „Von Heiligen Bischöfen, gesteinigten Göttinnen und einem enthaupteten Merkur – Selbstvergewisserungsmittel am Beispiel der Tempelanlage Tawern, der Venus von St. Matt-hias und dem Gräberfeld St. Maximin (Trier)“, Sophia Jasmin Khalifa und Franz Ferdinand Rieks (Rabanus-Maurus-Gymnasium, Mainz): „,Wenn ich aus dem Herzen heraus arbeite, gelingt fast alles.‘. Die Chagall-Fenster in der Mainzer Kirche St. Stephan“, Carolin Pelizaeus (Rabanus-Maurus-Gymnasium, Mainz): „,Denken in Handeln überführen‘. Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Mainz im Spannungsfeld von Religion und Politik – 1964 bis heute“, Moritz Schäfer (Rabanus-Maurus-Gymnasium, Mainz): „,Einmal Messdiener, immer Messdiener‘. Geschichte und Geschichten der Messdiener von St. Stephan in Mainz-Gonsenheim“, Selina Wolf (BurgGymnasium, Kaiserslautern): „,Mit geradezu rühren-der Hirtentreue‘. Ludwig Diehl: Geistlicher, Nationalsozialist, (un)ehrenhafter Bürger Mackenbachs“. Die letzten beiden Preisträger kamen vom Koblenzer Eichendorff-Gymnasium: Lars Schwickerath hatte sich mit dem Thema „Zwischen Kreuzen und Atomraketen. In welchem Bezug steht Religion zur Friedensinitiative Hunsrück?“ beschäftigt, während Arved Schreiber in seiner herausragenden Untersuchung „Religion und Ideologie im Dritten Reich am Beispiel der Thingstätten in Koblenz“ und damit ein noch immer brisantes Thema untersuchte. Alle Preisträger erhielten eine Urkunde, eine Gelddotation und das Buch der Bruderschaft über den Königsstuhl. Am Ende der sehr stilvollen Zeremonie betonten sowohl Frau Ludwig seitens der Körber-Stiftung als auch der Bruderschaftskanzler erfreut den Willen zur weiteren Zusammenarbeit und luden schon jetzt zur Teilnahme am nächsten Wettbewerb ein. Thon bedankte sich beim Säckelmeister der Bruderschaft, Dieter Müller, und dessen Ehefrau Ursula sowie allen Weiteren Helfern für die perfekte Organisation und bei den Spielleut Ranunculus für die gewohnt mitreißenden musikalischen Darbietungen. Im Anschluss wurde zu einem kleinen Empfang gebeten, der noch lange Zeit für angeregte Gespräche mit den Preisträgern bot. Als nächste Veranstaltung feiert die Bruderschaft am Sonnabend, 7. Oktober 2017, um 11 Uhr die Verleihung des Friedenspokals an die Städte Vallendar und Cercy-la-Tour (Frankreich). Pressemitteilung
der Kaiser Ruprecht Bruderschaft
