Rheinbach liest
Geschichten marsch bei Alarm, Alarm in der Feuerwache
Rheinbach. Die Veranstaltungsreihe „Rheinbach liest vor“ rund um den bundesweiten Vorlesetag ist in diesem Jahr um eine Attraktion reicher geworden. Plötzlich hieß es nämlich „ALARM! ALARM!“ Rund 150 Kinder und Eltern folgten der Einladung in die Feuerwache am Brucknerweg, um den Geschichten rund um die Feuerwehr zu lauschen und in den von der Buchhandlung Kayser und der öffentlichen Bücherei St. Martin bereitgestellten Büchern zu schmökern.
Ziel der Aktion war: Ein interessantes und beliebtes Thema für Geschichten an einem besonderen Ort anzubieten, für das Vorlesen zu werben und zugleich Kinder für die Arbeit der Feuerwehr zu begeistern. Nach etwas Gewusel fanden sich die Jungen und Mädchen an etwa 10 Vorlesestellen zu kleinen Gruppen zusammen. Direkt konnten sie überprüfen, ob denn auch stimmt, was in den Büchern steht. Und tatsächlich: Hier gibt es Hosen, mit „eingebauten“ Stiefeln und Atemluftflaschen „warten“ einsatzbereit in den entsprechenden Fahrzeugen. Eifrig kletternd wurde immer wieder der Leiterwagen erkundend.
Der sechsjährige Robin vermisste die Rutschstange. Doch Jörg Kirchhartz, stellvertretender Wehrführer der FF Rheinbach, konnte dies gleich erklären: „Die Rutschstange gibt es nur in einigen Berufsfeuerwehren, die über der Fahrzeughalle ihre Schlafräume haben. Wir kommen bei einer Alarmierung normalerweise von der Arbeit oder von zu Hause. Deswegen brauchen wir diese Stange hier nicht.“
Bürgermeister mit von der Partie
Unterstützt wurden die Vorleser des Vereins „Rheinbach liest“ von Bürgermeister Stefan Raetz, WDR-Sprecher Martin Groß und Mitgliedern der aktiven Wehr sowie der Jugendfeuerwehr. Diese konnten die Geschichten mit eigenen Erlebnissen anreichern. Der 13-jährige Jugendfeuerwehrmann Tim und seine Kameradin Jennifer aus Wormersdorf beantworteten auf beeindruckende Weise alle Fragen, die ihre Lesegruppe an sie hatte. So lernten die Kinder auch gleich noch, wie sie sich bei einem Brand zu verhalten haben und worauf es ankommt, wenn sie einen Notruf machen müssen.
Stephanie Commer, mitverantwortlich für die Jugendfeuerwehr, erläuterte mit einigen Kameraden für die älteren Kinder, darunter die ‚boys in action‘ von Abenteuer Pur, den Einsatz in einem brennenden Haus. Dank der eingesetzten Nebelmaschine und der Atemschutzkleidung ein beeindruckendes Erlebnis. „Die sehen aus wie Darth Vader!“, meinte der elfjährige Florian. Zum Glück gab es an diesem Abend keinen wirklichen Einsatz für die Feuerwehr, sodass WDR-Sprecher Martin Groß seine spannend vorgetragene Geschichte über den jungen Feuerwehrmann Kai bei seinem ersten Einsatz planmäßig beenden konnte.
Für das leibliche Wohl war auch gesorgt: Es gab heißen Punsch, natürlich jede Menge Wasser und von der Bäckerei Lennartz gespendete Brötchen.
„Uns hat dieser Nachmittag viel Freude gemacht und wir stehen für eine Wiederholung gerne zur Verfügung!“, so Wehrführer Laurenz Kreuser, der auch gleich einen Vorschlag fürs nächste Mal hatte: „Wir würden gerne, um ihnen die Angst zu nehmen, auch den jüngeren Kindern die voll eingekleideten Feuerwehrmänner zeigen.“
Nicole Denke vom „Rheinbach liest vor“-Organisationsteam zog ebenfalls eine positive Bilanz der Veranstaltung: „Wir sind bei der Wehrführung mit unserem Vorschlag zu dieser Vorleseaktion sofort auf offene Ohren gestoßen. Das ist hier Feuerwehr zum Anfassen und das Vorlesethema Feuerwehr hat wirklich gezündet.“
Rheinbach Liest-Vereinsmitglied
Karsten Logemann, der als Vorlesepate eine Gruppe von Kindern in einem Wagen betreute, fügt hinzu: „Wir können stolz auf unsere Freiwillige Feuerwehr in Rheinbach sein und zugleich dankbar, dass so viele Männer und Frauen ihre Freizeit für uns alle opfern.“
Auch Bürgermeister Stefan Raetz ist es wichtig, „dass die kindliche Begeisterung für dieses Thema durch Geschichten und die authentische Begegnung vermittelt, über die Mitgliedschaft in der Jugendfeuerwehr zu immer wieder neuem Nachwuchs führt.“ Die Jugendfeuerwehr steht allen Interessierten ab zehn Jahren offen.
