Allgemeine Berichte | 15.07.2019

Gerti Gabelt liest am 26. Juli aus ihrem neuen Buch „Frei sollst du sein“

Geschichten von Liebe, Hoffnung und unerwarteten Geschehnissen an fernen Orten

In der Stille der Nacht folgt die Autorin ihren Eingebungen und kreiert Geschichten

Am Rhein zu leben gefällt Autorin Gabelt, aber das Fernweh hält an.Fotos: HG

Bad Breisig. Das Reisen ist ihr Lebenselixier. Aber anders als viele Menschen verlebte sie nicht nur zwei Ferienwochen jenseits der Herkunftsgefilde. Gerti Gabelt, in Bad Honnef geboren, früher in Königswinter ansässig, verwitwete Mutter dreier erwachsener Kinder, lebt seit sieben Jahren wiederverheiratet in Bad Breisig. Sie war zwölf Mal in Australien, verbrachte zwei Mal vier Monate in Südafrika und längere Zeit in Bangkok. Ihr Antrieb: „Ich wollte aus der Enge heraus und hinein in eine Vielfalt“. Seit sieben Jahren wohnt sie mit ihrem Mann in Bad Breisig. Von Oberbreisig zogen sie direkt an den Rhein. „Hier geht immer eine leichte Brise“, sagt sie. Die hilft ein wenig gegen das Fernweh. Denn am liebsten würde sie „sofort nach Südafrika übersiedeln, natürlich nur, wenn die ganze Familie mitkäme“. Kapstadt wäre da eine Option. Sie liebt diese Stadt.

Später Schreibstart

Kapstadt ist auch ein Schauplatz in ihrem dritten, gerade herausgekommenen Buch, das den Titel „Frei sollst du sein – Take Your Time“ trägt. Mit dem Schreiben hat Gabelt, früher Rossbach-Pütz, allerdings erst verhältnismäßig spät begonnen. Zunächst Verwaltungsangestellte im Gesundheitswesen in Köln, machte sie auf dem zweiten Bildungsweg eine dreijährige Psychologieausbildung. Fünf Jahre lebte sie in Australien, wo sie in der Verwaltung eines Krankenhauses tätig war. Danach arbeitete sie von 1988 bis in die 1990er Jahre in der Verwaltung des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR). Als freie Mitarbeiterin beim Katholischen Bildungswerk leitete sie von 1993 bis 2007 Seminare, Entspannungskurse und Diskussionen über aktuelle Lebensthemen, wie „gibt es das Böse?“ „wie bewältige ich Neid, ungute Gefühle, Trauer?“

Reiselust und Erzählfreude

Dass aus Gabelt, der Psychologischen Beraterin und früheren Verwaltungsangestellte eine Autorin wurde, hängt mit ihrer Reiselust und Erzählfreude zusammen. Jedoch ist dieser Umstand vor allem einem traumatischen Erlebnis geschuldet. Im Dezember 2004 gehörten sie und ihr Lebensgefährte zu jenen, die während des Weihnachtsurlaubs am Strand der Insel Phuket, Thailand, den Tsunami erlebten. Abertausende Menschen starben. Die beiden wurden im letzten Moment gerettet. Gerti Gabelt macht die Erinnerung an die Todeswelle bis heute zu schaffen. „Ich schlafe schlecht, aber dann schreibe ich“, erzählt sie. „Aufbauend auf Tagebucheinträgen und Mitteilungen an Angehörige“ begann sie nach dem Tsunami und der langen Zeit im Hospital die Erlebnisse aufzuschreiben. „Ich habe es für meine Kinder, die Familie und mich getan; es hat mir bei der Verarbeitung geholfen“.

Ana Sue entkommt

Nach dem Erstling „Tsunami erlebt – überlebt“ erschien 2016 ihr Buch „Wanda und Wendelin“ über ein junges Mädchen, das seine große Liebe und sein Kind verliert, aber ins Leben zurückfindet und „ihm“ wiederbegegnet. Auch Gabelts dritte Veröffentlichung nimmt ihren Ausgang bei einer jungen Frau. Ana Sue muss als Älteste ihre Familie unterstützen.

Sie gerät laut Klappentext „in den Sog eines Etablissements in Bangkok, aus dem es kein Entkommen gibt.“ Gerti Gabelt hat sich dieser Figur angenommen. Nicht, dass sie tiefere Einblicke in das Milieu hätte. Aber an der Sexmeile hat sie es „so schlimm gefunden, dass die ganz jungen Mädchen da an den Stangen tanzen.“ Diesen Anblick kennt sie und weiß auch um das Ausgeliefertsein der Sexarbeiterinnen. Die Geschichte hat sie freilich komplett selbst ersonnen. Als Autorin lässt sie ihre Hauptfigur Ana Sue früh entkommen. Auf deren wechselhafte Lebensspur nimmt sie den Leser mit. Zwischen Vertrauen und Enttäuschung, neuen Aufgaben, einer verebbenden und einer aufkeimenden Liebe bewährt sich die Thailänderin und reift zur selbstbewussten Frau heran. Das ist unkompliziert erzählt, tippt aber allerlei Momente an, in denen Menschen herausgefordert sind, sich zu beweisen, gerade dann, wenn sich die Dinge vollkommen anders entwickeln, als erwartet.

Immer wieder nachts, wenn andere schlafen, nimmt Gerti Gabelt ihr Notizbuch zur Hand. Draußen dunkelt es. Aber in ihrem Innern rühren sich Erinnerungen, steigen Eingebungen auf. In der Stille der Nacht lauscht sie nach innen. Gerti Gabelt genießt „die Ruhe, eine besondere Atmosphäre“. Sie ist sich sicher: „Wer einmal mit dem Schreiben angefangen hat, kommt nicht mehr davon los“. Autorin Gabelt hegt jedenfalls neue Pläne. Es gibt Überlegungen für ihren nächsten Roman, in dem eine Frau vorkommen wird, die ihren Mann fürchten muss. Doch zunächst will die aktuelle Neuerscheinung unter die Leute.

Lesung Freitag, 26.Juli,

Zur Lesung „Frei sollst du sein“ lädt Gerti Gabelt für Freitag, 26. Juli, 11 Uhr, ins Hotel Rhein-Residenz, Rheinufer 1. Ihr Buch mit 226 Seiten, ISBN 978-3-96145-466-2, ist beim Engelsdorfer Verlag Leipzig erschienen.

HG

Das Schreiben bereitet Gerti Gabelt große Freude.

Das Schreiben bereitet Gerti Gabelt große Freude.

Am Rhein zu leben gefällt Autorin Gabelt, aber das Fernweh hält an. Fotos: HG

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Roman Bermel: Hallo Julia. Du hast vollkommen recht. Ich habe lange bei euch gearbeitet und bin auch heute noch in der Grundschule unterstützend tätig. Ich kann nicht feststellen, dass weniger Unterstützung notwendig ist, eher das Gegenteil ist der Fall.
  • Andi-RLP: Hallo Herr oder Frau Bastian, Sie haben Recht, die Kommentarantwort von mir war falsch ausgedrückt. Das Wort "vertrauensvoll" steht natürlich im Bericht. Jedoch habe nicht ich den vertrauensvollen Abstimmungsprozess...
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Elke Zeise: Nur Schade das man als Nachbarin keine Information bekommt ob der Täter noch in U Haft ist oder wieder auf freiem Fuß ist. Habe Angst die Wohnung zu verlassen
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Hausmeister, bis auf Widerruf
Imageanzeige Werbeplan 2026
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0240#
Kooperationsgeschäft
Maifest in Gönnersdorf
Maifest Gönnersdorf
Gesundheit im Blick Lahnstein
Empfohlene Artikel
Die Stadt Andernach beteiligt sich auch in diesem Jahr an der bundesweiten Aktion „Mähfreier Mai“ und setzt damit ein weiteres Zeichen für eine nachhaltige und naturnahe Stadtentwicklung.Foto: Stadtverwaltung Andernach / Regina Unruh
28

Andernach. Die Stadt Andernach beteiligt sich auch in diesem Jahr an der bundesweiten Aktion „Mähfreier Mai“ und setzt damit ein weiteres Zeichen für eine nachhaltige und naturnahe Stadtentwicklung. Gleichzeitig verfolgt die Stadt einen ganzheitlichen Ansatz in der Grünflächenpflege.

Weiterlesen

Die Kreisverwaltung in Koblenz. Foto: ROB
61

Kreis MYK. Im Mai 2026 findet im Kreis Mayen-Koblenz die Bundeswehrübung „Gelber Merkur 2026“ unter der Leitung der Teilstreitkraft Cyber- und Informationsraum statt. Der Zeitraum dieser Übung erstreckt sich vom 8. bis 22. Mai, und die Aktivitäten sind nicht nur auf Standort- oder Truppenübungsplätze beschränkt. Die beteiligten Kräfte bewegen sich auch im öffentlichen Raum, was dazu führen kann, dass Schussgeräusche durch den Einsatz von Platzpatronen wahrnehmbar sind.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Nadine Kreuser.  Foto: privat
10

In Ahrweiler gehört es fest dazu: das Maibaumstellen. Gemeinsam werden die großen geschmückten Bäume aufgerichtet – mit viel Vorbereitung, Muskelkraft und Gemeinschaftssinn. Gleichzeitig sieht man in diesen Tagen vor vielen Häusern kleinere Maibäume stehen. Sie werden meist ganz persönlich aufgestellt: als Zeichen der Zuneigung, der Verbundenheit oder einfach, um einem Menschen zu zeigen: Ich denke an dich.

Weiterlesen

Symbolbild.
27

Pkw touchiert Kind an einer Bushaltestelle

21.04.:Kind bei Unfall in Marienfels verletzt

Marienfels. Am Dienstag, dem 21. April 2026, kam es gegen 16:30 Uhr in der Römerstraße in Marienfels zu einem Verkehrsunfall an einer Bushaltestelle. Ein Kind wurde von einem vorbeifahrenden PKW leicht touchiert und erlitt dabei leichte Verletzungen.

Weiterlesen

Dienstleistungen
Kleinanzeigen
Anlagenmechaniker
Blumen Meyer Neueröffnung
Praxis an neuem Standort
Ausverkauf
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0253#
Titel-Eckfeld - Bestellung Nr. 4300003863
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0253#
Innovatives rund um Andernach
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Biker Segnung
Innovatives rund um Andernach
Servicemitarbeiterin
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr