Freude bei der Bürgerinitiative Lebendige Tourismus-Heimat
Gestaltete Schaufenster erzeugen großes Interesse
Mendig. Die vor zwei Jahren von einigen Rentnern gegründete „Bürgerinitiative Lebendige Tourismus-Heimat“ freut sich über das Interesse von Bürgern und Touristen an denen von ihnen gestalteten Schaufenstern im Altstadtbereich von Niedermendig. Spontan konnten fünf leer stehende und nur mit einem Schild „Zu vermieten“ bisher ausgestattete Fenster ehemaliger Geschäfte mit für Mendig typischen Gegenständen gestaltet werden. Dazu gehören alte Brauereigegenstände wie auch historische Steinmetzwerkzeuge von der Lay.
Die Schaufenster wurden regelmäßig geputzt und die anliegenden Straßen gefegt. Vielleicht war es der nun entstandene bessere Eindruck, dass in diesem Jahr bereits drei Schaufenster einer neuen betrieblichen Nutzung zugeführt werden konnten. Für Rentner sind diese Ausstellungsstücke beim Stadtrundgang oft Anlass zu Erzählungen unter dem Aufhänger: „Weißt Du noch?“.
Otto Schlederer erzählte dort am Tag nach Schwerdonnerstag, dass vor 60 Jahren schon an diesem Fenster auf seine Freunde gewartet hätte, als sie sich als erste Wehrpflichtige vom Flugplatz in das ihnen bisher unbekannte Karnevalstreiben als Bayern wagten. Die sechs jungen Burschen im Alter zwischen 18 und 20 kannten diese Art von Weiberfastnacht und auch das Trinken von Wein nicht. „Mit sechs Mann haben wir uns damals eine Flasche Wein geteilt. In den Gaststätten „Zur guten Quelle“, „Zur Eisenbahn“, „Deutsches Haus“, „Felsenkeller“ und „Zitterpitter“ ( Müller ) nannten wir die kleinen rheinischen Bierkrüge „Zahnputzbecher“ und das war gut so, denn durch die gezwungene Rückhaltung lernten mein Freund Helmut und ich unsere Frauen kennen, die uns mit anhaltendem Erfolg zu zufriedenen Bürgern der Bier- und Vulkanstadt machten.
Die hübsch gestalteten Schaufenster laden zum Verweilen ein, Otto Schlederer (Mitte) erzählte, wie er vor 60 Jahren an diesem Fenster auf seine Freunde wartete.Foto: Heinz Lempertz
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