Tolle Veranstaltung an der GGS Meckenheim-Merl
Gewaltfrei Lernen
„Kluge Kinder lassen alles an ihrer dicken Elefantenhaut abprallen“
Meckenheim-Merl. Wie reagiert man richtig auf Beleidigungen und Provokationen? Was ist der Unterschied zwischen Petzen und Hilfe holen? Mit solchen und anderen Fragen haben sich alle Klassen der GGS Merl in den letzen Wochen gemeinsam mit Sybille Wanders und Daniel Lindner vom Projekt „Gewaltfrei Lernen“ aktiv auseinandergesetzt. Sich bei Beleidigungen aktiv zu wehren oder sogar zurück zu ärgern, kann alles noch schlimmer machen. Was also tun gegen Beleidigungen und Provokationen? „Kluge Kinder lassen alles an ihrer dicken Elefantenhaut abprallen“, erklärt Daniel Lindner den Kindern der Meckenheimer Grundschule. Während Handpuppe Draco die Kinder beleidigt, stolzieren diese also selbstbewusst und mit einem lässigen Schulterzucken an ihm vorbei. Des Weiteren stand auf dem Stundenplan, kleinere Handgreiflichkeiten mithilfe der Stopp-Hand erfolgreich abzuwehren. Die Kinder lernen so spielerisch, kleine Konflikte selbst im Keim ersticken zu lassen. Bei wiederholten Beleidigungen und Beschimpfungen, sowie kleineren wiederholten Rempeleien, dürfen sich die Kinder nach der Stopp-Regel in drei Schritten bei einem Erwachsenen Hilfe holen. Ernsthaftere Vergehen sollen natürlich mit direkter Unterstützung von Erwachsenen geklärt werden.
Fehler machen ist menschlich. So wurden auch gezielt Spiele ausprobiert, die dazu führten, dass aus Versehen andere Kinder angerempelt wurden. Die Kinder übten daraufhin, sich angemessen zu entschuldigen und Ideen für eine Wiedergutmachung zu sammeln.
Einer der Kerngedanken des Projekts „Gewaltfrei Lernen“, das Dank der finanziellen Unterstützung der Raiffeisenbank Voreifel und des Fördervereins der Schule verwirklicht werden konnte, ist es, nicht nur auf Ärger angemessen zu reagieren, sondern auch, selbstverständlich nett zu allen zu sein. Wenn jemand mitspielen will, soll immer „Ja!“ gesagt werden und auch im Unterricht arbeitet prinzipiell jeder mit jedem. Dieser Leitgedanke des Projekts soll den Kindern verdeutlichen, dass durch ein aufgeschlossenes und freundliches Verhalten viele neue Freunde gewonnen werden können.
Wird beobachtet, dass jemand ausgegrenzt wird, können Kinder sogar zum „Superman“ oder „Supergirl“ werden – natürlich ohne dabei Gewalt einzusetzen! Wie das geht? Ganz einfach, dem ausgegrenzten Kind ein Kompliment machen und es mit einem Spielangebot elegant aus der unangenehmen Situation befreien.
Die Schülerinnen und Schüler der GGS-Merl haben in den aufregenden Projekttagen also viel darüber gelernt, wie sie mit Provokationen und Beschimpfungen besser umgehen können. Das Motto: „Nur gemeinsam sind wir stark!“ hat sich bei den Kindern bereits verfestigt. „Gewaltfrei Lernen“ – ein Projekt, das man in Merl sicherlich gerne wiederholen möchte.
Nicht auf Beleidigungen reagieren.
