Allgemeine Berichte | 16.03.2026

Großes Echo auf das neue Buch von Josef Freise

Gewaltfreie Wege um Frieden

V.l.n.r.: Josef Freise, EIRENE-Geschäftsführer Ali Al-Nasani und Caroline Wiegand (Vorstand von pro peace).  Foto: Wolfgang Rahn

Neuwied. Im vollen Saal des Friedrich-Spee-Hauses mit gut 100 Teilnehmenden eröffnete Ali Al-Nasani von EIRENE die Veranstaltung zur Frage, wie Frieden und Demokratie in Zeiten globaler Krisen gestärkt werden könnten.

Neben EIRENE hatten das Neuwieder Bündnis für Demokratie und Toleranz, die Lokale Agenda 21 in Stadt und Kreis Neuwied, die Evangelische Kirchengemeinde Neuwied, der Pastorale Raum Neuwied und die Katholische Erwachsenenbildung eingeladen. Anlass zu dieser Veranstaltung war die Neuerscheinung des Buches zur Gewaltfreien Sozialen Arbeit von Josef Freise, der in einem halbstündigen Vortrag das Buch vorstellte.

Freise versteht sich als pragmatischer, verantwortungsethischer Pazifist. Bei allem Bemühen um Gewaltminderung und Gewaltfreiheit in jeder nur denkbaren Situation sieht er, dass wir nicht von heute auf morgen auf militärische Verteidigung verzichten können. Er mahnte aber mit der "Initiative Sicherheit neu denken" eine Abkehr von der atomaren Abschreckungslogik und eine Umrüstung an, die auf offensive Kriegsführung mit Massenvernichtungswaffen und Atomwaffen verzichtet. Zugleich sei die Einübung einer sozialen nichtmilitärischen Verteidigung notwendig, die es eventuellen Besatzern durch Nichtkooperation schwer mache, ihre Besatzung aufrecht zu erhalten. Kriegsdienstverweigerer sollten nicht nur einen Dienst in Krankenhäusern und anderen sozialen Einrichtungen leisten, sondern sich auf nichtmilitärische Verteidigung im Kriegsfall und im Fall von durch eine rechtsextreme Übernahme des Staates vorbereiten. Eine solche nichtmilitärische Verteidigung sei natürlich nicht ungefährlich, könne persönliche Nachteile, Gefängnisstrafen oder auch sogar den Tod zur Folge haben.

In der anschließenden Podiumsdiskussion erläuterte Caroline Wiegand aus dem Vorstand von pro peace diese Organisation des zivilen Friedensdienstes, die Friedensfachkräfte in Krisen- und Kriegsgebiete zum gewaltfreien Einsatz vor Ort entsendet. Aus dem Plenum kamen zustimmende und kritische Rückmeldungen: Ist das Propagieren von sozialer Verteidigung wirklich zielführend? Caroline Wiegand erläuterte, dass pro peace mit Organisationen zusammenarbeitet, die unterschiedliche militärische und nichtmilitärische Wege für notwendig halten, um zum Ziel des gesellschaftlichen Friedens zu gelangen. Bürgermeister Peter Jung äußerte seine Wertschätzung für die Arbeit von EIRENE und von den verschiedenen zivilgesellschaftlichen Initiativen, die sich in Neuwied für Demokratie und friedliches Zusammenleben engagieren. Die Veranstaltung endete mit einem Dank an Ali Al-Nasani für seine EIRENE-Arbeit und einem anschließenden Empfang zu seiner Verabschiedung als EIRENE-Geschäftsführer. Al-Nasani geht mit der Organisation Brot für die Welt nach Bangkok, um von dort aus die Menschenrechtsarbeit in Myanmar zu begleiten - eben genau in der Perspektive gewaltfreier Friedensarbeit, die am Abend vorgestellt wurde.

V.l.n.r.: Josef Freise, EIRENE-Geschäftsführer Ali Al-Nasani und Caroline Wiegand (Vorstand von pro peace). Foto: Wolfgang Rahn

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