Gymnasiums im Kannenbäckerland
„GiK goes space – Wir waren da!“
Höhr-Grenzhausen. Das Nawi-Wahlpflichtfach der 9. Klassen des Gymnasiums im Kannenbäckerland ließ vor kurzem nach circa halbjähriger Vorbereitung einen Stratosphärenballon in den Himmel steigen.
Dieses Projekt wurde zuvor im Unterricht geplant, indem man Sponsoren und Material beschaffte, eine Styroporbox baute und sie mit der nötigen Technik, nämlich zwei Kameras, einem GPS-Tracker, einem Mini-Computer und einer Powerbank ausstattete. Außerdem wurde noch die Starterlaubnis des LBM eingeholt, denn sonst hätte der Ballon gar nicht abheben dürfen.
Die letzten Vorbereitungen wurden dann von zwölf Schülerinnen und Schülern in der Projektwoche vom 19. bis zum 23. Juni getroffen. Am vierten Tag dieser Woche konnte es dann endlich losgehen. Ab 10 Uhr versammelten sich die teilnehmenden Schüler des Projekts mit Ihrem Lehrer und Projektleiter Christoph Spitzner, die Sponsoren und Verbandsbürgermeister Thilo Becker sowie zahlreiche interessierte Gäste des Lehrerkollegiums und der Schülerschaft des GiK, aber auch einige Außenstehende auf der Wiese unterhalb der Sportanlage des Gymnasiums, um den lang ersehnten Ballonstart vorzubereiten.
Eine Reise in den Himmel
Kurz vor 11 Uhr war es dann soweit und der Ballon trat seine Reise in den Himmel an. Bereits nach den ersten Höhenmeter begann das Zittern, denn zunächst sah es so aus, als könnte der Ballon in den naheliegenden Bäumen hängen bleiben. Zum Glück schaffte er diese Hürde und stieg dann schnell weiter nach oben.
Sofort machte sich ein Team aus vier Schülern und Herrn Spitzner auf den Weg und folgte mit dem Auto den GPS-Signalen des Ballons. Dabei führte der Weg sie zunächst nach Löhnberg in Hessen und dann weiter nach Wetzlar. Zwischendurch verlor das Team den Kontakt, aber kurz vor Gießen sendete der Ballon wieder ein Signal. Schließlich fuhren die Verfolger bis nach Bayern in die Rhön in den Ort Hohenroth. Dort war der Wetterballon in einem Garten gelandet und dank des an der Box befestigten Hinweises mit den Kontaktdaten, meldete sich der Besitzer des Grundstücks auch prompt bei der Crew, so dass diese nach ihrem Eintreffen vor Ort den Ballon wieder einsammeln konnte. Die Schülerin Lisa Hücking sorgte mittels Instagram dafür, dass Interessierte per Live-Video der Bergung der Sonde beiwohnen konnten.
Das Flugobjekt hat schlussendlich 278km hinter sich gelassen und war bis in ca. 22.000 Meter Höhe gestiegen, wie die spätere Auswertung der Daten ergab. Dort platzte es und trat seinen Heimweg auf die Erde mit dem über der Box installierten Fallschirm an. Gegen 23 Uhr und nach rund 700 km Fahrt waren dann Ballon, Schüler und Lehrer wieder zurück im Westerwald.
„Das war ein aufregender Tag. Etwa zehn Stunden folgten wir dem GPS-Signal und waren gespannt, ob und wo unser Ballon gefunden wird.“, berichtete Projektteilnehmer Aron Emons.
Spannung bei der Auswertung der Flugdaten
Am nächsten Tag begannen dann die Auswertungen der Aufzeichnungen und alle waren sehr gespannt auf die Flugdaten. Besonders der Einsatz vom Leon Schramm ist hervorzuheben, der Stunden und Tage bemüht war, die Daten und Bilder aus dem in der Box verbauten Minicomputer zu retten, schließlich hatte die Hauptkamera wegen Überhitzung nach 20 Minuten ihren Dienst quittiert. Doch mit Erfolg! Die Mühe wurde durch eindrucksvolle Bilder unseres Planeten belohnt. Mithilfe dieser Bilder konnte dann Cem Kilinc das erste Video anfertigen. Genau eine Stunde vor Ende des Präsentationstages der Projektwoche wurde es im Informatikraum des GiK gezeigt.
Die endgültige Bilder- und Datenauswertung dauert noch an, so dass etwa in der nächsten Woche mit einer Fortsetzung des Videos zu rechnen ist. Zu sehen sind die Videos unter „Youtube – GiK goes space“.
„Damit schreiben wir am GiK Geschichte“, waren die ersten Worte des betreuenden Lehrers, Christoph Spitzner, beim ersten Anblick des Videos. Christoph Spitzner, der die Schülerinnen und Schüler über den Zeitraum von sechs Monaten stets unterstützte, motivierte und ihnen mit seinem fachwissenschaftlichen Rat zur Seite stand, ist sichtlich stolz auf jeden der teilnehmenden Schüler.
Das, was die jungen Menschen in dieser Zeit gelernt haben, steht in keinem Lehrplan und ist die perfekte Vorbereitung auf das Berufsleben nach Schule und Studium. Komplexe Herausforderungen konnten nur durch hervorragende Teamarbeit, in der jede kleine Teilgruppe bestimmte Aufgaben hatte, erfolgreich durchgeführt werden.
Auf in den Himmel: Der Ballon steigt empor.
