Allgemeine Berichte | 26.01.2016

Emser Karnevalsgesellschaft präsentierte Sitzung in Rekordlänge

Grandioses Programm riss das Publikum von den Stühlen

Weiterer Superlativ: Mehr als 100 Aktive zum Einmarsch des Prinzenpaares auf der Bühne

Mehr als 100 Aktive auf der Bühne des Theatersaals – so voll war es noch nie. WW/Willi Willig

Bad Ems. Das hat der altehrwürdige Theatersaal auch noch nicht erlebt: Mehr als 100 Aktive marschierten mit dem Prinzenpaar Felix und Alexandra unter tosendem Applaus zur großen närrischen Sitzung am vergangenen Samstagabend. Eine nicht enden wollende Karawane begleitete die beiden Repräsentanten des Kurstadt-Karnevals zum Heimspiel im ausverkauften Saal. Das Motto der närrischen Sitzung könnte in diesem Jahr eigentlich, wie von mancher Metzgertheke vertraut, „Darf`s auch ein bisschen mehr sein?“ lauten.

„So viele Aktive hatten wir noch nie auf einen Schlag auf der Bühne“, freute sich EKG-Präsident Frank Ackermann, der gewohnt souverän und unterhaltsam durch den Abend führte. Und auch der war, so viel sei schon an dieser Stelle verraten rekordverdächtig lang – gute sechseinhalb Stunden dauerte das Programm mit echten „Knallern“ bis zum gefühlt fünften Finale. Doch zurück zum Beginn des Abends: Nach dem schon traditionellen Empfang des Prinzenpaares startete die eigentliche Sitzung karnevalsitisch pünktlich um 19.11 Uhr mit Pauken und Trompeten. Die Nachwuchsgarden der EKG eröffneten den Abend, bevor die Roten Husaren aus Bad Ems die Karawane zum Einzug der Majestäten anführten. Prinz Felix I. mit der flinken Schere und Prinzessin Alexandra I. mit den tanzenden Schuhen hatten diesmal aber nicht „nur“ Eigengewächse der (Bad) Emser Karnevalsgesellschaft EKG, die Elferräte und den Hofstaat mit aufgeboten, die befreundete Schlossgarde Montabaur sorgte für die endgültig überquellende Bühne. Natürlich stand der Saal spätestens beim Kampagnen-Hit „Fastnachtsdiamanten“ mit Felix und Alexandra sowie Pagin Sarah-Lisa Ziob und Hofkanzler Frank Spiegel.

Nach den ersten Programmpunkten mussten Prinzenpaar und Hofstaat ihren „Verpflichtungen“ nachkommen, Kurzbesuche der Sitzungen in Fachbach und Bendorf beim karnevalistischen Herkunftsverein der Prinzessin – sie tanzt dort seit 16 Jahren – standen an. Die Abwesenheit des Regentenpaars tat der Stimmung im Saal allerdings keinen Abbruch, ein Highlight folgte hier dem nächsten.

Gardetanzgruppen sorgten für die ersten Highlights

Tanzdarbietungen bestimmten den ersten Teil des Abends. Der Schlossgarde Mons Tabor folgten die EKG-Viktoriagarde sowie gleich fünf „Solos“ aus Show- und Gardetanz mit Joanna Richter, Annika Gotzen, Julia Schmidt, Jacqueline Schaust und Ann-Kathrin Schowtjak. Mit „Feuer und Eis“ hatten auch die Jüngsten der EKG schon ihren zweiten Auftritt im Programm und spätestens die Showtanzformation der EKG „New Generation of Dufty Movies“, riss mit einer spektakulären Nummer im altägyptischen Stil die Gäste von den Stühlen. Einige der Tänzerinnen hatten dabei in den unterschiedlichen Zusammensetzungen gleich mehrere Auftritte und damit ein echt anspruchsvolles Programm zu absolvieren. Dass zum Beispiel eine Zerrung beim Aufwärmen den Auftritt erschwerte, bekamen indes nur Eingeweihte mit – das Publikum dankte mit „Standing Ovations“.

Redner begeisterten mit frechem Wortwitz

Im zweiten Teil des Programms sorgten Rede- und Gesangsdarbietungen für Unterhaltung, Lachsalven und zum Schluss sogar dafür, dass sich die Bühne spontan in einen Tanzboden verwandelte. Aus Koblenz sorgten Jupp und Juppchen (Harald Hünerfeld und Thomas Nobel) mit herrlich Zweideutigem für Lacher; das Mauerblümchen-Damenquintett parodierte unter anderem Helene Fischer, Bauhofmitarbeiter Jupp Schmitz bewies Zivilcourage und Anja Hewer begeisterte als „Braut aus dem Westerwald“ mit Sprachwitz. Ein echtes Pfund, nicht nur karnevalistisch gesehen, war der Lahnsteiner Karl Krämer. Seine Predigt gefolgt vom obligatorischen „Fleischworscht“-Song ist Kult auf den Veranstaltungen der Region. Krämer schaffte es, im Handumdrehen den Saal „auf links“ zu drehen.

Das hohe Level hielt Bauchredner Werner mit dem (komischen) Vogel Dodo, ganz besonders, als er Stadtbürgermeister Berny Abt ins Säuglingsalter zurückversetzte und einen beeindruckenden Dialog mit diesem als „Handpuppe“ auf der einen Seite und Ex-EKG-Präsident Uwe Schüler auf der anderen Seite zelebrierte.

Doch auch Verbandsgemeindebürgermeister Josef Oster musste noch aktiv auf der Bühne mitwirken, Ellen Obier glaubte, in ihm die ideale Besetzung für einen brasilianischen Tanzpartner gefunden zu haben. Über das Ergebnis soll es unterschiedliche Meinungen gegeben haben. Allerdings nicht über Ellen Obiers Darbietung – da hätte das Publikum gerne auch noch zehn bis 15 weitere Zugaben mitgenommen. Obier parodierte stimmgewaltig mit minimalistischer Kostümierung Showgrößen wie Lady Gaga oder „dat Schakiera“, aber auch Tina Turner und sogar Caterina Valente begeisterten auf der Kurtheater-Bühne.

Tanzendes Publikum eroberte die Bühne

Spätestens bei Schlagersänger Timo Ehmann entglitt der Zeitplan des Abends völlig – dem Publikum war das aber mehr als recht. Ehmann zündete eine Stimmungsrakete nach der anderen, spontan „schwoften“ zahlreiche Tanzpaare zunächst vor und schließlich auf der Bühne, Prinz Felix führte eine Polonaise an, und teilweise schien schon zu diesem Zeitpunkt das Publikum gleichmäßig auf Saal und Bühne aufgeteilt, die Stimmung war kaum zu toppen. „Eigengewächs“ Julia Schmidt, als Solotanzmariechen und Teil der Showtanzgruppe sowieso schon reichlich ins Programm eingespannt, griff für „ihren Verein“ nochmals zum Mikro und zeigte, dass bei „The Voice of Germany“ nicht immer richtige Entscheidungen getroffen werden, sonst hätte die Nievernerin ja bei ihrer Teilnahme mindestens im Finale landen müssen.

Nach rund sechseinhalb Stunden endete die Sitzung der Superlative. Präsident Frank Ackermann lud zum (letzten) Finale alle noch anwesenden Aktiven auf die Bühne, einige mussten aufgrund der kurzen Session noch zu weiteren Terminen, und beendete „die wohl längste Sitzung in der Geschichte der EKG“ notgedrungen – allerdings, so berichten Insider, wurde in zahlreichen Gaststätten der Kurstadt nach Schließung des Kurtheaters noch bis annähernd zum Sonnenaufgang gefeiert. Und das, obwohl um 11.11 Uhr mit der Stürmung des Rathauses der nächste Termin für die Aktiven anstand – aber das ist eine andere Geschichte.

/Willi Willig

Grandioses Programm riss das Publikum von den Stühlen

Bauchredner Werner machte Berny Abt und Ex-EKG-Präsident Uwe Schüler zu Handpuppen im heißen Dialog.

Mehr als 100 Aktive auf der Bühne des Theatersaals – so voll war es noch nie. Fotos: WW/Willi Willig

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Lena: Diversität ist wichtig: Der Wolf reguliert Überpopulationen ( z.B. Schwarzwild, Rehwild). Für schlecht geschützte Herdentiere sind die Besitzer verantwortlich.
  • Peter 1: Trotzdem ist der Wolf hier vollkommen überflüssig.
  • Walter Miller : Ein verpixeltes Bild von der durch den Wolf getöteten Ziege. Was will man damit ausdrücken ? Das ein Wolf besonders grausam ist ? Er ist ein Geschöpf der Natur - nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz zu den 467.000 Jägern in Deutschland.
  • Michael Geiger, 56337 Eitelborn: Michael Geiger, Leider kann ich die Losnummern aus der Ziehung vom 28.03.26 im Globus Bubenheim nicht finden.. Warum nicht
  • Dietmar Gläsener: Leider kann ich meine Gewinnlos Nummern , Ziehung vom 28.03.26 im Clobus in KO-Bubenheim nicht abrufen im Internet. Woran liegt es? D. Gläsener, 56237 Nauort
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Dagmar Both: Guten Morgen Herr Winkelmann, herzlichen Dank für ihre Berichterstattung. Wenn sie von einer vertrauensvollen Abstimmung im Abstimmungsprozess zum Sondervermögen berichten, - dann gilt dies leider nicht für die Freien Wähler.
Dauerauftrag Imageanzeige
Innovatives rund um Andernach
Koblenz blüht 2026
Imageanzeige Dauerauftrag 04/2026
Maschinenbediener, Staplerfahrer
Vortrag: Arthrose des Hüft- und Kniegelenk
Container Anzeige
PR-Anzeige
Anzeige KW 14
Osteraktion
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Die Verkehrssituation an der Aloisius-Grundschule stresst die Anwohnerschaft. Foto: ROB
2291

Immer wieder kommt es zu kritischen „Manövern“: Auch die Stadtverwaltung sieht zunehmende Belastung:

HeimatCheck: Ahrweiler: Eltern-Taxis stressen alle

Ahrweiler. Seit mehreren Jahren steht die Aloisius-Grundschule vor einer wachsenden Herausforderung: dem zunehmenden Verkehrsaufkommen durch sogenannte „Elterntaxis“. Leser von BLICK aktuell berichten, dass sich die Situation trotz wiederholter Hinweise und Appelle bislang nicht verbessert habe. Insbesondere zu den morgendlichen Bringzeiten sowie am Mittag beim Abholen der Kinder kommt es regelmäßig zu kritischen Verkehrssituationen rund um das Schulgelände.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Adobe Stock
134

Bonn. Am kommenden Samstag (04.04.2026) findet in Beuel und in der Bonner Innenstadt der „Bonner Ostermarsch 2026“ statt. Zu dieser Friedensdemonstration erwarten die Veranstalter rund 500 Teilnehmende. Die Versammlung beginnt um 13:00 Uhr auf dem Mirecourtplatz am Beueler Rheinufer. Von dort aus ist folgender Aufzugsweg vorgesehen:

Weiterlesen

Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Dauerauftrag
Daueranzeige
Rund ums Haus
Essen auf Rädern
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Kreishandwerkerschaft
Alles rund ums Haus
Rund ums Haus
Kleinanzeigen
Auftrag, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Anlagenmechaniker
Ostergruß
First Friday Anzeige März
Innovatives rund um Andernach
Angebotsanzeige (April)
Ostergrußanzeige
Titelanzeige
Stellenanzeige