Kröten und andere Amphibien starten ihre Wanderungen
Grasfrosch, Erdkröte und Molch wandern los: SGD Nord bittet um Rücksicht
In den kommenden Wochen sind sie die kleinsten Verkehrsteilnehmer des Landes: Erdkröte, Grasfrosch und Co. Denn wenn die nächtlichen Temperaturen steigen, machen sich die heimischen Amphibien wieder auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Da sie dabei auch vielbefahrene Straßen queren, bittet die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord Autofahrerinnen und Autofahrer um besondere Rücksicht.
Die Zahl der heimischen Amphibien ist stark zurückgegangen: Selbst Erdkröten und Feuersalamander, die früher häufig vorkamen, sind selten geworden. Die Gründe hierfür sind vielfältig, unter anderem die Austrocknung von Laichgewässern spielt eine Rolle. Um dem entgegenzuwirken, fördert die SGD Nord im nördlichen Rheinland-Pfalz zahlreiche Projekte und Maßnahmen zum Schutz von Amphibien. So sorgt die SGD Nord beispielsweise im Rahmen der Biotopbetreuung dafür, dass neue Tümpel angelegt werden und dass bestehende Gewässer nicht zuwachsen. Doch auch Verkehrsteilnehmende können in nächster Zeit einen wichtigen Beitrag leisten.
Höchstgeschwindigkeit: ein Meter pro Minute
Denn eine Erdkröte braucht gut und gerne fünf Minuten, um eine fünf Meter breite Straße zu überqueren. Je nach Verkehr kann das zu einem echten Spießroutenlauf für die kleinen Krabbler werden. Denn neben dem Risiko, von Reifen erfasst zu werden, kann auch das bloße Hinwegfahren über Amphibien weitreichende Folgen haben: Schon bei relativ geringer Geschwindigkeit entsteht unter Autos ein Unterdruck, der die Tiere schwer verletzen kann. Die SGD Nord empfiehlt daher, das Tempo auf 30 Kilometer pro Stunde zu drosseln, sobald am Fahrbahnrand Hinweisschilder zu sehen sind, die vor Amphibien warnen.
„Amphibien-Hotspots“
Doch auf welchen Straßen ist mit Amphibien zu rechnen? Generell gilt: Straßen, die durch Wälder führen oder die sich in der Nähe von Seen und Tümpeln befinden, können echte „Hotspots“ sein. Im nördlichen Rheinland-Pfalz zählen hierzu etwa die L 309 zwischen Vallendar und Hillscheid sowie die L 113 im Bereich des Laacher Sees. An einigen „Hotspots“ wurden besondere Vorkehrungen getroffen: Unterirdische Tunnel, sogenannte Amphibien-Leitsysteme, ermöglichen den Tieren eine sichere Reise zu ihren Laichplätzen. Auch werden wieder zahlreiche Freiwillige unterwegs sein, um den Amphibien über die Straße zu helfen.
Reiseplan
Wann genau die Amphibien zu den Laichplätzen aufbrechen, hängt von der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit ab. Sobald die nächtlichen Temperaturen mehrere Tage in Folge auf fünf bis zehn Grad Celsius klettern, machen sich frühlaichende Arten, wie etwa Grasfrosch und Erdkröte, auf den Weg. Hierbei legen sie beachtliche Strecken von bis zu mehreren Kilometern zurück. Und wenn alle Verkehrsteilnehmenden die Hinweisschilder beachtet, die Geschwindigkeit reduzieren und auf weniger betroffene Straßen ausweichen, kommen die kleinen Wanderer auch sicher ans Ziel.
Weitere Informationen zu den Aufgaben der SGD Nord im Bereich des Naturschutzes sind unter folgendem Link zu finden sgdnord.rlp.de/themen/naturschutz. Pressemitteilung SGD Nord
