Karnevalsgesellschaft Grau-Blau 1949 e.V. geht mit fünfeinhalbstündigem Programm in die zweite Sitzungsrunde
Grau-Blaue Bühnenspezialisten brillieren mit Sitzung der Superlative im Jubiläumsjahr
Endlich wieder ein Hausmeister in der Grau-Blauen Narrhalla
Höhr-Grenzhausen. Nach einer mehr als erfolgreichen ersten Sitzung ging die Karnevalsgesellschaft Grau-Blau am vergangenen Samstag vor ausverkauftem Haus in die zweite Sitzungsrunde. Auch an diesem Abend herrschte euphorische Superstimmung im Saal des Vereins und das Publikum konnte sich an hochkarätigen und perfekt vorgestellten Programmpunkten erfreuen.
Für ihr Jubiläumsjahr haben sich die Akteure rund um Sitzungspräsident Andre Geilen, der routiniert und stilvoll durch den Abend führte, wieder ein paar „Bonbons“ einfallen lassen. Gleich zu Beginn gab es eine Überraschung, denn Holger Rech feierte in seiner bewährten Rolle als Hausmeister sein Bühnencomeback. Mit seinem Auftritt wurde der fünfeinhalbstündige, mit viel Frohsinn gespickte Abend eingeleitet und die Lachmuskeln der Gäste direkt auf die Probe gestellt. Einen hinreißenden Abschluss erlangte sein Auftritt in einem Duett, gesungen mit Melli Gisch.
Wortspielereien des weltgewandten Jokers
Seine neue Rolle als Protokollarius und Joker ist dem weltgewandten Norddeutschen Ove Jensen, der in Eisbrechermanier einen gekonnt satirischen und ironischen Jahresrückblick gab und die Lacher auf seiner Seite hatte, wie auf den Leib geschnitten. Mit seinen Wortspielereien erheiterte er die Gemüter.
Und dann nahte auch schon ein Höhepunkt des Abends. Prinz Jörg I. und Prinzessin Sabine III. „Von der kölschen Bärenschar – mir stonn Kopp“ marschierten samt ihren großen Gefolgen in schicke Kostüme gehüllt, formvollendet in den Saal und verbreiteten mit ihrem Auftritt eine wahrhaft festliche und feierliche Atmosphäre. Sie machten ihrem Motto alle Ehre.
Es folgte der erste Auftritt des Aushängeschilds der Gesellschaft, dem Grau-Blau Ballett, welches mit seinem traditionellen eleganten Marschtanz, geprägt durch vielfältige Schrittkombinationen und Ballettelement-Variationen immer wieder wechselnde Bilder auf die Bühne zauberte und das Publikum in seinen Bann zog.
Als Bauhofmitarbeiter mit pulsierender Halsschlagader kredenzte Jupp Schmitz alias Martin Staudt wieder Komik, Witz und „schwarzen“ Humor in der „Tommy Paulsen Hall“. Dass Kleider Leute machen, stellte die Blau-Graue Boygroup mit ihrem fantastischen und sexy Auftritt à la James Bond unter Beweis. Als langjähriger, erfahrener Büttenredner bereicherte Norbert Weber als der „Mündige Bürger“ exzellent mit seinem ihm eigenen und unvergleichbar trockenen Humor die erste Sitzungshalbzeit.
„Haarschön“ ließ Trommelregen prasseln
Einen im wahrsten Sinne des Wortes taktvollen Auftritt bot die Gruppe „Haareschön“, die mit Hilfe der alltäglichen Gebrauchsgegenstände Besen und Leitern unter Zuhilfenahme von Schlagzeugstöcken mitreißende Rhythmen erzeugte und einen Trommelregen über das Publikum prasseln ließ.
Nach der Pause spielte der Musikverein Hillscheid auf und brachte mit seinen Karnevalsliedern erneut Schwung in den Saal. Da das Naturbad Linderhohl auch in diesem Jahr noch geschlossen bleibt, ist die Bademeisterin leider arbeitslos und versuchte sich in einer neuen Rolle als „Donna Balken“. Diesen Rollenwechsel meisterte Natascha Bayer mit Bravour und zeigte in diesem Jahr eigentümlich zahm und zurückhaltend, jedoch sehr originell, welch schauspielerisches Talent in ihr steckt.
Zu den Klängen von „I’d do anything for love“ des Rocksängers Meatloaf präsentierte sich das Grau-Blau Ballett zum zweiten Mal voll Anmut geschmackvoll und betörend schön den Gästen.
Der Auftritt von Ehrenpräsident Thomas Paulsen und Norbert Weber als „Lebenskünstler“ brachte einiges an Lebensfreude, karnevalistischer Gesinnung und farbenfroher edler Kostümpracht zum Ausdruck und auf die Bühne. Klamauk und Schelmerei prägten diesen mit herausragender Gestik und Mimik vorgetragenen Programmpunkt.
Himmlischer Auftritt der Grau-Blauen Engel
Ein Name, der seit vielen Jahren für himmlisch gute Stimmung auf den Sitzungen der Karnevalsgesellschaft sorgt, ist auch in dieser Session Programm: Die Grau-Blauen Engel. Nicole Bumplies, Sylvia Staudt und Melanie Gisch, attraktive Charaktere mit Herz und Pep, stellten einen optischen und akustischen Glanzpunkt der Show dar und wurden, wie die meisten Programmpunkte des kurzweiligen Abends, von der Sitzungsband unter Leitung von Mario Meister perfekt begleitet.
Mit Begeisterung empfing das närrische Publikum den letzten Redner Bernd Opitz in seiner Paraderolle als Marlene Jaschke. Locker flockig betrat er in gewohnter Manier mit Kleid und Pumps die Bühne. Der Kosmos der liebenswerten und ehrlichen Marlene ist überschaubar, dennoch passiert so einiges in ihrem Leben und sie teilte die ihr passierten Missgeschicke mit Feuereifer dem amüsierten Publikum mit.
Majestätische Sitzungspointe in barocken Kostümen
Der Ausmarsch des Elferrats läutete langsam das Sitzungsende, aber auch den dritten und letzten Auftritt des Balletts ein. Und hier hatte man sich für das Jubiläumsjahr etwas sensationell Glamouröses einfallen lassen. Eine majestätische Sitzungspointe setzte das Grau-Blau-Ballett unter eine mehr als gelungene Veranstaltung. Nachdem Tom Schwarz die Gruppe mit einem Violinensolo live einspielte, (ba)rockten die Tänzerinnen und Tänzer mit ihren rüschenbesetzten Kostümen, Perücken und perfekt einstudiertem Tanz den Saal vor königlicher Kulisse. Das Publikum starrte gebannt auf die Bühne, um ja keine der bewundernswürdigen Bewegungsabläufe zu verpassen und jeden Ton, jeden Schritt, jedes Lächeln und das bezaubernde Gesamtbild aufzunehmen. Diese imposante Aufführung war mit Worten kaum zu erfassen und machte sicherlich auch die Besucher des Abends sprachlos.
Das Abschlusslied von Andre Geilen und das von Melanie Gisch gesungene Grau-Blau-Lied gaben der Sitzung einen familiären Ausklang und ließen die Verbundenheit der Akteure spüren.
Im Jubiläumsjahr lassen es die Grau-Blauen Akteure also wieder einmal richtig krachen. Exzellente Darbietungen auf extrem hohem schauspielerischem und tänzerischem Niveau schmücken das Sitzungsprogramm des Vereins. Mit Superstimmung ging es durch ein hervorragendes Abendprogramm, und Höhr-Grenzhausen kann sich glücklich schätzen solch fabelhafte Akteure in der Stadt zu haben.
Eine anmutige Zwischenshow legte das Grau-Blau Ballett auf die Bühne.
Prinz Jörg I. und Prinzessin Sabine III. ließen den Saal Kopfstehen.
Ein taktvoller Auftritt der Gruppe „Haarschön“.
Ein mitreißender und stimmungsvoller Auftritt der Grau-Blauen Engel.
Sexy zeigte sich die Grau-Blaue Boygroup à la James Bond.
Comeback für Holger Rech als Hausmeister, hier im Duett mit Melanie Gisch.
Bernd Opitz berichete als Marlene Jaschke aus seinem Leben und über Missgeschicke.
