Allgemeine Berichte | 29.11.2019

Prächtige Nordmanntanne am Johannesplatz aufgestellt

Größter Weihnachtsbaum der Stadt verleiht Johannesplatz weihnachtliches Flair

Größter Weihnachtsbaum der Stadt verleiht Johannesplatz weihnachtliches Flair

Andernach. „… und manche Tanne ahnt, wie balde sie fromm und lichterheilig wird“, heißt es in einem Rilke-Gedicht. Ob das die 36 Jahre alte Nordmanntanne in der St. Amand-Straße auch schon ahnte, als sie von ein paar Männern in orangefarbenen Jacken in Augenschein genommen wurde und sie sich in den frühen Morgenstunden mit Arbeitsgerät an ihr zu schaffen machten?

Seit Dezember 1986 war das hier ihr Platz. Als Dreijährige hatte man sie damals an diese Stelle gesetzt. Alles hatte sie gegeben, um so prächtig und wohlgeformt auszusehen. Vielleicht hatte sie es etwas mit ihrem Wuchs übertrieben?

15 Stunden später: Hier sollte sie also enden – im Johannesplatz-Kreisel, dort wo der Puls der Stadt schlägt, wo sich alles um sie dreht. Wo viele voller Bewunderung zu ihr aufschauen und sich für Wochen an ihrem Glanz und ihrer Herrlichkeit erfreuen. Sei‘s drum – dies wäre wohl ein schöner Abschied!

Abschied von der St. Amand-Straße

„Sie war jetzt doch zu groß geworden“, begründete Ralf Krautkrämer seinen Beweggrund, der Stadt vor einigen Monaten die Nordmanntanne als Weihnachtsbaum anzubieten. Seine Frau Maria hatte sie vor mehr als drei Jahrzehnten neben ihrem Haus auf der Andernacher Südhöhe gesetzt. 15 Weihnachtsbäume stellt der städtische Baubetriebshof in jedem Jahr in der Stadt auf. Der größte von allen steht immer im Johannesplatz-Kreisel. Nach einer Besichtigung des Prachtstücks war klar, wo dessen letzte Adresse sein sollte. In den Tagen vor dem großen Ereignis wurden Hinweisschilder aufgestellt und die Nachbarschaft mit einem Anschreiben über die stundenweise Sperrung der Straße informiert. Am vergangenen Mittwochmorgen trafen dann Matthias Schneichel und seine vier Kollegen am vermieteten Einfamilienhaus der Eheleute Krautkrämer ein.

„Ich schätze die Tanne auf etwa 13 Meter“, meinte er, beeindruckt von der Schönheit des Gewächses.

13 Meter Höhe und 1,6 Tonnen Gewicht

Dann trafen die städtischen Mitarbeiter Vorbereitungen für das, was folgen sollte. Ein Autokran der Firma Hachmeister traf bald darauf ein, mit der die Stadt Andernach seit Jahren zusammenarbeitet. Ein Bauhof-Mitarbeiter befestigte die Stahlkette des Krans auf halber Höhe der Tanne. Die Kette wurde noch etwas gespannt und verhinderte so das Umfallen des Baumes nach dem endgültigen Sägevorgang. Wenige Minuten später wurde der 1,6 Tonnen schwere, am Seil hängende grüne und nadelige Koloss vom Kran behutsam über die Garagendächer gehoben, bis die Tanne dann wenige Zentimeter über der Straße hing. In dieser Position konnte ihr unterer Teil noch für die Hülse der Halterung am Johannesplatz passend geschält werden. Als der Baum schließlich auf einem LKW-Sattelzug zum Liegen kam, maß Landschaftsgärtner Schneichel nochmals die offizielle Länge der grünen Beute: „13 Meter“. Sehr gut geschätzt!

Im Lichterglanz auf dem Präsentierteller

Der baumtragende Sattelzug wurde danach in der Nähe geparkt. Als am späten Abend ein Einsatzfahrzeug der Polizei zum bereits wartenden Baum-Team stieß, konnte der Transporter die Fahrt mit seiner prominenten Last antreten. Mit Blaulicht voran ging es im Konvoi in langsamer Fahrt zum teilgesperrten Verkehrskreisel am Johannesplatz. Dort nahm die erfahrene Mannschaft dann mit Hilfe des Autokrans die Aufstellung des Baumes vor. Mitarbeiter der Firma Trinkenschuh Elektrotechnik & Service zeichneten noch in den frühen Nachtstunden für die Illuminierung des Natur-Riesen verantwortlich. Dann hieß es endlich: „Der Baum brennt“.

Eine jetzt freudenspendende, aber für Außenstehende unerwartet aufwändige Aktion war vollendet. Was kostet sie und wer zahlt? „Die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa 4000 Euro“, teilte Christoph Maurer, Pressesprecher der Stadtverwaltung, auf Anfrage mit. Nein, die muss der Baumspender natürlich nicht tragen. „Wir freuen uns über die Bereitstellung des Baumes. Er muss uns lediglich eine Haftungsfreistellungserklärung unterzeichnen.“

Gut 30 Jahre lang standdie Nordmanntanne in der St. Amand-Straße.

Gut 30 Jahre lang stand die Nordmanntanne in der St. Amand-Straße.

Vorsichtig hievt der Autokran den Baum über die Garagen.

Vorsichtig hievt der Autokran den Baum über die Garagen.

Größter Weihnachtsbaum der Stadt verleiht Johannesplatz weihnachtliches Flair

Größter Weihnachtsbaum der Stadt verleiht Johannesplatz weihnachtliches Flair

Das „Weihnachtsbaum-Team“ mit den Baumspendern vor der hängenden Tanne.

Das „Weihnachtsbaum-Team“ mit den Baumspendern vor der hängenden Tanne.

Das Werk ist vollendet: Der Baum steht und die Lichter brennen.

Das Werk ist vollendet: Der Baum steht und die Lichter brennen.

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  • Rita Butz: Sehr schön verfasster Bericht , sehr zutreffend und diese beiden " Helden " üben eine Vorbildfunktion für unsere Gemeinde aus !! L. G. verbunden mit meiner höchsten Wertschätzung!!

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