Turmversammlung der Rheinbacher Karnevalsvereine
Große karnevalistische Veranstaltungen abgesagt
Rheinbacher Karnevalisten für Streichung von Saalkarneval
Rheinbach. Keiner der Karnevalsvereine der Kernstadt Rheinbach und den Ortschaften war mit großen Erwartungen zur diesjährigen Turmversammlung im Wasemer Turm, dem Stammquartier der Rheinbacher Stadtsoldaten, gekommen.
Hier wird alljährlich ein Treffen abgehalten, bei dem die Aktivitäten der einzelnen Karnevalsvereine registriert werden, um eine mögliche Terminabsprache zu ermöglichen.
In diesem Jahr und somit auch in der kommenden Session 2020/2021 wird coronabedingt alles anders sein.
Um die zurzeit geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen und Vorgaben der Landesregierung zu erläutern, wurden der Landtagsabgeordnete Oliver Kraus (CDU) und Bürgermeister Stefan Raetz zu der Versammlung eingeladen.
Hier konnten die Vorstände der Vereine den aktuellsten Stand in Sachen Karneval erfahren und ihre Fragen stellen.
Karneval nicht wie gewohnt
„Wie Sie bereits mitbekommen haben, waren die Festausschüsse der großen Karnevalsvereine in Düsseldorf. Dort haben die Vereine gebeten alle Großveranstaltungen abzusagen. Eine Entscheidung soll noch in der kommenden Woche in ein Dekret umgesetzt werden. Dieses wird natürlich auch den Karneval in Rheinbach maßgeblich betreffen“, erläuterte Oliver Kraus.
„Es macht vor dem Hintergrund steigender Fallzahlen von Coronainfizierten und der Planung der Landesregierung, für Veranstaltungen von mehr als fünfzig Personen eine Anmeldepflicht einzuführen, keinen Sinn Großveranstaltungen zu planen. Alles was wir machen und planen, orientiert sich nur an Momentaufnahmen“, so Kraus. Hierzu zählen auch die Kasernen- und Rathauserstürmung, die auch abgesagt wurden.
Hohe Hürden für Hilfsfonds
„Um die finanziellen Verluste der Vereine mitzutragen hat das Land einen Hilfsfonds von 50 Millionen bereitgestellt. Die Hürden, um die Unterstützung zu erlangen sind sehr hoch gelegt. Es muss eine extreme finanzielle Schieflage mit existenzbedrohlichem Ausmaß nachgewiesen werden. Das hat dazu geführt, dass bis jetzt nur 300.000 Euro des Geldes beantragt wurde. Hier müssen die Antragssteller die Hosen runter lassen. Sowohl Stefan Raetz als auch ich sind bereit, als Volljuristen an eurer Seite zu kämpfen, wenn Not am Mann ist“, erklärte Oliver Kraus.
Diese zukünftigen Verpflichtungen bestehen auch aus Verträgen, die schon vor der Corona Pandemie mit Akteuren auf der Bühne geschlossen wurden. Hier sollte das Gespräch mit den Künstlern gesucht werden, um hier Lösungen zu finden. Bürgermeister Stefan Raetz forderte hier eine praktikable Lösung.
Einigung mit den Akteuren gefordert
„Künstler, deren Auftrittspläne von den Veranstaltern abgesagt werden, müssen direkt von dem Hilfsfonds unterstützt werden, denn wenn die Pandemie noch länger anhält, sind Bühnenakteure unter Umständen pleite. Dies betrifft auch die Musiker, die von ihren Auftritten das ganze Jahr über leben müssen. Eine Lösung könnte sein, dass die Vereine in der nächsten Session die Hälfte der vereinbarten Gage bezahlen und die zweite Hälfte im darauffolgenden Jahr, wenn wieder Veranstaltungen möglich sind, soweit dies finanziell von der Vereinen getragen werden kann“, so Raetz.
Kraus ermunterte die Karnevalisten dazu, zu überlegen, was es für andere Formate geben könnte, bei den die Hygienestandards eingehalten werden könnten und ob Veranstaltungen ins freie verlegt werden können.
„Wir haben in diesem Jahr „Kultur am Hof“ mit einem festen Konzept mit ca. 300 Zuschauern auf dem Himmeroder Wall veranstaltet. Das hat hervorragend geklappt, weil sich die Gäste an die Vorgaben des Hygienekonzepts gehalten haben. Vielleicht könnte man in dieser Richtung planen. Ob das allerdings dann möglich ist, müssen wir zu diesem Zeitpunkt prüfen. Die Landesregierung wird nicht prinzipiell den Karneval absagen, um nicht in die Haftung genommen zu werden. Insofern betrifft das natürlich auch die Stadt Rheinbach“, erläuterte Raetz.
Kommunen sollen es richten
„Dies wird dann den Kommunen aufgebürdet, die dann die Corona-Verordnung im Einzelfall prüfen soll. Ein Karneval wie in der Vergangenheit werde es nicht geben“, ergänzte Raetz.
Zudem können auch die die Tanzgruppen nicht trainieren, die Kinder haben keine Auftritte, die sozialen Kontakte fehlen und es besteht die Gefahr, dass die Vereine auseinanderfallen. Es müsse sichergestellt werden, dass das Brauchtum überleben könne.
Die Karnevalsvereine der Kernstadt und der Ortschaften hatten bereits im Vorfeld ihre Saalveranstaltungen abgesagt und planen auch den Straßenkarneval nach Maßgabe der Landesregierung abzusagen. Auch die designierten Tollitäten hatten bereits vor Monaten mitgeteilt, dass sie vor der Unsicherheit der weiteren Entwicklungen ihre Bewerbungen zurückziehen.
Es wurde beschlossen, noch vor der angesagten Session 2020/2021 noch mal eine Turmversammlung zu veranstalten, um den dann neusten Sachstand zu diskutieren.
Neu ist, dass die nächste Turmversammlung vom Festausschuss-Rheinbacher Karneval mit ihrem Vorsitzenden Alfred Eich, in Zusammenarbeit mit den Rheinbacher Stadtsoldaten unter Führung des Vorsitzenden und Kommandanten Willi Hohn als Hausherr des Wasemer Turms, veranstaltet wird.
„Wir werden vorzeitig die Einladungen rausschicken und bis dahin mit der Landesregierung in Kontakt bleiben, um hier auf dem neuesten Stand zu bleiben. Konkrete Anfragen zum Thema Karneval und Corona leiten wir gerne weiter. Wir bitte alle Aktivitäten die geplant werden an frk-rheinbach@web.de weiter zu geben“, so der FRK Vorsitzende Alfred Eich.
Wilfried Eichen Stellv. Vorsitzender der Stadtsoldaten, Bürgermeister Stefan Raetz, Landtagsabgeordneter Oliver Kraus (CDU) Alfred Eich, Vorsitzender Festausschuss Rheinbacher Karneval und Willi Hohn Kommandant und Vorsitzender Stadtsoldaten Rheinbach.
